Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.

Robert-Havemann-Gesellschaft e. V. Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Robert-Havemann-Gesellschaft e. V., Gemeinnützige Organisation, Klosterstraße 66, Berlin.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft, im November 1990 von der Bürgerbewegung Neues Forum als politischer Bildungsverein gegründet, dokumentiert und vermittelt die Geschichte und Erfahrungen von Opposition und Widerstand in der DDR.

Was heute mit wenigen Klicks veröffentlicht werden kann, war in der DDR oft mit hohen Risiken verbunden oder augenschein...
01/06/2026

Was heute mit wenigen Klicks veröffentlicht werden kann, war in der DDR oft mit hohen Risiken verbunden oder augenscheinlich unmöglich. Wer unabhängige Meinungen, politische Texte oder Informationen verbreiten wollte, tat dies daher häufig im Samisdat, dem „Selbstverlag“ außerhalb staatlicher Kontrolle.

Mit Schreibmaschinen, Kohlepapier, Matrizen- oder einfachen Druckgeräten entstanden seit den 1950er Jahren Untergrundzeitschriften, Flugblätter und Broschüren, die heimlich weitergegeben wurden. Besonders in den 1980er Jahren wurde Samisdat zu einem wichtigen Sprachrohr der DDR-Opposition.

Gedruckt wurde oft in Wohnungen, Gemeinderäumen oder kirchlichen Einrichtungen, trotz drohender Repressionen. Samisdat bedeutete nicht nur Informationsaustausch, sondern auch Vernetzung, Solidarität und das Sichtbarmachen unabhängiger Stimmen in der Diktatur.

Die Sammlung an Samisdat-Publikationen im Archiv der DDR-Opposition, die Teils oben in den Bildern abgebildet zu finden sind, ist mit über 160 Titeln eine der größten und umfangreichsten ihrer Art. In dieser Sammlung befinden sich Periodika wie auch Einzelausgaben. Die Publikationen zählen zu den bedeutsamsten schriftlichen Zeugnissen der DDR-Opposition, da sich deren Akteure in den Blättern der Selbstverlage frei artikulieren konnten.

Mehr Informationen zu diesem Thema findet ihr auf unserer Webseite unter: https://www.havemann-gesellschaft.de/archiv-der-ddr-opposition/sammlungen/samisdat-der-ddr-opposition/ sowie auch hier: https://www.jugendopposition.de/jugendopposition/themen/565047/samisdat/

Wie wird Erinnerung gemacht, wer missbraucht sie und welche Rolle kann sie in einer demokratischen Gesellschaft spielen?...
29/05/2026

Wie wird Erinnerung gemacht, wer missbraucht sie und welche Rolle kann sie in einer demokratischen Gesellschaft spielen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das 14. Europäische Gedenksymposium des European Network Remembrance and Solidarity (ENRS) .eu vom 27.–29. Mai in Bratislava.
Unter dem Motto „Memory Wars: Facts, Disinformation and the Politics of Remembrance“ diskutierten internationale Expertinnen und Experten über den Umgang mit Geschichte in Zeiten von Desinformation und Künstlicher Intelligenz. Für die Robert-Havemann-Gesellschaft nahm Sebastian Zilm an einem internationalen Panel teil und sprach darüber, wie Geschichte und Erinnerungskultur für junge Menschen ansprechend vermittelt werden können und welche Antworten Erinnerungsinstitutionen auf die Herausforderungen der „Memory Wars“ finden müssen.
Die Tagung hat gezeigt, wie wichtig der europäische Austausch über Erinnerungskultur gerade in einer Zeit ist, in der historische Deutungen zunehmend umkämpft sind.

„Ich wünsche mir, dass die Politik uns junge Menschen und unsere Interessen ernster nimmt“Viele junge Menschen erleben P...
28/05/2026

„Ich wünsche mir, dass die Politik uns junge Menschen und unsere Interessen ernster nimmt“

Viele junge Menschen erleben Politik als weit entfernt vom eigenen Alltag, obwohl sie Tag zu Tag direkt davon beeinflusst werden, besonders im Blick auf ihre Zukunft. Genau hier setzt das neue Podcast-Projekt der Robert-Havemann-Gesellschaft an: In insgesamt vier Workshops entwickeln Berliner Schülerinnen und Schüler eigene Fragen an Politikerinnen und Politiker, vorbereitet durch die Arbeit mit historischen Materialien aus dem Archiv der DDR-Opposition.

