Antidiskriminierungsprogramm Schule der Vielfalt
• „Schule der Vielfalt“ setzt sich für die Akzeptanz von unterschiedlichen Lebensentwürfen ein.
• „Schule der Vielfalt“ stärkt Schulen dabei, gegen die Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen und trans* Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern vorzugehen.
• „Schule der Vielfalt“ gibt konkrete Anregungen, wie das Thema „Homo
sexualität“ in der Schule aufgegriffen werden kann.
• „Schule der Vielfalt“ macht Schulen fit für die Umsetzung der gesetzlichen Verpflichtung vor Diskriminierung zu schützen (z.B. Schulgesetz und Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) in der Schulwirklichkeit. HinterGründe
Im Unterricht sind "gleichgeschlechtliche Lebensweisen" meist kein Thema, aber doch immer wieder Thema im Schulalltag - oft in Form von Unverständnis, verbaler Abwertung oder Mobbing gegenüber einzelnen Schülerinnen und Schülern, aber auch gegenüber (vermeintlich) homosexuellen Lehrkräften. Schätzungen zufolge sind zwischen 5 - 10 % aller Menschen lesbisch oder schwul. Das heißt: In jeder Schulklasse sitzt mindestens eine lesbische Schülerin oder ein schwuler Schüler, und in jedem Kollegium gibt es lesbische Lehrerinnen und schwule Lehrer. Häufig sind sie jedoch nicht sichtbar. Denn ein selbstverständlicher Umgang mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten ist an deutschen Schulen alles andere als selbstverständlich. Im Gegenteil:
• Mehr als die Hälfte der Schüler_innen sind Homosexuellen gegenüber negativ eingestellt. Dieser Trend setzt sich negativ fort.
• Zwei Drittel der Schüler_innen verwenden „schwul“ oder „Schwuchtel“ und mehr als ein Drittel „Lesbe“ als Schimpfwort.
• Lesbische, schwule, bisexuelle und *trans – Jugendliche erleben in ihren Schulen Beschimpfungen, Beleidigungen und körperliche Gewalt. Geschichte von Schule der Vielfalt
Zurück geht das Projekt auf eine Initiative der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW und SchLAu NRW im Jahr 2008. Ein Auslöser dafür war die Kenntnis von konkreten, zum Teil schwerwiegenden, Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen. Bei der weiteren Evaluation des Themas wurde deutlich, dass an vielen Schulen ein Klima herrscht, das von Unwissen, Ängsten, Vorurteilen und feindlichen Haltungen gegenüber Homosexualität geprägt ist. Seit 2012 ist das Schulministerium Kooperationspartner von „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“. Schulministerin Sylvia Löhrmann betonte am 26.10.2012 bei der Unterschrift unter den Kooperationsvertrag, dass die Schule ein Ort sein soll, „an dem Jugendliche sich sicher fühlen und an dem sie frei von Ängsten und selbstbewusst zu ihrer sexuellen Identität stehen können. Für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft ist es von großer Bedeutung, dass gerade in den Schulen Vielfalt und Verschiedenheit gelebt und wertgeschätzt wird“. Projektschulen – aktiv und gut informiert
• Am Projekt „Schule der Vielfalt“ teilnehmende Schulen führen z. Projekttage, Filmnachmittage und Workshops durch.
• Fortbildungen zu LSBTI*-Lebensweisen und die Teilnahme am Vernetzungstreffen der teilnehmenden Schulen stärken Wissen und Akzeptanz von unterschiedlicher sexueller und geschlechtlicher Identität.
• Die Schulen zeigen durch das sichtbare Anbringen des Projektlogos in der Öffentlichkeit: Wir sind offen! Kooperation mit dem Aufklärungsprojekt SchLAu
SchLAu steht für Schwul Lesbisch Bi Trans* Aufklärung in NRW und ist die Vernetzung von lokalen SchLAu-Gruppen aus ganz Nordrhein-Westfalen. SchLAu NRW bietet lebendige Workshops mit authentischen, qualifizierten ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter_innen. Die Workshops leben von lebendigen Methoden, bei denen Jugendliche ihr Wissen, ihre Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber Lesben und Schwulen reflektieren und verändern können. Diese Workshops sind ein integraler Bestandteil des Projektes „Schule der Vielfalt - Schule ohne Homophobie“. Schulen, die mit SchLAu zusammenarbeiten wollen, können Workshops bei den regionalen Gruppen buchen.Die Landeskoordination des Projektes SchLAu ist beim Schwulen Netzwerk NRW e.V. in Köln angesiedelt. Die Internetseite lautet: www.schlau-nrw.de
Mitmachen! - Ob als Klasse oder ganze Schule, so ist Mitmachen möglich:
• Sich selbst und andere über das Projekt und mögliche Aktivitäten informieren.
• Die Homepage www.schule-der-vielfalt.de nutzen! Dort werden Unterrichtsmaterialien, ausgewählte Filme und Literatur sowie Ideen für Projektstunden vorgestellt.
• Mit dem Facebook-Profil vom Projekt verlinken:
www.facebook.com/schuledervielfalt
•„SchLAu“ einladen! Die Möglichkeit alle Fragen zu „Homosexualität“ loszuwerden, bieten die lokalen ehrenamtlichen Teams von SchLAu
Koordination von Schule der Vielfalt
Durch die Kooperation mit dem Schulministerium gibt es seit August 2012 in NRW eine hauptamtliche Landeskoordination des Projekts „Schule der Vielfalt“. Angesiedelt ist die Landeskoordination bei den Fachberatungsstellen der Rosa Strippe e.V. in Bochum und dem RUBICON (Träger: Sozialwerk für Lesben und Schwule e.V.) Der Landeskoordinator ist dafür an die Bezirksregierung Köln abgeordnet. Er steht Schulen und Schulbehörden mit Rat und Tat zur Seite, z. mit konkreten Anregungen, wie das Klima für Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Trans*Menschen in der Schule verbessert werden kann - im Sinne einer Bereicherung von Bildung durch Vielfalt und im Interesse der gesamten Schulgemeinschaft. Für das Schulprojekt stehen auf der zentralen Homepage www.schule-der-vielfalt.de Informationen und Materialien bereit, die Schulen dabei unterstützen, sich für die Ziele des Projektes einzusetzen. Die Landeskoordination von Schule der Vielfalt hat ihren Sitz in Bochum und Köln:
• beim RUBICON: 0221 / 27 66 999 69
Telefax: 0221 / 27 66 999 77
RUBICON / Sozialwerk für Lesben und Schwule e.V. Rubensstraße 8-10
50676 Köln
www.rubicon-koeln.de
• bei der Rosa Strippe: 02 34 / 640 40 77
Telefax: 02 34 / 516 57 67
Rosa Strippe e.V. Kortumstraße 143
44787 Bochum
www.rosastrippe.de
Schulorganisatorisch ist die Landeskoordination an die Bezirksregierung Köln angesiedelt. Direkter Kontakt zur Landeskoordination „Schule der Vielfalt – Schule ohne Homophobie“
Büro Köln (c/o Rubicon): 0221 / 27 66 999 69
Büro Bochum (c/o Rosa Strippe): 02 34 / 640 40 77
E-Mail: [email protected] | www.schule-der-vielfalt.de