Kunststiftung Ruth Baumgarte

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Kunststiftung Ruth Baumgarte 2012 hat die Künstlerin Ruth Baumgarte im Alter von 88 Jahren die Kunststiftung Ruth Baumgarte gegrün Dem Beirat gehören neben Frau Brauer u.a.

Ruth Baumgarte (1923 - 2013), Stifterin des nach ihr benannten Kunstpreises, studierte von 1941 bis 1944 an der Hochschule für bildende Künste Berlin. Sie arbeitete als Illustratorin für Presse und Buchverlage, bevor sie sich Anfang der 1970er Jahre ausschließlich freiem künstlerischen Arbeiten zuwandte. Infolge zahlreicher Reisen in vorwiegend süd- und ostafrikanische Länder entstand ein expressives Werk, welches stark am Menschen ausgerichtet und von der Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen und globalen Fragestellungen durchdrungen ist. Der rund 100 Arbeiten umfassende Afrika-Zyklus der Künstlerin war zuletzt im Ludwig Museum Koblenz (2017/18), im Ludwig Museum des State Russian Museum St. Petersburg (2018) und im Städtischen Museum Braunschweig (2019) zu sehen. Wenige Monate vor ihrem Tod gründete die Künstlerin 2012 die gemeinnützige Kunststiftung Ruth Baumgarte, die nicht nur ihr umfangreiches, eigenes künstlerisches Werk für namhafte institutionelle Ausstellungen verwaltet, sondern auch alljährlich einen entsprechend gut dotierten Kunstpreis an eine/n gegenständlich arbeitende/n Künstlerin/Künstler verleiht. Den Vorsitz der Stiftung bekleidet Sohn Alexander Baumgarte auf Lebenszeit. Herr Dr. Reinhard Spieler (Direktor des Sprengel Museums Hannover), Frau Bettina Steinbrügge (Direktorin des Hamburger Kunstvereins), Herr Christian Nagel (Galerie Nagel Draxler) sowie Frau Ingeborg Henze-Ketterer und Herr Dr. Wolfgang Henze (Galerie Henze & Ketterer, Wichtrach/Bern und Nachlassverwaltung Ernst Ludwig Kirchner) an.

AUSGEZEICHNET!Der Kunstpreis Ruth BaumgarteKader Attia – der zweite Preisträger2016 wurde Kader Attia (*1970 in Dugny, F...
11/10/2026

AUSGEZEICHNET!

Der Kunstpreis Ruth Baumgarte
Kader Attia – der zweite Preisträger
2016 wurde Kader Attia (*1970 in Dugny, Frankreich) mit dem zweiten Kunstpreis Ruth Baumgarte ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand in der Berlinischen Galerie statt.

Im Zentrum seines international vielbeachteten Werks stehen die Folgen von Kolonialismus, kultureller Entwurzelung und gesellschaftlicher Gewalt. Mit Skulpturen, Installationen, Fotografien und Filmen untersucht Attia, wie Geschichte in Körpern, Dingen und Erinnerungen fortwirkt. Ein Schlüsselbegriff seines Schaffens ist die „Reparatur“: Verletzungen und Brüche werden nicht unsichtbar gemacht, sondern als Teil von Geschichte offengelegt.
Eine besondere Nähe zu Ruth Baumgartes Werk liegt dabei weniger in der künstlerischen Form als in der Haltung: Beide richten den Blick auf den Menschen in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Umbrüche und fragen nach den Spuren, die Geschichte, Gewalt und Veränderung hinterlassen.

Im Jahr seiner Auszeichnung mit dem Kunstpreis Ruth Baumgarte erhielt Attia auch den renommierten Prix Marcel Duchamp. Seither wurde sein Werk in zahlreichen internationalen Ausstellungen präsentiert und vielfach gewürdigt.
Mit Kader Attia zeichnete die Kunststiftung einen Künstler aus, dessen Werk ästhetische Präzision mit einer ebenso kritischen wie eindringlichen Auseinandersetzung mit den politischen und kulturellen Konflikten unserer Gegenwart verbindet.

Kader Attia – 2. Kunstpreis Ruth Baumgarte

Gegenwartskunst ContemporaryArt ArtAward

AUSGEZEICHNET!Der Kunstpreis Ruth BaumgarteJudith Hopf – die erste PreisträgerinMit Judith Hopf begann die Geschichte de...
04/10/2026

AUSGEZEICHNET!

