JFDA - Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus

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JFDA - Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus Das JFDA berichtet von Demonstrationen und beitreibt politische Bildungsarbeit. Am 30. Seit 2012 ist das Forum nun als Verein tätig.

April 2008 wurde das von Levi Salomon initiierte Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) mit der Unterstützung von Lala Süsskind und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gegründet. Es versteht sich als Zusammenschluss jüdischer und nichtjüdischer Menschen, die für die Stärkung des demokratischen Staatswesens und die Bekämpfung des Antisemitismus und Rassismus eintreten. Die Förderung des interkulturellen und interreligiösen Austauschs ist ein weiteres Ziel des JFDA. Das JFDA verfolgt seine Ziele durch Bildungs-, Öffentlichkeits- und Kulturarbeit, wie die Organisation von Vortragsreihen und Konferenzen, die Herausgabe von Resolutionen und Publikationen, sowie das Erstellen von Dokumentationen und Studien. Außerdem führt es ein unabhängiges Monitoring durch und erfasst und bewertet antisemitische Vorfälle und Tendenzen, sowie andere gegen das Grundgesetz und die Menschenrechte gerichtete Vorkommnisse. Damit sollen die Öffentlichkeit sowie staatliche Institutionen auf Probleme aufmerksam gemacht und für Gegenmaßnahmen gewonnen werden.

Neue JFDA-Publikation: „Siedlerkolonialismus“Warum wird Israel als „Siedlerkolonie“ beschrieben? Welche politischen Vors...
21/10/2026

Neue JFDA-Publikation: „Siedlerkolonialismus“

Warum wird Israel als „Siedlerkolonie“ beschrieben? Welche politischen Vorstellungen sind mit diesem Begriff verbunden – und wo liegen seine antisemitischen Anschlussstellen?

Unsere neue Broschüre untersucht die ideologische Funktion des Siedlerkolonialismus-Narrativs im heutigen Antizionismus.

Dabei geht es nicht darum, wissenschaftliche Debatten über Kolonialismus grundsätzlich zurückzuweisen. Entscheidend ist vielmehr, wie der Begriff politisch verwendet wird: Israel erscheint dabei häufig nicht als historisch entstandener Staat mit einer komplexen jüdischen und regionalen Geschichte, sondern als grundsätzlich illegitimes koloniales „Projekt“.

Jüdische Geschichte, jahrtausendealte Bezüge zum Land sowie Verfolgungs- und Fluchterfahrungen werden in solchen Deutungen oftmals ausgeblendet. Zugleich kann die Forderung nach „Dekolonisierung“ mit der Vorstellung verbunden werden, jüdische staatliche Selbstbestimmung müsse überwunden werden.

Die Broschüre zeichnet die Entstehung und Verwendung dieses Narrativs nach und zeigt, wie sich antizionistische Argumentationsmuster mit antisemitischen Vorstellungen verbinden können.

Die vollständige Broschüre steht auf unserer Website zum Download bereit:https://www.jfda.de/_files/ugd/d64e45_618ab7756d91447d92e200c8993c6b8c.pdf

18/10/2026

Am 16. Oktober 2026 veranstaltete die LAG Palästinasolidarität von Die Linke am Hermannplatz die Kundgebung „Wohnen ist ein Menschenrecht – auch in Palästina“.

Der Titel knüpfte an ein konkretes soziales Thema an. Inhaltlich ging es jedoch schnell weit darüber hinaus.

In Redebeiträgen wurden selbst begrenzte Zugeständnisse der Linken in den Berliner Sondierungsverhandlungen als „Verrat“ an den Palästinensern gewertet. An die Stelle politischer Kompromisse trat eine maximalistische Forderung: die Rückkehr aller Palästinenser.

