15/03/2022
24. Februar. Alla Kramer trifft eine folgenreiche Entscheidung: am Tag des Einmarschs der russischen Armee in die Ukraine, steigt die Krankenschwester aus Berndroth im Rhein-Lahn-Kreis in den Zug und fährt in ihre ehemalige Heimat. Nach der Schockstarre starten die Töchter und der Vater gemeinsam mit Freunden eine Kampagne und sammeln Hilfsgüter.
„Das ging alles so schnell. Mein Papa und ich waren wie gelähmt, ich kann das gar nicht beschreiben“, so die 18-jährige Jasmin über die Fahrt zum Bahnhof und die Stunden und Tage nach dem Abschied. Kurz hatte sie noch überlegt, ob sie die Reise ihrer Mutter verhindern soll, aber sie weiß, sie hätte keine Chance gehabt. Und außerdem ist sie auch stolz auf ihre Mutter und kann ihre Entscheidung verstehen.
Die ältere Tochter startet eine Kampagne auf Facebook, ein Freund erstellt eine Webseite. Alle wollen Hilfsgüter sammeln, vor allem medizinische, und direkt in die Ukraine bringen, in die Hände von Alla. Sie weiß, in Absrache mit anderen, was an welcher Stelle am dringendsten gebraucht wird.
Die Resonanz in Berndroth und weit darüber hinaus, übersteigt alle Erwartungen. Die Autos stehen Schlange vor dem Hof der Familie, der eine bringt Verbandskästen, der nächste Babynahrung, der Dritte ein Röntgengerät.
Nachbarn und Freunde helfen beim Sortieren. Das lenkt ab, ist sinnvoll und macht Spaß. Alle sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft!
„Vor zwei Tagen, da haben sich die Kartons in unserer Werkstatt bis zur Decke gestapelt. Das hat mich richtig glücklich gemacht ... aber dann musste ich weinen, weil mir gleichen Moment wieder klar wurde, warum wir das alles hier machen. Weil Menschen leiden, krank werden, sterben – völlig unnötig,“ so Jasmin, die sympathische Abiturientin.
Mehr über unsere Sache: Ukraine-Soforthilfe.de
"Meine Mama im Krieg" -
Die ganze Dokumentation könnt ihr anschauen unter: https://youtu.be/tqvQD2D_w40