Der Kunstpreis Ruth Baumgarte
Judith Hopf – die erste Preisträgerin
Mit Judith Hopf begann die Geschichte des Kunstpreises Ruth Baumgarte. Im Januar 2015 wurde die Berliner Künstlerin in der Kunsthalle Bielefeld als erste Preisträgerin ausgezeichnet.

Judith Hopf (*1969 in Karlsruhe) bewegt sich zwischen Skulptur, Film, Zeichnung, Installation und Performance. Mit hintergründigem Humor verwandelt sie vertraute Materialien und alltägliche Formen und richtet den Blick auf gesellschaftliche Konventionen und die Bedingungen unseres Zusammenlebens.

Diese besondere Verbindung von kritischer Beobachtung, Humor und künstlerischem Eigensinn überzeugte auch den Beirat der Kunststiftung Ruth Baumgarte. In seiner Begründung hieß es:
„Mit ihren stets aktuellen und ethischen Fragestellungen thematisiert Hopf auf tiefgründige karikatureske Weise unsere gegenwärtigen Verhältnisse und lenkt ihre Kunst damit in eine progressive wegweisende Richtung.“

Bereits vor der Auszeichnung war Judith Hopf international präsent, unter anderem auf der dOCUMENTA (13). In den folgenden Jahren setzte sich diese Entwicklung mit Ausstellungen in bedeutenden Institutionen in Europa und den USA fort – vom Museion in Bozen und dem Hammer Museum in Los Angeles über die KW in Berlin bis nach Paris und New York.

Im Rückblick zeigt sich damit auch das Profil, das den Kunstpreis von Beginn an prägt: die Würdigung eigenständiger künstlerischer Positionen, unverwechselbarer Handschriften und neuer Perspektiven auf unsere Gegenwart.
Judith Hopf – Kunstpreis Ruth Baumgarte 2015

Gegenwartskunst ContemporaryArt

AUSGEZEICHNET! – Der Kunstpreis Ruth BaumgarteWas bedeutet es, das Vermächtnis einer Künstlerin lebendig zu halten?Für d...
27/09/2026

AUSGEZEICHNET! – Der Kunstpreis Ruth Baumgarte

Was bedeutet es, das Vermächtnis einer Künstlerin lebendig zu halten?

Für die Kunststiftung Ruth Baumgarte bedeutet es mehr, als ein bedeutendes Œuvre zu bewahren, wissenschaftlich zu erforschen und international sichtbar zu machen. Es bedeutet auch, den Blick nach vorn zu richten – auf die Kunst unserer Gegenwart und auf jene Künstlerinnen und Künstler, die mit eigenständigen Positionen neue Perspektiven auf den Menschen und seine Zeit eröffnen.

Ruth Baumgarte (1923–2013) verstand Kunst als aufmerksame Beobachtung der Welt. Über Jahrzehnte setzte sie sich mit gesellschaftlichen Veränderungen, menschlichen Lebensbedingungen und den Spannungen ihrer Gegenwart auseinander. Ihr Werk verbindet künstlerische Eigenständigkeit mit einem besonderen Interesse am Menschen.

An diese Haltung knüpft der Kunstpreis Ruth Baumgarte an. Er würdigt herausragende Positionen der Gegenwartskunst und schafft Aufmerksamkeit für Künstlerinnen und Künstler, deren Werke durch eine unverwechselbare Bildsprache und eine intensive Auseinandersetzung mit ihrer Zeit geprägt sind.

So verbindet die Stiftung mit ihrem Kunstpreis zwei Aufgaben: das Bewahren eines künstlerischen Vermächtnisses und die Öffnung zur Gegenwart

In den kommenden Wochen stellen wir die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger des Kunstpreises Ruth Baumgarte vor. Ihre Werke, Themen und künstlerischen Handschriften könnten unterschiedlicher kaum sein – und gerade darin zeigt sich die Offenheit des Preises.

Eine Einladung, zeitgenössische Kunst neu zu entdecken.

