11/09/2026
Ein kleiner Schwan, ein großer Einsatz – und ein Happy End
Vorgestern wurde dieser kleine Schwan auf einer Straße in Wörth gefunden und ins Schaufele gebracht. Leider wurde dabei nicht sichergestellt, ob und wo sich seine Elterntiere befinden.
Heute erreichte uns dann der Anruf: Ein Jungschwan schwimmt allein auf dem Wasser. In der Nähe befindet sich zwar ein adultes Tier – doch es kümmert sich nicht um den Kleinen.
Die Dame vor Ort rief zunächst die Feuerwehr. Da auch die Einsatzkräfte die Situation nicht sicher einschätzen konnten, wurde ich dazu gerufen.
Wir verabredeten uns für 17 Uhr.
Die Feuerwehr erklärte sich sofort bereit, mit einer Mannschaft vor Ort zu sein und ein Boot mitzubringen.
Vor Ort zeigte sich sehr schnell: Der Jungschwan gehört nicht zu dem adulten Tier. Dieses verschwand umgehend außer Sichtweite.
Der Kleine hatte sich inzwischen einer Gruppe Kanadagänse angeschlossen. Kanadagänse sind ausgesprochen soziale Tiere und akzeptieren durchaus fremde Wasservögel in ihrer Gruppe. Aber sie kümmern sich natürlich nicht um ein Schwanenküken.
Der Kleine war völlig entkräftet. Für mich war deshalb klar: Wir müssen ihn sichern.
Die Feuerwehr bereitete das Boot vor und gemeinsam mit einem Feuerwehrmann ging ich im Paddelboot aufs Wasser. Rund 400 Meter paddelten wir dem kleinen Kerl hinterher.
Schließlich konnten wir ihn ans Ufer treiben, wo er in einem Gestrüpp landete.
Dort konnte ich ihn zwar mit dem Kescher sichern – aber nicht ins Boot bekommen. Also blieb nur eines: ab ins Wasser.
Wieder zurück an Land, klatschnass bis auf die Knochen, freuten sich die Kameraden vor Ort riesig, dass es geklappt hatte.
Gemeinsam hatten wir es geschafft: Wir konnten ein Leben retten.
Und jetzt?
Jetzt ist der Kleine hier. Getrocknet, warm und sicher. Und er schläft gerade vermutlich den sichersten Schlaf seines bisherigen Lebens.
Denn er hat heute nicht nur eine ganze Feuerwehrmannschaft kennengelernt, sondern auch den besten Kükensitter der Welt: meinen Sohn.
Danke, Feuerwehr Wörth am Rhein
Von Herzen möchte ich mich bei der Feuerwehr Wörth bedanken.
Nicht nur dafür, dass ihr sofort bereit wart, für einen kleinen Schwan in den Einsatz zu gehen und ohne zu zögern Mannschaft und Boot zur Verfügung gestellt habt.
Besonders wertvoll finde ich, dass ihr die Situation bei der ersten Sichtung nicht einfach auf euch beruhen lassen habt, obwohl zunächst nicht eindeutig klar war, ob überhaupt ein Eingreifen notwendig ist. Stattdessen wolltet ihr euch eine fachkundige Meinung einholen und die Situation gemeinsam richtig einschätzen.
Genau das ist für mich gelebter Tierschutz: Nicht wegschauen, nicht vorschnell handeln, aber auch nicht einfach sagen: „Wird schon passen.“ Sondern hinschauen, nachfragen, eine Situation fachkundig beurteilen und handeln, wenn ein Tier unsere Hilfe braucht.
Danke an jeden einzelnen Kameraden, der heute dabei war, mit angepackt, gepaddelt, gesucht und mitgefiebert hat.
Es ist schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die auch für ein kleines, scheinbar unscheinbares Leben alles geben.
Schlaf gut, kleiner Mann. Du bist jetzt erst einmal in Sicherheit.