BIOMETHANGASANLAGE MARSCHWITZ VERHINDERN

BIOMETHANGASANLAGE MARSCHWITZ VERHINDERN Interessengemeinschaft Bockelwitz-Grimma bittet um Unterstützung! Wir kämpfen gegen das geplante Bauvorhaben
„Biogasanlage im Gewerbegebiet Marschwitz“. g.

Aufruf an alle Muldenradwegfreunde, Anwohner, Naturschützer und Gegner der industriellen Biogasanlagen! Kurz gefasst:

Alternative Energien? Her damit! Solar, Wasser, Wind und auch kleine Biogasanlagen bei den Bauern vor Ort. Industrielle Biogasanlagen? Deren Nutzen (mal abgesehen für die Betreiber...) sind sehr zweifelhaft und haben an Standorten wie in Marschwitz (Häuser, Mulde, Landschaftsschut

zgebiete, kleine Dorfstraßen ohne Fußwege...) absolut nichts zu suchen. Wenn überhaupt, dann ab in die Pampa damit! Hier haben wir einfach nur Angst um unsere Kinder (bis zu 250 Traktoren/Tag!) und unsere Umwelt (viele Biogasanlagen sind schon explodiert...) Geht auch Ihr gern bei uns am Muldenradweg joggen, skaten, Rad fahren, wandern? Seid Ihr Gegner industrieller Biogasanlagen oder Natur- und Umweltschützer? Oder wollt Ihr uns einfach nur helfen? Dann unterstützt uns! Gebt uns Eure Unterschrift! Die Listen dafür liegen im Fitness-Studio Solemed in der Chemnitzer Str. 103 aus. Wenn Ihr Euch persönlich betroffen fühlt, dann schickt bitte Euren persönlichen Einspruch an folgende Adresse:
Landesdirektion Chemnitz
Abteilung Umwelt
Altchemnitzer Straße 41
09120 Chemnitz
und unbedingt mit folgender Überschrift und Wortlaut:
Genehmigungsverfahren nach BImschG
Einspruch gegen die Errichtung und Betrieb einer Biogasanlage mit Aufbereitung des Gases auf Erdgasqualität (Biomethan) in Bockelwitz-Marschwitz (AZ: 44-8823/13/49)

Sehr geehrte Damen und Herren,

aus folgenden Gründen, von denen ich mich persönlich betroffen fühle, bin ich gegen das o. Bauvorhaben. .....

Bsp.: Anwohner, Touristen durch: Geruch, Lärm ,Verkehrsbelastung, Imageschaden Tourismus, Sicherheit von Fußgänger und RADFAHRERN, Gefahr der SCHÄDIGUNG DER MULDE....u.Ä. Schreibt möglichst in Druckbuchstaben und vergesst das Datum und Eure Unterschrift nicht! ACHTUNG ES IST 5 VOR 12!!! Die Abgabefrist für die Einsprüche endet am 26.04.2011! Wir danken Euch für Eure Unterstützung und hoffen mit vielen, vielen Unterschriften und Einsprüchen einen negativen Bescheid von Chemnitz zu erwirken. Interessengemeinschaft Bockelwitz-Grimma