Ein uneingeschränktes Rückkehrrecht in das gesamte heutige Israel ist dabei nicht lediglich eine Forderung nach individuellen Rechten von Geflüchteten und ihren Nachkommen. In dieser maximalistischen Lesart würde es die politische und demografische Grundlage Israels als jüdischen Staat grundsätzlich infrage stellen. Entsprechende Vorstellungen finden sich seit Jahrzehnten sowohl im antizionistischen palästinensischen Nationalismus als auch in islamistischen Strömungen.

Gerade darin liegt der bemerkenswerte Widerspruch der Kundgebung: Unter dem Titel eines konkreten sozialen Menschenrechts wurde nicht über pragmatische Lösungen für Wohnraum gesprochen, sondern über Forderungen, die unmittelbar die zukünftige Existenz und Gestalt Israels betreffen.

Auch die innerparteiliche Spannung wird sichtbar. Während Die Linke auf Bundesebene offiziell eine Zweistaatenlösung und das Selbstbestimmungsrecht von Israelis wie Palästinensern vertritt, setzt die LAG Palästinasolidarität mit der Forderung nach einem umfassenden „Recht auf Rückkehr“ deutlich andere Akzente.

11/10/2026

Am 10. Oktober 2026 fand in Berlin die Demonstration „United4Palestine“ statt.

Auf Fahnen und Plakaten waren Chomeini, Chamenei und Hassan Nasrallah zu sehen. Immer wieder wurde „Glory to the Resistance“ gerufen. Auch der Name Yahya Sinwars wurde skandiert. Sinwar war Hamas-Führer und einer der zentralen Planer des Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023. Seine positive Bezugnahme verbindet den gefeierten „Widerstand“ unmittelbar mit diesem Massaker.

Hinzu kamen islamistische Kampfparolen und mit „Yemen, make us proud, turn another ship around“ eine positive Bezugnahme auf die Huthi.

Auch Israels Existenzrecht wurde infrage gestellt. In Redebeiträgen war vom gesamten „historischen Palästina“, von Jerusalem und dessen „Befreiung“ die Rede. Israel wurde als illegitimes „Projekt“ beschrieben. Eine Rednerin erklärte zudem, wenn diplomatische Wege versperrt seien, bestehe ein Recht auf „bewaffneten Widerstand“.

Bemerkenswert ist auch, wer sich in diesem politischen Raum bewegte: Vanessa Emde nahm teil, die Bundestagsabgeordnete Cansin Köktürk war als parlamentarische Beobachterin vor Ort. Auch Hannah Bruns, Mitglied der Linken und aktive Vertreterin der LAG Palästinasolidarität, war präsent.

Ebenfalls vor Ort: Ibrahim Ibrahim, Sprecher des Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees. Laut Berliner Verfassungsschutz treten unter dieser Dachbezeichnung Anhänger von Hamas und PFLP gemeinsam auf. Ibrahim gehört zu den bekannten Akteuren der radikalen Berliner Palästina-Szene und hat Sinwar öffentlich verherrlicht.

Gerade diese Gleichzeitigkeit ist entscheidend: Bekannte Personen aus der Partei Die Linke bewegen sich auf derselben Demonstration, auf der Sinwar, Hisbollah und Huthi positiv aufgeladen und Vorstellungen eines „befreiten“ Palästinas ohne Israel propagiert werden.

Bezeichnend schließlich: Ein Redner fragte rhetorisch, ob das alles antisemitisch sei. Die Menge antwortete geschlossen: „Nein.“

09/10/2026

Am 7. Oktober 2026 wurde in Berlin an unterschiedlichen Orten der Opfer des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 gedacht.

Auf dem Bebelplatz versammelten sich rund 1.700 Menschen zum zentralen Gedenken. Zu den Redner gehörten der israelische Botschafter Ron Prosor, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Cornelia Seibeld, Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Daniel Salomon, Noga Friedmann und Ben Salomo. Im Mittelpunkt standen die Erinnerung an die Ermordeten, die Erfahrungen der Betroffenen und der Einsatz gegen Antisemitismus.

