24/08/2026
Tag der Fische – Stumm wie ein Fisch hat man keine Lobby
22.08.2026 – Tag der Fische – Stumm wie ein Fisch hat man keine Lobby
Wer nicht so niedlich wie der Panda in die Kamera gucken kann oder einen durch majestätische Exotik als Tiger in seinen Bann zieht, der hat es in der medialen Berichterstattung oft schwer. Gerade deshalb wollen wir unseren stummen Mitbewohnern im Wasser am Welttag der Fische eine Stimme geben.
Der Fisch in den Medien – eine seltene Ausnahme
Nein, Timmy oder Hope, der über Wochen hinweg die mediale Berichterstattung dominierte und um den sich Mythen und Verschwörungen ranken, ist kein Fisch. Der Wal als gigantisches Säugetier hat allerdings als Meeresbewohner zumindest in Randbereichen auch auf die Probleme der Fische in den Weltmeeren aufmerksam gemacht. Wurde spekuliert, dass Wale nicht genügend Futter im Meer finden, touchierten die Meldungen zumindest gelegentlich das Thema Überfischung. Als Wal-Fan und Tierschützer muss man daher für sich selbst hinterfragen, ob der Verzicht auf Fisch nicht ein lohnenswerter Schritt sein könnte.
Als echter Fisch hat es der Fisch des Jahres 2026, der Europäische Wels, im vergangenen Jahr in die Medien geschafft. Leider konnte sich der Wels vom Brombachsee nicht als Sympathieträger inszenieren, da er aufgrund seiner Angriffe auf Badegäste schlussendlich erschossen wurde. Dass der Wels lediglich in seinem natürlichen Lebensraum sein Gelege, also seinen Nachwuchs verteidigte, ging in der Berichterstattung meist unter. Wichtiger war, dass die Badegäste und Teilnehmer einer Veranstaltung ungestört weiterhin ihrem Amüsement nachgehen konnten.
Die bunte Welt des Aquariums – für die Fische meist weniger fröhlich
Wussten Sie, dass Qualzuchten auch bei Fischen ein Thema sind? Zu den beliebten Qualzuchten zählen Goldfische ohne Rückenflosse (Eierfische), Berliner Guppys, deren Flossen ein Leben lang wachsen, und Goldfische, die nur nach oben schauen können (Himmelsgucker). Was wir außergewöhnlich finden, bedeutet für diese Tiere dauerhafte Qualen. Einschränkungen in der Schwimmfähigkeit oder eine schlechte Orientierung erzeugen lebenslanges Leiden.
Darüber hinaus werden vielfach Meeresfische und Wildfänge im Handel angeboten, was nicht nur schädlich für deren eigentliche Ökosysteme ist, sondern den Halter bei der Aquariengestaltung überfordert. Die exotischen, bunten Tiere fristen oft bei falschen Temperaturen und mangelhafter Wasserqualität ein trostloses Dasein.
Die Aquaristik ist hochkomplex, wenn man auf alle Bedürfnisse der Tiere eingehen will. Verantwortungsvolle Halter achten gleichzeitig auf gute Wasserqualität, die richtige Wassertemperatur, die passende Aquariengestaltung, eine geeignete Zusammensetzung des Fischbestandes. Vermieden werden Überbesatz, zu kleine Gruppen, die Vermischung unverträglicher Arten oder die Vergesellschaftung von Arten mit unterschiedlichen Ansprüchen an Wasserqualität, Wassertemperatur und Aquariengestaltung. Gute Fütterung, regelmäßige Pflege, ausreichend häufige Wasserwechsel und nicht zuletzt die Filterpflege machen die Haltung von Fischen in Aquarien nicht eben unkompliziert.
Was tun, um nachhaltig für Fische eine bessere Zukunft zu gestalten?
Jeder Fisch ist ein leidensfähiges, schmerzempfindliches Lebewesen. Verantwortungsbewusste Aquarianer*innen verzichten z.B. auf Wildfänge und Meeresfische, während sie Käufe auf Nachzuchten beschränken. Durch den Erwerb von Fachkenntnissen und zeitintensiver Pflege vermeiden sie Erkrankungen und Stress bei den Tieren.