Ayeye! – Das Gesicht des MenschenDen Abschluss unserer Serie zu „Ayeye!“ im Iwalewahaus Bayreuth bilden zwei Selbstbildn...
16/09/2026

Ayeye! – Das Gesicht des Menschen

Den Abschluss unserer Serie zu „Ayeye!“ im Iwalewahaus Bayreuth bilden zwei Selbstbildnisse, die kaum unterschiedlicher sein könnten – und gerade deshalb einen eindringlichen Dialog eröffnen. Ruth Baumgartes „Selbstportrait (unvollendet)“ (um 2011) und Ibrahim El-Salahis „Self-Portrait of Suffering“ (1961) lösen sich von der Tradition des repräsentativen Selbstbildnisses. Das eigene Gesicht wird zum Ausdruck innerer Erfahrung.

Ruth Baumgarte (1923–2013) schuf ihr Selbstporträt in den letzten Jahren ihres Lebens. Mit wenigen Linien in brauner Kreide entsteht ein Bild, das bewusst fragmentarisch bleibt. Große Partien des Papiers sind unberührt, Konturen lösen sich auf, das Antlitz scheint sich im hellen Grund zu verlieren. Gerade das Unvollendete verleiht dem Werk seine berührende Offenheit: Es erscheint weniger als abgeschlossenes Porträt denn als stilles Nachdenken über die eigene Existenz.

Ibrahim El-Salahi (*1930, Sudan) wählt einen anderen Weg. Sein „Self-Portrait of Suffering“ verwandelt das Gesicht in eine expressive Chiffre des Leidens. Übersteigerte Augen, langgezogene Formen und verdichtete Linien lösen das Individuelle zugunsten einer universellen Erfahrung auf. Das Selbstbildnis wird zum Sinnbild menschlicher Verletzlichkeit und verbindet afrikanische Formensprachen mit den Ausdrucksmöglichkeiten der internationalen Moderne.

Im Gegenüber zeigt sich, wie unterschiedlich das eigene Selbst künstlerisch befragt werden kann: Baumgarte sucht die Wahrheit in Reduktion und Fragment, El-Salahi in expressiver Verdichtung. Beide führen den Blick vom äußeren Erscheinungsbild zum Inneren des Menschen. Das Selbstporträt wird zur existenziellen Frage nach Identität, Vergänglichkeit und Menschlichkeit.
Mit diesem Dialog schließt sich der Kreis von „Ayeye!“: nicht mit einer Antwort, sondern mit der Einladung, den Menschen in seiner Verletzlichkeit, Würde und Offenheit neu zu betrachten.

AYEYE! – Zwei Bilder, ein existenzielles ThemaWie unterschiedlich lässt sich ein menschliches Drama erzählen?In der Auss...
06/09/2026

AYEYE! – Zwei Bilder, ein existenzielles Thema

Wie unterschiedlich lässt sich ein menschliches Drama erzählen?

In der Ausstellung AYEYE! begegnen sich Ruth Baumgartes „Der Entschluss“ (1978) und eine um 1962/63 entstandene Arbeit des nigerianischen Künstlers Middle Art (Augustin Okoye). Beide kreisen um das Thema Suizid – und finden dafür grundverschiedene Bildsprachen.

Middle Art erzählt. Sein Gemälde ist wie eine Bildergeschichte aufgebaut: Mehrere Szenen erscheinen gleichzeitig, Schriftzüge und Dialoge ergänzen die Figuren. Liebe, Enttäuschung und Verzweiflung entwickeln sich vor unseren Augen zu einer dramatischen Handlung. Das Bild verbindet populäre Erzählkultur mit Malerei und macht den Betrachter zum Leser einer Geschichte, deren tragischer Ausgang bereits in die Komposition eingeschrieben ist.

Ganz anders Ruth Baumgarte. In „Der Entschluss“ verzichtet sie auf eine konkrete Erzählung und verdichtet das Thema zu einem psychischen Ausnahmezustand. Gesichter, Hände und dunkle Verästelungen überlagern sich in einem engen, kaum zu durchdringenden Bildraum. Besonders die Hände bestimmen die Komposition: Sie schützen, wehren ab, greifen ins Leere oder scheinen nach Halt zu suchen. Das zentrale Gesicht bleibt anonym – gerade dadurch gewinnt die Darstellung über das individuelle Schicksal hinaus universelle Bedeutung.

