12/03/2026
Zwischen Sport und Verantwortung – ein schwieriger Zwiespalt.
Die Diskussion um die Teilnahme russischer Sportler:innen unter russischer Flagge bei den Paralympics zeigt, wie eng Sport und Politik miteinander verbunden sein können. Auf der einen Seite stehen Athlet:innen, die jahrelang trainiert haben, deren Leben und Identität eng mit ihrem Sport verbunden sind. Für viele von ihnen sind die Paralympics der Höhepunkt ihrer Karriere – ein Traum, für den sie große persönliche Opfer gebracht haben.
Auf der anderen Seite steht der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Ein Krieg, der unermessliches Leid verursacht, der Menschenleben auf beiden Seiten kostet und auch den ukrainischen Sport massiv trifft. Viele ukrainische Athletinnen und Athleten trainieren unter schwierigsten Bedingungen, einige kämpfen sogar an der Front oder haben ihre Heimat verloren.
Diese Realität stellt die internationale Sportgemeinschaft vor eine schwierige Frage: Kann Sport neutral sein, wenn ein Staat einen völkerrechtswidrigen Krieg führt? Und was bedeutet es für die Betroffenen, wenn Athlet:innen unter der Flagge dieses Staates antreten?
Es gibt keine einfachen Antworten. Klar ist jedoch: Sport steht für Fairness, Respekt und internationale Verständigung. Genau deshalb müssen wir diese Diskussion offen, respektvoll und differenziert führen – mit Blick auf die Athletinnen, aber auch mit Solidarität mit den Menschen in der Ukraine.
Sport verbindet. Aber er findet nie im luftleeren Raum statt.