Den Auftakt der Workshop-Reihe machten die Schülerinnen und Schüler des John-Lennon-Gymnasiums. Gemeinsam diskutierten sie über politische Teilhabe, demokratische Gesprächskultur und ihre Erwartungen an heutige Politik. Aus diesen Gesprächen entsteht eine Podcast-Reihe, in der junge Menschen selbst das Mikrofon übernehmen. 🎙️

Am 21. Mai 1990 wurde in Ost-Berlin symbolisch die Hoffnung auf eine eigenständige demokratische Verfassung der DDR zu G...
27/05/2026

Am 21. Mai 1990 wurde in Ost-Berlin symbolisch die Hoffnung auf eine eigenständige demokratische Verfassung der DDR zu Grabe getragen. Unter dem Titel „Beerdigung eines Verfassungsentwurfes“ protestierten Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerbewegungen gegen den politischen Kurs der schnellen Vereinigung ohne breite öffentliche Debatte über eine neue Verfassung.

Die Aufnahmen zeigen einen Moment zwischen Aufbruch, Enttäuschung und politischem Protest in der Transformationszeit von 1989/90.

Die oben gezeigten Fotografien stammen von Andreas Kämper. Sein umfangreicher Fotobestand ist heute Teil des Archivs der Robert-Havemann-Gesellschaft und dokumentiert zentrale Ereignisse der Friedlichen Revolution und der Transformationszeit. Mehr Infos zu seinen Arbeiten findet ihr hier: www.havemann-gesellschaft.de/archiv-der-ddr-opposition/bildarchiv/bestaende-einzelner-fotografen/bestand-kaemper-andreas/

Am 21. Juni 2026 öffnen wir unsere Türen: Die Robert-Havemann-Gesellschaft lädt herzlich zum Tag der offenen Tür in ihre...
26/05/2026

Am 21. Juni 2026 öffnen wir unsere Türen: Die Robert-Havemann-Gesellschaft lädt herzlich zum Tag der offenen Tür in ihre neuen Räumlichkeiten in der Klosterstraße 66 ein.

Nach intensiven Wochen des Umzugs und Einrichtens möchten wir euch unseren neuen Standort vorstellen und Einblicke in unsere Arbeit geben. An diesem Tag öffnen wir auch unsere Magazin- und Archivräume und bieten Führungen zur Geschichte der Robert-Havemann-Gesellschaft, des Archivs der DDR-Opposition und zu den Hintergründen unseres Umzugs an.

🕒 Führungen um 12.00, 14.00 und 16.00 Uhr
📍 Klosterstraße 66, 10179 Berlin
📅 21. Juni 2026

Kommt vorbei, lernet unsere neuen Räume kennen und werft einen Blick hinter die Kulissen der Robert-Havemann-Gesellschaft.

Die Anmeldung für die Führungen erfolgt über folgenden Link: https://forms.cloud.microsoft/e/GP3i3XJPre

Im Anschluss lohnt sich auch ein Besuch auf dem Parochialkirchhof nebenan: Dort findet im Rahmen der Fête de la Musique von 14.00 bis 22.00 Uhr ein Programm mit Nonstop-Chormusik statt.

Noch bis zu den Sommerferien zeigt das Robert-Havemann-Gymnasium in Berlin-Karow unsere Wanderausstellung „Robert Havema...
24/05/2026

Noch bis zu den Sommerferien zeigt das Robert-Havemann-Gymnasium in Berlin-Karow unsere Wanderausstellung „Robert Havemann 1910–1982“. Die Ausstellung erinnert in fünf Kapiteln an Leben, Wirken und Widerstand von Robert Havemann.

