06/04/2022
*** Durchatmen ist nicht ***
Unsere letzte IRHB-Aktivität auf dieser Seite liegt bereits einige Zeit zurück. Wer meint, es sei eine Zeit des Luftholens oder gar der Ermüdung gewesen, irrt.
Manche unserer Projekte tauchen bedauerlicherweise immer wieder beharrlich auf — auch wenn sie irgendwann einmal den Status „erledigt“ hatten. Das zeigt, dass wir zwar an den richtigen Dingen arbeiten, die gleichgültigen Menschen oder gar AbrissbefürworterInnen aber einen teils sehr langen Atem haben. Sie suchen weiter nach Wegen, ihre Ziele zu erreichen.
Im Einzelnen:
+++ 1. Juister Bahnhof +++
Dieses im Laufe der Jahre durch wirtschaftliche Interessen verschandelte historische Bauwerk hat mit dem mittlerweile fertiggestellten Anbau eine weitere üble Misshandlung erfahren.
Die Geschäftsinteressen weniger Menschen, denen es gleichgültig ist, dass ihr Vorgehen den Verdacht von Korruption erweckt, haben sich durchgesetzt.
Die Behörden haben dem keinen Riegel vorgeschoben: Der neue Anbau steht nun in seiner ganzen, hässlichen Pracht und wird auf Facebook von Schickeria und Opportunisten erfreut beklatscht.
+++ 2. Ahrenshooper Kleinhempel-Haus +++
Was vor einigen Monaten als „gerettet“ eingestuft wurde, ist durch Brandstiftung verschwunden. Wie man lesen kann, war im Januar 2022 der wohl dritte Versuch „erfolgreich“.
Die AktivistInnen vor Ort zeigten kein gesteigertes Interesse, die angebotetne Unterstützung der IRHB anzunehmen. Wir wurden eher geblockt. Die „Sorgfalt“ der Leute vor Ort zeigt sich unter anderem darin, dass die Petition zur Rettung des Kleinhempel-Hauses auch heute noch unterzeichnet werden kann — was auch Monate nach dem Brand immer noch geschieht. Dass dort keine Updates zur Situation stehen, bestätigt den miserablen Eindruck.
Wieso die Verantwortlichen und AktivistInnen vor Ort meinten, dass nach zwei Abfackelversuchen kein dritter erfolgen würde, erschliesst sich nicht. Ob dort jemand wahrgenommen hat, dass es eben nicht ausreicht, IgB-Schilder in die Kamera des von vor Ort berichtenden Fernsehen zu halten?
Natürlich hätten nach zwei gescheiteren Abfackelversuchen Vorsorgemassnahmen getroffen werden müssen!
+++ 3. Bet- und Backhaus Gardelegen +++
Auch hier war eine Rettung bereits der erfreuliche Status — doch die Bürgermeisterin Mandy Schumacher hat letztes Jahr in ihrer Funktion als Vorstandsvorsitzende der Eigentümerin einen weiteren Abrissantrag angekündigt. Diesmal wird der Antrag dann vermutlich wenigstens formal richtig erfolgen und die beteiligte Wobau GmbH ihn zusammen mit der Eigentümerin stellen. Vorstandsvorsitzende der Wobau GmbH: Mandy Schumacher.
Ob der Antrag mittlerweile tatsächlich gestellt wurde, ist uns nicht bekannt. Sollte das jedoch geschehen, so werden wir den Fall wieder aufgreifen und uns mit unseren Mitteln für den Erhalt des Bet- und Backhauses einsetzen.
+++ 4. Bacharacher Gerbhaus +++
Sieben Jahre lang wurde die Notsicherung durch die Denkmalschutzbehörde aufs Übelste verschludert. Dann endlich, im November 2021, erfolgte sie. Das war zwar keine „Rettung“, aber ein wichtiger Schritt dazu.
Nun droht neue Gefahr: Es sollten Stellplätze für Pkw im Erdgeschoss dieses Kulturdenkmals eingerichtet werden. Der Denkmalschutz soll diesem Plan zustimmen. Auch hier müssen wir wieder tätig werden.
Fazit
Wir müssen feststellen, dass wir zu wenig erreichen. Eine Aktivierung oder gar Mobilisierung von AltbauschützerInnen findet in viel zu geringem Maße statt. Offenbar reicht das, was wir tun, nicht aus.
Was ist so schwierig daran, unsere gemeinsamen Interessen besser zu bündeln? Über Ansichten, Einsichten, Ideen und andere fokussierte (!) Kommentare freuen wir uns.
-Frank, IRHB
Wir retten historische Bauten. Die Initiative zur Rettung historischer Bauten (IRHB) ist bundesweit tätig. Machen Sie mit!