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NSU Watch »Aufklären und Einmischen« | »Aydınlatma ve Müdahale«
Unabhängige Beobachtung des NSU-Prozesses

📨 Am 4. September kommt die nächste Ausgabe von unserem monatlichen   „Aufklären und Einmischen"!Themen der September-Au...
01/09/2026

📨 Am 4. September kommt die nächste Ausgabe von unserem monatlichen „Aufklären und Einmischen"!

Themen der September-Ausgabe:

➡️ Die Haftprüfung von Beate Zschäpe

➡️ Kurzer Prozess im Nordkreuz-Komplex

➡️ Die Ideologie der Sächsischen Separatisten

Wie immer:

➡️ Termine bundesweit

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Wir gedenken: Heute vor 25 Jahren, am 29. August 2001, wurde Habil Kılıç im Frischwarenladen seiner Familie in  -Ramersd...
29/08/2026

Wir gedenken: Heute vor 25 Jahren, am 29. August 2001, wurde Habil Kılıç im Frischwarenladen seiner Familie in -Ramersdorf vom ermordet. Er wurde 38 Jahre alt und hinterließ seine Frau und eine Tochter.

Im Jahr 2000 hatte die Familie den Frischwarenladen eröffnet. Habil Kılıç arbeitete nach dem Feierabend seiner bisherigen Arbeit in dem gemeinsamen Geschäft.

Im August 2001, knapp anderthalb Jahre nach dessen Eröffnung, arbeitete Habil Kılıç auch tagsüber im Laden, weil seine Frau und seine Tochter im Urlaub waren. Am Vormittag des 29. Augusts 2001 wurde er dort vom NSU erschossen.

Nach dem Mord ermittelten die Behörden gegen den Ermordeten, seine Familie und das Umfeld. Der Mord des NSU, das Verhalten der Behörden und die von ihnen verbreiteten rassistischen Gerüchte über den Ermordeten sorgten letztlich dafür, dass Familie Kılıç neben dem Familienvater auch ihr nachbarschaftliches Umfeld und ihren Lebensunterhalt verlor.

Habil Kılıçs Frau, P. Kılıç, war die erste Angehörige, die im NSU-Prozess als Zeugin befragt wurde. Richter Götzl trat ihr gegenüber autoritär auf. P. Kılıç wollte bei ihrer Vernehmung am 22. Verhandlungstag nicht vor „dieser Frau“ – also der Hauptangeklagten im NSU-Prozess, Beate Zschäpe – über die Situation nach der Tötung ihres Mannes sprechen: „Wie kann das sein? Können sie sich das nicht vorstellen, wenn man den Mann, dann den Laden verliert? Wie die Leute darüber reden, wenn man wie ein Verdächtiger behandelt wird? Was soll ich hier sagen vor dieser Frau?“

P. Kılıç berichtete auf Drängen des Richters: Sie hätten eine große Menge Schaden angerichtet, erst den Mann ermordet, dann den ganzen Freundeskreis kaputtgemacht, das ganze Finanzielle: „Alles haben sie kaputtgemacht, alles.“

An Habil Kılıç erinnert heute eine Gedenktafel am ehemaligen Geschäft der Familie in der Bad-Schachener-Straße.

Wir gedenken heute Ferdane Satır, Zeliha Turhan, Rasim Turhan, Tarık Turhan, Çiğdem Satır, Ümit Satır, Songül Satır und ...
26/08/2026

Wir gedenken heute Ferdane Satır, Zeliha Turhan, Rasim Turhan, Tarık Turhan, Çiğdem Satır, Ümit Satır, Songül Satır und Ramazan Satır. Vor 42 Jahren starben sie nach dem rassistischen Brandanschlag auf das Wohnhaus in Duisburg, in dem ihre Familie lebte.

Jahrzehntelang war der Anschlag vergessen. Erst seit 2023 trägt das Haus in der Wanheimer Straße mit einer Tafel ein sichtbares Zeichen des Gedenkens. Sie zeigt unter anderem die Aufschrift: „Alles hat seine Zeit. Eine Zeit der Stille, eine Zeit des Schmerzes und der Trauer, aber auch eine Zeit der Gerechtigkeit“. Überlebende und Angehörige kämpften über Jahre für ein würdiges Gedenken.

Bis heute gibt es keine konsequente Aufklärung. In Richtung eines rassistischen Motivs wurde nie ermittelt, obwohl die Täterin auch für einen Anschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft verantwortlich war. In der Zeit des Brandanschlags gab es in Westdeutschland eine massive rechte Mobilisierung gegen sogenannte Gastarbeiter*innen.