Adresse

Marschwitz 100
Bockelwitz
04703

Allgemeine Information

Das Gewerbegebiet Marschwitz, ein geeigneter Standort für den Bau einer industriellen Biogasanlage und nur ein lokales Problem für Marschwitz? Angefacht 2004 durch das Gesetz für Erneuerbare Energien mit seinen massiven Subventionen begann der Boom der Biogasanlagen in Deutschland. Subventioniert wurden sowohl der Bau der Anlagen als auch die eingespeiste Energie. Primär sollte das Gesetz einen Anreiz für Landwirte schaffen, durch den Bau einer eigenen Biogasanlage die Abfallentsorgung durchzuführen und durch die eigene Energiegewinnung und Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz ein zusätzliches Einkommen zu generieren. Diese Rahmenbedingungen haben solche immensen Profitmöglichkeiten geschaffen, dass immer mehr Großinvestoren in diesen Branchenbereich drängen. Mittlerweile gibt es laut Presseberichten mehr als 6000 Biogasanlagen in Deutschland. Die unliebsamen Auswüchse dieses industriellen Booms sind u.a. Boden-, Gewässerbelastung und Maismonokulturen. Außerdem werden die Anbauflächen für Mensch und Tier immer knapper, was wiederum drastisch steigende Lebensmittelpreise zur Folge hat. Mittlerweile werden nicht nur kritische Äußerungen in der Bevölkerung laut, auch die Politik tritt parteiübergreifend auf die Bremse, es wurde sogar eine Bundesratsinitiative für die Änderung des Vergütungssystems für Biogasanlagen gegründet. Das schnelle Wachstum fordert aber noch einen weiteren Preis, die geeigneten Standorte für industrielle Biogasanlagen werden immer knapper. Glück für den Betreiber ...(die kein Land mehr um Dresden für den Bau einer industriellen Biogasanlage bekommen haben), dass Sie noch ein Stück Fläche im beschaulichen Gewerbegebiet Marschwitz ergattern konnten. Rein formal ist das Industriegebiet zwar nicht ein Vorrangsgebiet, prinzipiell ist der Bau einer Biogasanlage aber in diesem zulässig. Geplant ist eine industrielle Biogasanlage mit einem Rohstoffbedarf von 60000 Tonen pro Jahr und einem Volumen von 2400 Kubikmetern (Vielfaches einer durchschnittlichen kleinen landwirtschaftlichen Biogasanlage). 75% der Biomasse soll aus Maisanbau stammen. Das Gewerbegebiet Marschwitz entstand Mitte der 90er Jahre, sicher primär unter einer gut gedachten Intention von Industrieansiedlung und Arbeitsplatzschaffung, leider jedoch mitten im damaligen Landschaftsschutzgebiet und in unmittelbarer Nähe zur Mulde. Der einst bei der Planung verpflichtend vorgesehene Ausbau einer Umgehungsstraße wurde und wird nicht mehr umgesetzt. Genau diese Lage und die unzureichend ausgebauten Zufahrtswege bergen jedoch erhebliche Risiken für Umwelt und Anwohner. Biogas wird in seiner Rohform als gesundheitsschädlich und hochentzündlich eingestuft und ist in der Lage eine explosionsfähige Atmosphäre zu bilden. Auch hier gilt, je größer die Anlage, desto größer die Gefahren und Auswirkungen im Havariefall. Die Liste mit Betriebsunfällen in Biogasanlagen mit Feuer, Explosionen und nachfolgendem Austritt von größeren Mengen an Gärsubstrat ist lang, allein im Jahr 2010 wurden mehr als 37 Unfälle in Biogasanlagen dokumentiert! Diese teils mit signifikanten Umweltschäden, die Sachschäden erreichten Millionenhöhe besonders wenn der Inhalt in anliegende Gewässer ausgelaufen ist. Im Falle eines Gülleaustritts, im Rahmen einer Havarie in der Biogasanlage in Marschwitz, ergießen sich schnell mehrere hunderttausend Liter dieser Güllelawine über das Betriebsgelände, weiter über das Gewerbegebiet und im schlimmsten Fall in die Mulde. Folge kann dann eine kilometerlange Kontamination der Mulde, mit massivem Fischsterben, flussabwärts Richtung Grimma sein. Leider gibt es momentan keine erweiterten gesetzlichen Vorschriften wie zusätzliche Schutzwälle etc. für Biogasanlagen in Gewässernähe. Wie unwichtig dem Betreiber der Schutz von Umwelt und Anwohnern ist, zeigt sich beim Bau der Biogasanlage in Ossig. Zitat: “Die Dresdner Stadtwerke möchten als Betreiber der Anlage von dem ursprünglich vereinbarten Bau eines Walles befreit werden. Grund: Anders als erwartet stehen keine Erdmassen zur Errichtung des Dammes zur Verfügung. Auch ohne den Wall soll es jedoch nicht zu einer zusätzlichen Staub-, Lärm- und Geruchsbelästigung kommen.“ (DAZ 9./10. Oktober 2010) Die gut ausgebaute Infrastruktur des Gewerbegebiets mit seinen breiten Straßen und sogar eigenem Gleisanschluss, von dessen Nutzung übrigens die DREWAG ebenfalls befreit werden möchte, trifft im Bereich der Zufahrtswege auf schmale Dorfstraßen ohne Bürgersteige oder Radwege, mit einigen Nadelöhren in denen kaum zwei Lastwagen aneinander vorbei kommen. In der Spitzenbetriebszeit der Biogasanlage (April-Mai und Aug.-Nov.) kann es wie in Ossig zu „Lieferungen im Minutentakt“ (DAZ 9./10. Oktober 2010) kommen. Bei einem Lieferradius der Biomasse von 15-20 km können je nach Transportweg alle umliegenden Ortschaften betroffen sein. Diese Verkehrsbelastung führt zur erhöhten Gefährdung aller Teilnehmer im Straßenverkehr, insbesondere der Kinder. Außerdem muss man mit einem Verlust der touristischen Attraktivität der Region rechnen, vor allem des Muldenradwegs. Auch hier sind seitens der Gesetzgebung und der DREWAG keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen. Biogasanlagen mögen formal die momentanen gesetzlichen Ansprüche erfüllen. Angesichts der Vielzahl der Unfälle und der aktuellen Ereignisse sieht man jedoch, dass Sicherheit keine mathematische Größe ist, sie beruht auf Annahmen. Trotz der Notwendigkeit von alternativen Energien wäre eine kritische Prüfung und ggf. Erweiterung der Gesetze, Verordnungen und Richtlinien für Standorte der industriellen Biogasanlagen dringend notwendig. Sowohl der Gesetzgeber als auch wir alle tragen eine Verantwortung für unsere Zukunft und die unserer Kinder. Mit diesem Bewusstsein und einer vernünftigen moralischen Orientierung kann man das Gewerbegebiet Marschwitz weder als geeigneten Standort für den Bau einer industriellen Biogasanlage noch als nur ein lokales Problem für Marschwitz ansehen. Libor Orsag& Falka Oldenburg Marschitz, 30.03.2011

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