Wir bedanken uns herzlich beim Robert-Havemann-Gymnasium für das Interesse an unserer Ausstellung und die gelungene Ausstellungseröffnung. Die hier gezeigten Bilder geben Eindrücke vom gemeinsamen Auftakt und den Gesprächen vor Ort.

Weitere Informationen zur Wanderausstellung findet ihr auf der Website der Robert-Havemann-Gesellschaft.

Dass morgen zum wiederholten Male ausgerechnet im Robert-Havemann-Clubhaus in Grünheide ein von der AfD-Fraktion im Krei...
21/05/2026

Dass morgen zum wiederholten Male ausgerechnet im Robert-Havemann-Clubhaus in Grünheide ein von der AfD-Fraktion im Kreistag Oder-Spree organisierter „Bürgerdialog“ stattfinden soll, irritiert uns sehr.

Robert Havemann lebte in Grünheide und wurde dort wegen seiner öffentlichen Kritik an der SED-Diktatur über Jahre von der Staatssicherheit überwacht und schließlich unter Hausarrest gestellt. Sein Wohnort war schon zu seinen Lebzeiten ein wichtiger Treffpunkt oppositioneller, kritischer und unabhängiger Stimmen in der DDR und blieb dies auch nach seinem Tod.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft bewahrt dieses Erbe und setzt sich dafür ein, dass die Erfahrungen aus der Geschichte von Opposition und Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR jüngeren Generationen weitergegeben werden. Robert Havemann stand wie kaum ein anderer für kritisches Denken, demokratische Freiheit, den Einsatz für Menschenrechte und den Mut zum Widerspruch gegen autoritäres Denken. Als Naturwissenschaftler verkörperte er zudem ein Verständnis von Öffentlichkeit, das auf Rationalität, Aufklärung und wissenschaftlicher Erkenntnis beruhte.

Die politischen Positionen und die Rhetorik der AfD stehen aus unserer Sicht in fundamentalem Widerspruch zu diesem Erbe. Seit Jahren versuchen Vertreterinnen und Vertreter der Partei, die Geschichte der DDR-Opposition und der Friedlichen Revolution politisch zu vereinnahmen und historische Narrative für gegenwärtige politische Zwecke umzudeuten. Erinnerungspolitik erscheint dabei nicht als Grundlage für demokratischen Austausch und gesellschaftliche Verständigung, sondern zunehmend als politischer Kampfbegriff.

Es ist zu erwarten, dass sich die Vertreter der AfD auch in Grünheide in die Tradition von Robert Havemann und des Widerstandes gegen die SED-Diktatur stellen werden, während sie zugleich die demokratischen Verhältnisse der Gegenwart mit einer Diktatur gleichsetzen. Eine solche Geschichtsdeutung relativiert die Erfahrungen politischer Verfolgung in der DDR und widerspricht dem historischen Erbe, für das Robert Havemann und wir als Institution, die seinen Namen trägt, stehen.

Wir gratulieren Udo Lindenberg zum 80. Geburtstag!Nachdem er sich jahrelang um ein Konzert in der DDR bemühte, trat der ...
17/05/2026

Wir gratulieren Udo Lindenberg zum 80. Geburtstag!

Nachdem er sich jahrelang um ein Konzert in der DDR bemühte, trat der damals 37-jährige Lindenberg am 25. Oktober 1983 zum ersten und auch letzten mal vor dem Mauerfall in der DDR auf. Der Auftritt fand im Rahmen der Veranstaltung „Rock für den Frieden“ im Palast der Republik statt und wurde von der DDR-Führung sowie der Staatssicherheit genau beobachtet. Das Publikum bestand überwiegend aus FDJ-Mitgliedern und ausgewählten Gästen.

Bereits zuvor hatte Lindenberg, der in der DDR viele Fans hatte, mit dem Lied „Sonderzug nach Pankow“ die Aufmerksamkeit der DDR-Führung auf sich gezogen. Darin wendete er sich mit den Worten "Ey Honey, ich sing für wenig Money / Im Republik-Palast, wenn ihr mich lasst" direkt an SED-Generalsekretär Erich Honecker und forderte die Möglichkeit, in der DDR aufzutreten. Das Lied, dessen öffentliche Verbreitung in der DDR eine Straftat darstellte, wurde nicht offiziell veröffentlicht, verbreitete sich jedoch dennoch im ganzen Land.

