01/06/2026
Der aktuelle Global Report on Food Crises zeigt, was passiert, wenn die Finanzierung humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit wegfällt. Die Datenlage im diesjährigen GRFC ist so dünn wie seit zehn Jahren nicht mehr. In 18 GRFC-relevanten Ländern wurden keine Daten erhoben, die den GRFC-Standards entsprechen. Die Wirksamkeit humanitärer Arbeit ist aber eng an die Datenlage gekoppelt. Mit ausreichend Daten können Hungerkrisen frühzeitig erkannt werden. Ohne Daten kann häufig erst gehandelt werden, wenn Krisen bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht haben. Die Erhebungen sind außerdem wichtig, um die Gesellschaft auf Krisen aufmerksam zu machen. Ein Mangel an zuverlässig erhobenen Zahlen trägt dazu bei, dass Krisen nicht ernst genommen werden.
Dieselbe Problematik sehen wir auch bei der Erstellung des Welthunger-Index, den wir jährlich gemeinsam mit Concern Worldwide veröffentlichen. Die schrumpfende Datenlage entsteht nicht einfach so. Sie wird von politischen Entscheidungsträger*innen in Kauf genommen. Die Politik trägt damit aktiv zur Verschärfung humanitärer Krisen bei. Wir fordern von der Politik ein Umdenken. Denn nur weil wir die genauen Zahlen nicht mehr kennen, heißt das nicht, dass die Krisen verschwunden sind.