Auch malerisch unterscheiden sich die Werke grundlegend. Während Middle Art mit klaren Figuren, Schrift und szenischer Abfolge arbeitet, lässt Baumgarte Aquarell, Gouache und Kreide ineinanderfließen. Rot-, Braun- und Violetttöne verbinden Körper und Raum zu einem spannungsvollen Geflecht. Das Drama wird nicht erzählt, sondern emotional erfahrbar.

In ihrer Gegenüberstellung zeigt sich die besondere Idee von AYEYE!: Verschiedene kulturelle und künstlerische Perspektiven begegnen sich in existenziellen Fragen, die über Zeiten und geografische Räume hinweg verständlich bleiben.

Ruth Baumgarte, Der Entschluss, 1978, Aquarell, Gouache und Kreide auf Papier, 72,3 × 50,9 cm

Middle Art (Augustin Okoye), Ohne Titel, um 1962/63, Öl auf Sperrholz

04/09/2026

Ein Rundgang durch „AYEYE! Ruth Baumgarte im Iwalewahaus“:



Die Ausstellung bringt ausgewählte Werke aus Ruth Baumgartes expressivem Afrika-Zyklus in einen spannungsreichen Dialog mit Arbeiten aus der bedeutenden Sammlung des Iwalewahauses.



Noch bis zum 18. September 2026 im Iwalewahaus der Universität Bayreuth zu sehen.



Ayeye! – Wo Farben Erinnerung werdenManche Werke begegnen sich nicht über ihre Motive, sondern über ihre Ausstrahlung. R...
30/08/2026

Ayeye! – Wo Farben Erinnerung werden

Manche Werke begegnen sich nicht über ihre Motive, sondern über ihre Ausstrahlung. Ruth Baumgartes „Afrikanische Komposition“ (um 2011) und Jimoh Buraimohs „Before the Creation“ treten in der Ausstellung unmittelbar über Eck in einen stillen Dialog. Gerade ihre Unterschiedlichkeit lässt eine überraschende Harmonie entstehen: Das eine Bild scheint sich in Erinnerung aufzulösen, das andere erzählt vom schöpferischen Anfang.

Ruth Baumgarte (1923–2013) schuf mit der „Afrikanischen Komposition“ ihre letzte afrikanische Landschaft. Das Werk wirkt wie ein malerischer Rückblick auf jahrzehntelange Reisen und Begegnungen. Figuren tauchen aus leuchtenden Gelb-, Grün- und Orangetönen hervor und lösen sich wieder im Farbraum auf. Die Landschaft wird zur Erinnerung, deren Konturen allmählich verblassen. Farbe beschreibt hier nicht Wirklichkeit, sondern Licht, Atmosphäre und persönliches Erinnern.

Jimoh Buraimoh (*1943, Nigeria) verfolgt einen anderen Ansatz. In „Before the Creation“ verbindet er Malerei und Glasperlen zu einer reliefartigen Oberfläche, die das Licht einfängt. Der Titel verweist auf den Ursprung der Welt. Rhythmisch geordnete Formen und leuchtende Farben vermitteln den Eindruck schöpferischer Energie, aus der alles Leben hervorgeht.

Gerade im Nebeneinander entfalten beide Werke ihre besondere Kraft. Baumgartes Bild blickt auf gelebte Erinnerung zurück, Buraimohs Werk auf den Beginn allen Werdens. Das eine erzählt vom Nachklang, das andere vom Ursprung. Verbunden werden beide durch ihre außergewöhnliche Farbigkeit, die Erinnerung und Schöpfung in einen gemeinsamen Bildraum führt.
So zeigt Ayeye!, dass Kunst nicht nur Räume, sondern auch Zeiten miteinander verbindet – zwischen Abschied und Anfang.

Ayeye! – Nähe und DistanzWie nah darf ein Mensch dem anderen kommen? Ruth Baumgartes „A Man Without Livestock Isn’t a Ma...
23/08/2026

Ayeye! – Nähe und Distanz

Wie nah darf ein Mensch dem anderen kommen? Ruth Baumgartes „A Man Without Livestock Isn’t a Man“ (1994) und Richard Onyangos „Drosie and Me“ (1992) stellen diese Frage auf unterschiedliche Weise. Beide Werke zeigen Gesten körperlicher Annäherung, die zugleich Vertrautheit und Irritation auslösen.

