03/03/2026
Ein voller Erfolg war die 25. Auflage des Full english Breakfast am 22.2.2026. Andreas Becker, Vorsitzender der DBG, konnte mit seinem Team 85 Gäste im Vereinslokal "Zur Glocke" an der Alfred-Flender-Straße begrüßen.
Das BBV (Bocholter Borkener Volksblatt) berichtete im Anschluss ausführlich, danke dafür!
"Die Deutsch-Britische Gesellschaft Bocholt hat zum 25. Mal ein „Full English Breakfast“ serviert. Zwei ihrer Experten erklären, was dazu gehört: Mit einem Vorurteil räumen Karl Gerd Geßner und Andreas Becker entschieden auf: dass die englische Küche miserabel sei. Wer das behaupte, habe „nicht die richtigen persönlichen Erfahrungen in den Familien gemacht“, sagt Geßner, langjähriger ehemaliger Vorsitzender der Deutsch-Britischen Gesellschaft (DBG) Bocholt und zugleich deren Ehrenvorsitzender. Seit Gründung der Gesellschaft und ihres Pendants in Bocholts englischer Partnerstadt Rossendale vor über 40 Jahren kann er davon nur Gutes berichten. Becker, seit dreieinhalb Jahren Vorsitzender, pflichtet ihm im BBV-Gespräch bei.
Jedes Jahr ausverkauft
Diese Ehrenrettung der englischen Gastronomie ist an dieser Stelle nicht unwichtig. Denn am vergangenen Sonntag (22.2.) hat die Deutsch-Britische Gesellschaft zum 25. Mal ihr „Full Englisch Breakfast“ ausgerichtet, sozusagen ein englisches Frühstück mit allen Schikanen. „Das ist jedes Jahr ausverkauft“, berichtet Andreas Becker. Und jedes Mal nähmen seit 25 Jahren 80 bis 90 Personen daran teil. Es seien auch schon mal über 100 gewesen, erinnern sich die beiden, aber das zehn- bis zwölfköpfige Vorstandsteam, das alles organisiere und vorbereite, müsse der Besucherzahl gewachsen sein.
„Für 85 Leute zu kochen ist schon was“, stellt Andreas Becker fest. „Wir packen die Glocke voll“, deutet er auf das Vereinslokal „Zur Glocke“ an der Alfred-Flender-Straße. Dort hat das „Full Englisch Breakfast“ auch in diesem Jahr stattgefunden.
Ein Anlass, sich zu treffen
Karl Gerd Geßner, der vor 25 Jahren auf die Idee zu dieser Veranstaltung gekommen ist, blickt zurück: „Schon 2001 hatten wir über 80 Teilnehmer“, erzählt er. Das erste „Full English Breakfast“ der DBG fand in der Parkgaststätte „Haus Knuf“ am Bocholter Heutingsweg statt. „Man musste erst mal eine Gaststätte finden, die ihre Küche zur Verfügung stellt“, erinnert sich Andreas Becker. Die Idee hinter dem „Full English Breakfast“ bringen er und Geßner so auf den Punkt: „Neben den einzelnen Veranstaltungen der Deutsch-Britischen Gesellschaft etwas zu organisieren, wo nach Möglichkeit sehr viele Mitglieder hinkommen können.“ Seitdem bietet die DBG, die derzeit 340 Mitglieder hat, einmal im Jahr ein original englisches Frühstück an.
Es sei „ein Highlight“, sich so zu treffen, findet Karl Gerd Geßner. „Ein Höhepunkt im Vereinsjahr“, bestätigt Andreas Becker. „Ab 10 Uhr geht ein Duft durch den Saal“, schwärmt Geßner. „Da werden die englischen Geschmacksnerven geweckt.“ – „Man blickt in die Gesichter glücklicher Menschen“, beschreibt Becker die Atmosphäre im Saal. „Da freuen sich viele das ganze Jahr drauf.“ Von den Mitgliedern der DBG, die zum Frühstück kämen, seien die meisten „Wiederholungstäter“.
Aber was genau gehört denn nun zu einem „Full English Breakfast“? „Bacon and eggs, Eier und Speck“, zählt Karl Gerd Geßner als Erstes auf. „Scrambled eggs“, Rührei, fügt er hinzu. Also keine Spiegeleier? „Man kann wählen“, erläutert Andreas Becker. „Spiegel- oder Rührei. Man nimmt auf jeden Fall Champignons dazu.“ Becker, der für das Frühstück sämtliche Zutaten besorgt, stellt seinerseits eine Frage: „Was schätzen Sie, wie viele Eier ich für rund 90 Personen kaufe?“ Vielleicht 3 pro Gast, also etwa 300? Becker lächelt anerkennend: Das treffe es, 300 Eier – „und die gehen weg“.
„Bei uns ist auch Black Pudding dabei“, listet Geßner weiter auf. „Blutwurst“, erklärt Becker. Die werde in Stücke von einem Zentimeter geschnitten, in Mehl gewendet und in der Pfanne gebraten. In England wetteiferten Metzger darum, „wer den besten Black Pudding macht“, berichtet Karl Gerd Geßner. Zum „Full English Breakfast“ gehörten zudem braune Bohnen, sagt er. Die würden in einer pikanten Tomatensauce serviert, erläutert Andreas Becker. Außerdem wären da noch kleine Grillwürstchen, Toast und Cheddarkäse sowie original englische Marmelade. Und natürlich Tee, wenngleich sich in England zunehmend der Kaffee durchgesetzt hat. Zu der Menge, die die Anwesenden verputzen, sagt Becker: „Man geht so oft, wie man Hunger hat.“ Den sparen sich manche angeblich ein bis zwei Tage vorher auf.
Damit alles bereitsteht, wenn die Gäste in der „Glocke“ eintreffen, kommt der Vorstand der DBG bereits um 8 Uhr, jeder mit einer schwarzen Schürze, auf der in goldener Schrift „Buckingham Palace“ steht. Die hat Karl Gerd Geßner eben dort für alle gekauft. Und seine eigene nun am Sonntag zurückgegeben, „weil ich nicht mehr hinter der Pfanne stehe“. Er betont: „Ohne die vielen Helfer, die an so einem Morgen über Stunden da sind, ginge es nicht.“ Sie seien auch dafür zuständig, den Saal mit Frühlingsblumen und britischen Fähnchen zu schmücken. Die DBG setze sich ein für englische Sprache und Kultur, sagt Geßner. Dazu gehöre auch englisches Essen. „Auf die Spezialitäten, die ein Land hat“, müsse man sich einlassen.
Andreas Becker stellt klar: Ein solch reichhaltiges Frühstück gebe es auch in Großbritannien nicht jeden Tag, höchstens sonntags. Und er ist ehrlich: Auf einer Rundreise durch Schottland sei ihm das „Full English Breakfast“ nach zehn Tagen zu viel geworden: „Dann habe ich mir meinen Tee genommen und mich in die Sonne gesetzt.“