26/06/2026
Darf man Menschen steuern? Verbote, Anreize, „Nudging“ in der Wirtschaftspolitik
Ordnungspolitischer Salon
30.06.26, 19 Uhr
Die Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch auf einen Staat, der einen Rahmen sichert, in dem sie ihre Freiheitsrechte ausüben können. Zugleich soll die Politik Probleme lösen, was erfordert, das Verhalten von Menschen zu beeinflussen, etwa beim Klimaschutz oder der sozialen Sicherung. Wie weit sind dabei Verbote zulässig, auch wenn sie nicht allein der Abwehr der Schädigung anderer dienen? Ist es legitim, Menschen vor sich selbst zu schützen oder ist jede Form von Paternalismus abzulehnen? Darf die Politik Menschen zu sozialem Verhalten „schubsen“? Welches Menschenbild dient einer Wirtschaftspolitik, die die Freiheitsrechte schützt und zugleich anerkennt, dass Menschen aus krummem Holz geschnitzt sind? Darüber spricht Prof. Dr. Georg Cremer mit Prof. Dr. Nils Goldschmidt. Zugleich wird es auch um Verpflichtungen der Bürgerinnen und Bürger gehen. Wenn sie erwarten, dass Politik wie ein Lieferservice ihre je individuellen Wünsche zu erfüllen hat, scheint Realpolitik stets zu scheitern.
Prof. Dr. Nils Goldschmidt, Volkwirt und Theologe, ist Direktor des Weltethos-Instituts und Mitglied im Deutschen Ethikrat.
Prof. Dr. Georg Cremer ist Volkswirt und Publizist. Er war bis 2017 Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes, und ist Mitglied der Alterssicherungskommission 2026 der Bundesregierung.