Ruth Baumgarte (1923–2013) verdichtet ihre Komposition zu einer intensiven Begegnung zweier Figuren. Die weit ausgestreckten A**e greifen tief in den Bildraum hinein und überschreiten beinahe die Grenze zum Betrachter. Der Titel verweist auf die Bedeutung von Vieh als Ausdruck von Wohlstand, sozialem Ansehen und Identität. Doch Baumgarte schildert keine ethnografische Szene. Im Mittelpunkt stehen zwischenmenschliche Beziehungen, Nähe, Abhängigkeit und die Körpersprache der Begegnung. Die leuchtende Farbigkeit steigert die emotionale Intensität.

Auch Richard Onyango (*1960, Kenia) macht die menschliche Geste zum eigentlichen Bildthema. In „Drosie and Me“ beugen sich zwei Figuren über einen Billardtisch. Ihre Körper verschränken sich so ungewöhnlich, dass offenbleibt, ob wir Unterstützung, spielerische Vertrautheit oder subtile Dominanz erleben. Die überdehnten Haltungen verleihen der Szene eine beinahe theatralische Spannung.

Gerade hierin begegnen sich beide Werke. Baumgarte und Onyango zeigen den Menschen nicht als isoliertes Individuum, sondern im Verhältnis zu seinem Gegenüber. Berührung, Haltung und Geste werden zu Trägern sozialer Beziehungen und werfen Fragen nach Vertrauen, Macht, Gemeinschaft und persönlichem Raum auf.

So macht Ayeye! sichtbar, dass menschliche Beziehungen oft weniger durch Worte als durch Gesten und Körperhaltungen erzählt werden – zwischen Nähe und Distanz, Fürsorge und Spannung.

Ayeye! – Die Kraft der FarbeEs gibt Bilder, deren Wirkung sich zunächst über die Farbe entfaltet. Ruth Baumgartes „Rückk...
16/08/2026

Ayeye! – Die Kraft der Farbe

Es gibt Bilder, deren Wirkung sich zunächst über die Farbe entfaltet. Ruth Baumgartes „Rückkehr (Return)“ (1994) und Jimoh Buraimohs „Ohne Titel (Reiter)“ (um 1995) beeindrucken durch ihre leuchtende Intensität. Kräftige Gelb-, Rot-, Grün- und Blautöne verleihen beiden Kompositionen eine Energie, die weit über die Darstellung einzelner Motive hinausreicht.

Ruth Baumgarte (1923–2013) verbindet in Rückkehr Menschen, Tiere und Landschaft zu einer dynamischen Bildwelt. Die Komposition wirkt wie ein fließender Bewegungsstrom. Farbe modelliert nicht nur Formen, sondern erzeugt Licht, Rhythmus und emotionale Spannung. Der Titel verweist auf Heimkehr, doch das Bild erzählt vor allem von Gemeinschaft, Wiedersehen und dem Kreislauf des Lebens.

Auch Jimoh Buraimoh (1943–2025, Nigeria), einer der bedeutenden Vertreter der Yoruba-Kunst, versteht Farbe als eigenständige Ausdruckskraft. Sein Reiter löst die Figur in ein Geflecht geometrischer Formen und leuchtender Farbfelder auf. Gegenständlichkeit und Abstraktion verschmelzen zu einer rhythmischen Komposition, in der Bewegung, Stärke und kulturelle Identität sichtbar werden.
Gerade hierin begegnen sich beide Werke.

Baumgarte und Buraimoh begreifen Farbe nicht als dekoratives Element, sondern als Träger von Emotion, Erinnerung und Lebensenergie. Trotz unterschiedlicher Bildsprachen entsteht eine vergleichbare Ausdruckskraft: Beide feiern die Vitalität des Lebens und schaffen Bildwelten voller Dynamik, Optimismus und kultureller Vielfalt.

So zeigt Ayeye!, dass Farbe zur universellen Sprache werden kann. Sie überwindet kulturelle Grenzen und verbindet zwei künstlerische Positionen in ihrer Freude am Leben.

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Niederwall 10
Bielefeld
33602

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