10/09/2026
Tag der wohnungslosen Menschen 2026
Bonner Träger der Wohnungslosenhilfe fordern mehr bezahlbaren Wohnraum, wirksame Prävention und gesellschaftliche Teilhabe
Wohnungslosigkeit kann viele Ursachen haben. Individuelle Lebenskrisen wie Schicksalsschläge, Trennungen oder familiäre Brüche treffen dabei auf strukturelle Probleme: relative Armut, Diskriminierung, steigende Lebenshaltungskosten und einen angespannten Wohnungsmarkt. Fehlt bezahlbarer Wohnraum, steigt das Risiko, die eigene Wohnung zu verlieren oder erst gar keine Wohnung zu finden.
Der bundesweite Tag der wohnungslosen Menschenfindet steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hinschauen. Aktiv werden – gemeinsam gegen Wohnungsnot“, hier soll sichtbar werden, dass Wohnungslosigkeit keine Randerscheinung, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist.
Auch in Bonn sind viele Menschen von Wohnungsnot betroffen. Nach den zuletzt veröffentlichten Bonner Angaben lebten etwa 80 bis 100 Menschen auf der Straße. Darüber hinaus waren Menschen in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, städtischen Notunterkünften oder vorübergehend bei Bekannten untergebracht. Im Wohnungs-Notfall-Bericht NRW des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW für das Jahr 2024 wurden in Bonn 3.675 wohnungslose Menschen erfasst.
„Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen. Sie ist häufig das Ergebnis eines Wohnungsmarktes, auf dem Menschen mit geringem Einkommen kaum noch eine Chance haben“, erklären die drei Träger der Bonner Wohnungslosenhilfe. „Wir müssen hinschauen, bevor Menschen bevor Menschen ihre Wohnung verlieren, und handeln, bevor aus Wohnungsnot Wohnungslosigkeit wird.“
Verein für Gefährdetenhilfe (VFG Bonn)
Caritasverband für die Stadt Bonn e.V.
Johannesbund gGmbH mit dem Haus Maria Königin