Unweit davon fand vor dem Kino International eine kleinere Gedenkveranstaltung aus dem linken, israelsolidarischen Spektrum statt. Auch hier wurde der Opfer des 7. Oktober gedacht. Zugleich thematisierten die Teilnehmenden die politische Instrumentalisierung von Jüdinnen und Juden und verbanden das Gedenken mit einer Kritik an solchen Vereinnahmungen.

04/10/2026

Gestern, am 3. Oktober 2026, fand in Berlin eine sogenannte „Friedensdemonstration“ statt. Dabei demonstrierten unterschiedliche politische Milieus nebeneinander: Neben einem großen pro-russischen und verschwörungsideologischen Block war die linksislamistische „pro-palästinensische“ Szene stark vertreten.

Beteiligt waren unter anderem die LAG Palästina-Solidarität der Partei Die Linke sowie Akteure des Hamas- und PFLP- nahen Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees (VPNK). Ibrahim Ibrahim hielt eine Rede; Hannah Bruns von der LAG Palästina-Solidarität sprach ebenfalls und übernahm zeitweise die Moderation.

Ein weiterer Redner, der sich als Genosse von Hannah Bruns bezeichnete, erklärte, die Parole „From the river to the sea“ sei „nicht abstrakt“. Im Kontext seiner Rede wurde damit ausgesprochen, was die Parole politisch bedeuten soll: nicht Solidarität mit Palästinensern, sondern das Ziel der Vernichtung Israels.

Im Demonstrationszug waren zudem Bilder Ruhollah Chomeinis sowie zahlreiche Flaggen der Islamischen Republik Iran zu sehen. Auch im pro-russischen Block wurden iranische neben russischen Flaggen getragen.

Besonders aufschlussreich war der Umgang mit Gegendemonstrierenden. Einer israelischen Gegendemonstrantin wurde zugerufen: „You’re not even Jewish.“ Die Szene beansprucht damit selbst die Deutungshoheit darüber, wer Jude ist und wer nicht – und spricht einer israelischen Jüdin ihre eigene Identität ab.

Eine weitere einzelne Gegendemonstrantin wurde aus dem linksislamistischen Block heraus von einer größeren Gruppe umringt und bedrängt. Hier zeigt sich das Muster der verfolgenden Unschuld besonders deutlich: Ein Milieu, das sich selbst fortwährend als ausschließlich verfolgt, entrechtet und unterdrückt inszeniert, tritt gegenüber einzelnen politischen Gegner aus massiver Überzahl heraus aggressiv und bedrohlich auf.

Die selbstgewählte Bezeichnung als „Friedensdemonstration“ steht damit in deutlichem Kontrast zu Teilen dessen, was vor Ort dokumentiert wurde.

Für den 7. Oktober – den dritten Jahrestag des Hamas-Massakers – wird in Berlin zu einer Demonstration unter dem Motto „...
01/10/2026

Für den 7. Oktober – den dritten Jahrestag des Hamas-Massakers – wird in Berlin zu einer Demonstration unter dem Motto „Until Total Liberation" aufgerufen. Der Begleittext nennt den 7. Oktober ein „Leuchtfeuer der Standhaftigkeit" und einen „gelebten Beweis", dass „die Mittel in unseren Händen liegen". Die rund 1.200 Ermordeten und mehr als 250 Verschleppten kommen in dem Text nicht vor.

Das ist keine Kritik an israelischer Politik. Hier wird ein Massaker an Jüdinnen und Juden zur Befreiungstat erklärt und als Vorbild „für alle Völker" präsentiert. Nach der IHRA-Arbeitsdefinition ist das Antisemitismus.

27/09/2026

26. September 2026: Bekenntnis zu Hamas und Hisbollah, Kriegs- und Gewaltverherrlichung:

Sprechchöre für die al-Qassam-Brigaden der Hamas sowie Rufe wie „Intifada bis zum Sieg“ und „Death to the IDF“. In einem Redebeitrag wurde dem „palästinensischen Widerstand“ und dem „libanesischen Widerstand“ Treue und Standhaftigkeit zugesprochen.