Die geplante DDR-Tournee Lindenbergs kam nie zustande. Sein Konzert im Palast der Republik blieb sein einziger Auftritt in der DDR.

Auch im Archiv der Robert-Havemann-Gesellschaft finden sich Zeugnisse dieses besonderen Moments deutsch-deutscher Musikgeschichte: Unsere Bestände umfassen Fotografien von Udo Lindenberg, darunter auch Aufnahmen seines Auftritts im Oktober 1983 im Palast der Republik.

P.S - am 18. August zeigen wir "Die Akte Lindenberg" im diesjährigen Campus Kino auf dem Campus für Demokratie, also kommt vorbei!

Drei Abende, viele Perspektiven: Auch dieses Jahr bringt unsere Lesebühne Literatur, Zeitgeschichte und Diskussionen zus...
12/05/2026

Drei Abende, viele Perspektiven: Auch dieses Jahr bringt unsere Lesebühne Literatur, Zeitgeschichte und Diskussionen zusammen, mitten in der ehemaligen Stasi-Zentrale auf dem Campus für Demokratie.

Die vergangenen Termine haben bereits gezeigt, wie vielfältig Literatur rund um die Themen DDR, Staatssicherheit und Diktatur ist: von Helene Bukowskis Romanpremiere über die Folgen von Tschernobyl in der DDR bis hin zu widerständigen Punk-Frauen und Subkulturen in Ostdeutschland. Danke an alle, die mitdiskutiert, zugehört und den Raum mit Fragen gefüllt haben, sowie an alle Teilnehmenden.

Im Juni geht es weiter:

📖 02.06. - „Rechte Gewalt im Ost-Berlin der 1980er Jahre“
Diskussion zu rechten Subkulturen in Ostdeutschland seit den 1970er Jahren.

📖 09.06.- „Alternative Lebenskonzepte von Menschen mit Behinderung in der DDR“
Lesung und Gespräch mit Karsten Krampitz zu seinem Roman „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“.

📍 Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, "Haus 22"
🕡 Beginn jeweils 18:30 Uhr

Kommt vorbei, hört zu und diskutiert mit! Alle weiteren Infos sowie weitere Fotos der vergangenen Termine findet ihr hier: www.havemann-gesellschaft.de/veranstaltungen/260413-lesebuehne-2026/

Anfang dieser Woche war zum ersten Mal richtig Leben in unseren neuen Räumlichkeiten: Schülerinnen und Schüler des John-...
08/05/2026

Anfang dieser Woche war zum ersten Mal richtig Leben in unseren neuen Räumlichkeiten: Schülerinnen und Schüler des John-Lennon-Gymnasiums, die im September im Zuge der Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre erstmals wählen dürfen, arbeiteten mit Materialien aus dem Archiv der DDR-Opposition und führten ein selbst vorbereitetes Interview mit einem Politiker.

Für das Gespräch mit dem Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses Dennis Haustein setzten sie sich intensiv mit Themen wie Menschenrechten, Selbstwirksamkeit, politischem Engagement und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander. Auf Grundlage ihrer Recherchen entwickelten sie eigenständig Fragen und einen Interviewleitfaden und führten das Gespräch anschließend selbst.

Der Workshop bildet den Auftakt einer mehrteiligen Reihe, die wir dank der Förderung der Landeszentrale für politische Bildung umsetzen können. Die Interviews werden wir nach und nach als Podcast auf allen gängigen Plattformen veröffentlichen.

Adresse

Klosterstraße 66
Berlin
10179

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 16:00
Mittwoch 09:00 - 20:00
Donnerstag 09:00 - 16:00
Freitag 09:00 - 16:00

Telefon

+4930577998010

Webseite

http://www.revolution89.de/, http://www.jugendopposition.de/

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Robert-Havemann-Gesellschaft e. V. erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Teilen