08/04/2026
GHB AKTUELL – Berliner Mitte zwischen Stillstand und neuen Chancen
Die Gesellschaft Historisches Berlin e.V. blickt in ihrer aktuellen Ausgabe auf zwei sehr unterschiedliche Entwicklungen in Berlin:
Zum einen bleibt das Freiheits- und Einheitsdenkmal vor dem Schloss ein Ärgernis. Statt eines würdigen Stadtraums sehen wir dort weiterhin eine unfertige Baustelle. Die GHB hält deshalb die Forderung nach einem klaren Schnitt für richtig: Stoppen, neu denken, Platz vor dem Schloss endlich angemessen gestalten.
Zum anderen gibt es beim Checkpoint Charlie Bewegung: Die Senatsverwaltung startet den Wettbewerb zur Gestaltung des Bildungs- und Erinnerungsorts. Das ist eine große Chance, diesem international bedeutenden Ort endlich die Qualität zu geben, die seiner Geschichte gerecht wird. Schade nur, dass die übrige Friedrichstraße weiter auf ihre städtebauliche Aufwertung warten muss.
🔹 Rückblick auf den 15. Historischen Salon
Bemerkenswert war zuletzt die parteiübergreifende Einigkeit bei Bundestagsabgeordneten von Grünen, CDU und SPD:
Die Berliner Mitte muss schöner, einladender und lebenswerter werden. Mehr Aufenthaltsqualität, bessere Stadträume und durchaus auch Rekonstruktionen wurden als legitime Wege benannt.
Ein wichtiges Thema blieb die Schinkelsche Bauakademie. Der Kompromiss – außen historisch, innen modern – wird grundsätzlich begrüßt. Der Architekturwettbewerb soll 2027 starten. Wann das Projekt wirklich fertig wird, hängt aber wie so oft am Geld. Und das ist der Punkt, an dem Berlin regelmäßig vom Reden ins Warten kippt.
Auch beim Freiheits- und Einheitsdenkmal lautete der politische Tenor eher: Augen zu und durch. Klingt nicht gerade nach Begeisterung, eher nach Schadensverwaltung mit Helm.
Diskutiert wurde außerdem das Humboldtforum, das mögliche Gigantentreppenhaus, die offenen Flächen an der Breiten Straße und die Frage, ob neuere Bundesbauten in Berlin städtebaulich wirklich überzeugen. Die erstaunlich ehrliche Antwort auf dem Podium: eher nein. Gewünscht wurden mehr Qualität, mehr Individualität und mehr Nachhaltigkeit.
Die Berliner Mitte braucht keine weiteren Zwischenlösungen auf Dauer. Sie braucht endlich Mut, Qualität und einen klaren Willen zur Gestaltung.