Zu Beginn wurde die Fatiha für sogenannte „Märtyrer“ in Palästina, Libanon und Irak sowie für die „Märtyrer der Islamischen Republik Iran“ rezitiert. Damit wurden unterschiedliche Akteure und Konflikte in das Narrativ einer gemeinsamen, gegen Israel gerichteten „Widerstandsachse“ eingeordnet.

Ein Redner des "Vereinigten palästinensischen Nationalkomitees" forderte zudem die „Rückkehr“ nach Haifa, Nazareth und Jerusalem. Die Einbeziehung israelischer Städte macht deutlich, dass sich diese Forderung nicht auf die palästinensischen Gebiete beschränkt, sondern die staatliche Existenz Israels grundsätzlich infrage stellt.

Die dokumentierten Inhalte gehen damit weit über Solidaritätsbekundungen mit der palästinensischen Zivilbevölkerung hinaus: Terrorverherrlichung, Intifada-Rhetorik und die Vorstellung eines Palästinas anstelle Israels werden miteinander verbunden.

„Jude – Merz leck Eier“ – dieses Graffito findet sich am Leopoldplatz in Berlin, im direkten Umfeld des heutigen „Schuls...
25/09/2026

„Jude – Merz leck Eier“ – dieses Graffito findet sich am Leopoldplatz in Berlin, im direkten Umfeld des heutigen „Schulstreiks gegen Wehrpflicht“.

Überschneidungen zwischen den Protesten gegen die Wehrpflicht und der pro-palästinensischen Szene sind in Berlin seit Längerem sichtbar. Das Graffito zeigt nun eine antisemitische Zuspitzung dieser Verbindung.

„Jude“ fungiert hier nicht lediglich als Schimpfwort. Im Kontext der Proteste lässt sich der Schriftzug als verschwörungsideologische Projektion lesen: Die Debatte um die Wehrpflicht wird mit einer vermeintlich jüdischen Einflussnahme verknüpft – als stünden hinter politischen Entscheidungen letztlich „die Juden“ oder jüdische Interessen.

Damit wird ein klassisches antisemitisches Deutungsmuster aktualisiert: Komplexe politische Entwicklungen werden nicht als Ergebnis gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen verstanden, sondern einer angeblich verborgenen jüdischen Macht zugeschrieben.

24/09/2026

Berlin, 23. September. Drei Tage nach der Debatte um seinen Auftritt auf einer Wahlparty der Linkspartei steht Ibrahim Ibrahim wieder auf einer Bühne – bei einer Kundgebung, angemeldet aus dem „Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee“ (VPNK), das er vertritt.

Zum VPNK schreibt der Berliner Verfassungsschutz in seinem aktuellen Bericht: einer der „prägenden Akteure“ einer Szene, die „das Existenzrecht Israels negierte und den Terror der Hamas feierte“. Der Senat ergänzte 2025: Unter dem Dach des VPNK arbeiten „Anhängerinnen und Anhänger der Hamas und der PFLP eng zusammen“.

Was auf der Bühne passiert, passt dazu. Ibrahim ruft zu einer Schweigeminute auf – für „Märtyrer“ in Palästina, Libanon, Syrien, Jemen, Irak und ausdrücklich für die „Märtyrer der Islamischen Republik Iran“. Das ist die Länderliste der sogenannten Achse des Widerstands. Israel heißt von derselben Bühne nur „das zionistische Gebilde“. Im Video: Intifada-Rufe und „Palästina ist unser Land“, gerufen in Richtung eines israelischen Gegendemonstranten.

Die Frage der letzten Tage war, ob Ibrahim Ibrahim in politischen Räumen willkommen ist. Diese Aufnahme beantwortet, wofür er steht. Wir haben die Reden übersetzt und dokumentiert.

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