18/06/2026
Weg in Neukölln umbenannt - Feuerwehr ehrt tote Kollegen Riedel und Evers
Berlin – Die Berliner Feuerwehr wird 175 Jahre alt. Die Geburtstagsfeier begann mit einer Ehrung für zwei im Dienst getötete Kameraden. Ein Uferweg in Neukölln trägt ab sofort den neuen Namen Riedel-Evers-Weg. Eine späte Würdigung – 35 Jahre und drei Monate nach dem Tod der Beamten Klaus-Dieter Riedel (54) und Frank Evers (27).
Ehemalige Kollegen der beiden, Angehörige, Politiker, Gewerkschafter, Bezirksbürgermeister Martin Hikel (40, SPD) und aktive Feuerwehrleute versammelten sich am Donnerstagmorgen am Braunschweiger Ufer. Die Grünfläche liegt stadtauswärts an der Britzer Brücke, gegenüber dem Treseburger Ufer. Feuerwehr-Chef Karsten Homrighausen: „Auch nach all diesen Jahren sind diese beiden Menschen nicht vergessen, ganz im Gegenteil.“
Außenwand stürzte ein
Rückblick: Am 18. März 1991 um 1.07 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr zu einem Brand in einem Hochregallager – dem heutigen DHL-Gelände – an der Gradestraße in Berlin-Neukölln alarmiert. Die Männer löschten von der Drehleiter aus mit einem Schlauch. Dann das Unglück: Eine Außenwand der Lagerhalle stürzte plötzlich ein und riss die Drehleiter mit sich.
Auf dem Fahrzeug befanden sich Hauptbrandmeister Riedel und Brandmeister Evers. Beide wurden dabei tödlich verletzt.
Riedel hinterließ seine Ehefrau und einen Sohn, Evers seine Ehefrau und eine Tochter. Bis heute sind sie die letzten Kollegen der Berliner Feuerwehr, die im Dienst gestorben sind.
Wilmersdorfer pflegen die Ausrüstung
Zur Erinnerung parkte heute ein Löschfahrzeug der Feuerwache Wilmersdorf direkt am Ufer. Thomas Kirstein, Abteilungsleiter Einsatzbetrieb: „Ein besonderer Dank gilt den Wilmersdorfern, die tagtäglich im Eingangsbereich ihrer Wache den Kollegen ein ehrenhaftes Andenken bewahren und die vor Ort befindliche Ausrüstung der beiden jeden Tag pflegen.“
Um 10.30 Uhr wurde das neue Straßenschild enthüllt. In ein paar Monaten soll an der Stelle auch ein Gedenkstein mit Bronze-Schild stehen, der die Geschichte der beiden erzählt.
„Unsere Stadt vergisst sie nicht“
Feuerwehr-Chef Homrighausen: „Er hält Erinnerung lebendig. Er hält Geschichte lebendig. Und er macht sichtbar, dass unsere Stadt diejenigen, die im Dienst für die Menschen ihr Leben verloren haben, nicht vergisst.“
GdP-Landesvorstand Fabian Bares aus unserer Bezirksgruppe Feuerwehr:
“Wir bedanken uns für dieses große Zeichen der Wertschätzung. Uns ist bewusst, dass wir an jedem Tag und bei jedem Einsatz ein hohes Risiko eingehen und Gefahr laufen, nicht mehr gesund zu unseren Familien nach Hause zu kommen. Der dramatische Tod von Klaus-Dieter Riedel und Frank Evers hat sich fest in die Erinnerung von uns allen eingebrannt. Wir wissen, dass wir den 24/7 Einsatz für die Menschen in dieser Stadt jederzeit auch mit unserem eigenen Leben bezahlen können. Heute ist der Tag, an dem Berlin diese Aufopferung sichtbar anerkennt.”
Link zum Artikel:
https://www.bz-berlin.de/polizei/weg-in-neukoelln-umbenannt-feuerwehr-ehrt-tote-kollegen