26/05/2026
Du kennst das vielleicht: Du bekommst eine gute Note und jemand sagt überrascht: „Das hätte ich gar nicht gedacht.“ Du möchtest an einer Klassenfahrt teilnehmen und plötzlich wird diskutiert, ob das organisatorisch überhaupt möglich ist. Du brauchst Unterstützung und musst erklären, warum. Schon wieder.
Als Mädchen mit Behinderung lernst du früh, dass andere deine Fähigkeiten, deine Entscheidungen und manchmal sogar deinen Platz in der Gesellschaft infrage stellen.
Die Frage ist nur: Was passiert, wenn aus dieser Haltung Politik wird?
Genau damit beschäftigt sich die neue Analyse des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Ihr Ergebnis ist deutlich: Die AfD ist eine Gefahr für Menschen mit Behinderungen.
Die Analyse beschreibt ein Menschenbild, das Menschen nach Leistung, Nützlichkeit und gesellschaftlichem Wert beurteilt.
Wenn Inklusion als Belastung dargestellt wird, wenn Barrierefreiheit angeblich zu teuer ist oder wenn Unterstützung ständig infrage gestellt wird, geht es um mehr als einzelne politische Forderungen. Es geht darum, wer als selbstverständlich dazugehört – und wer seinen Platz immer wieder rechtfertigen soll.
Viele behinderte Mädchen kennen diese Erfahrung. Du willst lernen, Freundinnen treffen, Pläne für deine Zukunft machen und über dein eigenes Leben entscheiden. Dinge, die für andere selbstverständlich sind.
Doch sobald Unterstützung, Barrierefreiheit oder Nachteilsausgleiche ins Spiel kommen, wird oft über Kosten, Aufwand und Grenzen gesprochen.
Genau darin liegt die Gefahr, vor der die Analyse warnt.
Denn aus solchen Vorstellungen werden politische Entscheidungen. Dann wird darüber diskutiert, ob Inklusion zu teuer ist, ob Barrierefreiheit wirklich nötig ist oder ob Unterstützung gekürzt werden kann.
Schülerinnen, die eine barrierefreie Schule brauchen. Junge Frauen, die selbstbestimmt leben wollen. Menschen, die Assistenz benötigen, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Unsere Freiheit, unsere Selbstbestimmung und unsere Teilhabe sind keine Sonderwünsche.
Sie sind Rechte.
Unser Platz in dieser Gesellschaft ist eine Tatsache. Er steht nicht zur Debatte.
!b