07/05/2026
Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, wie weit wir von echter Gleichstellung noch entfernt sind: 2025 waren nur 39,7 Prozent der Mütter mit mindestens einem Kind unter drei Jahren erwerbstätig. Bei Vätern mit derselben Familiensituation lag die Erwerbstätigenquote dagegen bei 88,7 Prozent.
Unsere Vorsitzende Milanie Kreutz betont: Echte Gleichstellung kann nur gelingen, wenn Erwerbs- und Sorgearbeit partnerschaftlich aufgeteilt werden. Solange Frauen den Großteil unbezahlter Carearbeit übernehmen, bleiben Nachteile bei Karriere, Einkommen und Altersversorgung Realität. Deshalb fordern die dbb frauen unter anderem eine zehntägige Familienstartzeit nach der Geburt sowie Reformen im Elterngeld, die partnerschaftliche Elternschaft gezielt stärken.
Valentina van Dornick, Beisitzerin in der Geschäftsführung der dbb frauen, macht zudem deutlich, dass Vereinbarkeit oft ganz konkret vor Ort scheitert: Gibt es einen Kitaplatz? Stimmen die Öffnungszeiten? Fällt Betreuung regelmäßig aus? Wer morgens nicht weiß, ob die Kita geöffnet hat oder das eigene Kind pünktlich abgeholt werden kann, kann keine verlässliche Erwerbstätigkeit planen. Diese Realität erleben noch immer vor allem Mütter.
Deshalb begrüßen die dbb frauen ausdrücklich, dass Bund und Länder nun milliardenschwere Investitionen in die Kindertagesbetreuung auf den Weg gebracht haben. Der Bund stellt ab 2026 insgesamt vier Milliarden Euro für Ausbau, Sanierung und Modernisierung von Kitas bereit. Ziel sind mehr Plätze, bessere Ausstattung und stärkere Unterstützung für Kommunen und Einrichtungen mit besonderem Bedarf.
Verlässliche Kinderbetreuung ist keine Nebensache, sondern Voraussetzung für echte Wahlfreiheit, wirtschaftliche Unabhängigkeit und gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben.
Mehr dazu unter: https://www.dbb-frauen.de/artikel/ohne-dass-automatisch-die-karriere-der-mutter-auf-der-strecke-bleibt.html