01/06/2026
Sechs Gartengewohnheiten, die im Sommer Igel verletzen oder töten — und was stattdessen hilft.
Mähroboter in der Dämmerung und nachts. Igel sind nachtaktiv und beginnen ihre Futtersuche in der Abenddämmerung. Mähroboter arbeiten leise und flach über dem Boden. Igel fliehen nicht vor ihnen — sie rollen sich zusammen, und die rotierenden Messer treffen sie frontal. Igelstationen melden seit Jahren steigende Zahlen an Mähroboter-Verletzungen: abgetrennte Nasen, aufgeschlitzte Beine, skalpierte Stachelflächen. Die meisten dieser Tiere sterben, die wenigen Überlebenden bleiben dauerhaft verstümmelt. Mähroboter gehören ausschließlich in die Mittagsstunden — zwischen zehn und sechzehn Uhr, wenn Igel in ihren Tagesverstecken schlafen.
Freischneider am Beetrand ohne vorherige Kontrolle. Rasentrimmer mit Nylonfaden arbeiten auf exakt der Höhe, in der Igel tagsüber unter Hecken und an Beetkanten ruhen. Ein schlafender Igel im Laub unter dem Liguster ist für den Gärtner unsichtbar — der Freischneider trifft ihn, bevor irgendjemand reagieren kann. Die Verletzungen gleichen denen durch Mähroboter: tiefe Schnittwunden im Gesicht und an den Extremitäten. Dreißig Sekunden Kontrolle vor dem Schneiden verhindern das. Einmal mit dem Fuß ins Gebüsch klopfen, kurz warten, erst dann arbeiten.
Metaldehyd-Schneckenkorn im Beet. Vergiftete Schnecken taumeln über die Oberfläche und werden zur leichten Beute. Der Igel frisst drei, vier, fünf davon — das Gift akkumuliert, bis Zittern, Krämpfe und Speichelfluss einsetzen. Dann stirbt er an dem Mittel, das für die Schnecken gedacht war. Eisen-III-Phosphat gilt als weniger gefährliche Alternative, greift aber ebenfalls in die Nahrungskette ein. Schneckenzäune um gefährdete Beete, Bretter als Sammelfallen über Nacht und der Igel selbst — der ohnehin Schnecken frisst — ersetzen das Gift ohne Kollateralschaden.
Gartennetze auf dem Boden. Vogelschutznetze über Beerensträuchern, Teichnetze, lose Fußballtornetze — alles, was flach am Boden liegt oder lose herunterhängt, wird zur Falle. Igel verfangen sich darin und wickeln sich bei jedem Befreiungsversuch fester ein. Die Nylonfäden schnüren Gliedmaßen ab, schneiden in die Haut, strangulieren. Manche Tiere werden erst nach Tagen gefunden — dehydriert, von Fliegenmaden befallen, mit abgestorbenen Beinen. Gartennetze immer straff und mindestens dreißig Zentimeter über dem Boden spannen. Abends kontrollieren, ob sich etwas verfangen hat.
Wasserbehälter ohne Ausstieg. Igel trinken viel und suchen in heißen Sommernächten aktiv nach Wasserquellen. Eimer, Gießkannen, Regentonnen und Planschbecken mit glatten Wänden werden zur Todesfalle — der Igel fällt hinein, findet keinen Halt und ertrinkt. Jeder offene Wasserbehälter im Garten braucht einen Ausstieg: ein schräg angelehntes Brett, einen flachen Stein als Stufe oder ein über den Rand hängendes Handtuch. Regentonnen brauchen einen Deckel. Planschbecken nach der Benutzung leeren.
Kompost umsetzen und Reisighaufen entfernen im Hochsommer. Igel-Weibchen werfen ihre Jungen im Juni und Juli — in Nestern aus Laub, Gras und Moos, versteckt in Komposthaufen, unter Reisig, in Hohlräumen am Hochbeetrand. Das Nest sieht aus wie ein loser Haufen Gartenabfall. Wer zwischen Juni und September den Kompost umschichtet oder den Reisighaufen wegräumt, zerstört möglicherweise ein Nest mit drei bis fünf Jungigeln. In dieser Zeit den Kompost ruhen lassen, Reisighaufen nicht anrühren und vor jeder Arbeit an Heckenrändern kurz innehalten — hinhören, hinschauen, vorsichtig sein.
Gartenpflege im Sommer und Igelschutz widersprechen sich nicht. Es braucht nur den Blick nach unten, bevor das Werkzeug ansetzt.