2024 präsentierte NRW-Innenminister Herbert Reul die Ergebnisse der „ToreG NRW“-Recherche zur „Klassifikation von Todesopfern rechter Gewalt in NRW“. Ziel des Projektes war es, sogenannte „Grenzfälle“ einer Neubewertung zu unterziehen. Die LKA-Gruppe stützte sich dabei aber ausschließlich auf Strafermittlungs- und Prozessakten. Andere Materialien, Spuren oder Quellen hat sie sich nicht anschauen oder anhören wollen. Überlebende und Angehörige wurden nicht einbezogen. Der Brandanschlag vom 26. August 1984 wurde von „ToreG NRW“ nicht als rassistische Tat anerkannt.

Heute wird es um 17 Uhr eine Kundgebung in der Fischerstr. 2-4 geben. Mehr dazu findet ihr hier: https://www.instagram.com/p/DbgKBz-CEmj/?img_index=1.

Wir gedenken heute Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân. Sie wurden vor 46 Jahren, in der Nacht vom 21. zum 22. August 1980, ...
22/08/2026

Wir gedenken heute Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân. Sie wurden vor 46 Jahren, in der Nacht vom 21. zum 22. August 1980, bei einem rassistischen Brandanschlag auf eine Geflüchtetenunterkunft in der Halskestraße in von Ne***zis ermordet.

Im Jahr 2014 gründete sich die Initiative in Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân in Reaktion auf das Bekanntwerden des NSU. Überlebende des Anschlags kämpften gemeinsam mit der Mutter Đỗ Anh Lâns und mit einigen solidarischen Menschen zehn Jahre lang für die Schaffung eines Gedenk- und Erinnerungsorts. in Reaktion auf das Bekanntwerden des NSU. Überlebende des Anschlags kämpften gemeinsam mit der Mutter Đỗ Anh Lâns und mit einigen solidarischen Menschen zehn Jahre lang für die Schaffung eines Gedenk- und Erinnerungsorts.

Denn bereits wenige Jahren nach dem Brandanschlag erinnerte in Hamburg nichts mehr an die Opfer.

„Wenn die Opfer vergessen werden, dann werden auch die Taten vergessen. Das Leid wiederholt sich für jede weitere Familie, die es trifft. Deshalb müssen wir endlich anfangen, den Opfern rassistischer Gewalt zu gedenken. Das braucht öffentliche Orte!“ So fasst einer der Überlebenden die Motivation hinter der Initiative zusammen.

2024 wurde schließlich die Hamburger Halskestraße und eine dazugehörige Bushaltestelle in Châu-und-Lân-Straße umbenannt und erinnert damit zukünftig an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân.

Die Initiative schreibt: „Wir wollen zwei junger Menschen gedenken, die nie nach Deutschland wollten, sondern vom Krieg flohen und alles hinter sich ließen. Wir trauern, dass sie durch Rechtsterrorist*innen im vermeintlich sicheren Deutschland ermordet wurden. Wir klagen an, dass sie erst zum Anschlagsziel wurden, weil das gesellschaftliche Klima dafür den Boden bereitet hat. Wir können es nicht akzeptieren, dass sie einfach vergessen wurden und die Täter*innen wieder auf freien Fuß kamen.“

Die Initiative Initiative in Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân lädt heute um 14 Uhr zu einem Gedenken an Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân am Öjendorfer Friedhof in Hamburg, Trauerhalle 3 ein. https://www.instagram.com/p/DcReMQXjX3s/?img_index=1

📻 Unsere neue  -Folge ist da!Wir sprechen mit Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek über die Schweigemärsche „Kein 10. Opfer“ ...
14/08/2026

📻 Unsere neue -Folge ist da!

Wir sprechen mit Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek über die Schweigemärsche „Kein 10. Opfer“ vor 20 Jahren. Nach den NSU Morden an Mehmet Kubaşık am 4. April 2006 und an Halit Yozgat am 6. April 2006 entschlossen sich die Angehörigen der Mordopfer, in Kassel und Dortmund auf die Straße zu gehen.

Obwohl es eine Mordserie ausschließlich an migrantischen Männern war, richteten sich Ermittlungen nach den Morden gegen die Mordopfer und gegen ihre Familien – nicht gegen rechts. Auch darauf wollten die Angehörigen hinweisen.

Ali Şirin, Unterstützer der Familie Kubaşık schreibt in einem Text über die Schweigemärsche in der Broschüre „Sein Leben, unsere Erinnerung. Gegen das Vergessen. Erinnern an Mehmet Kubaşık": "Der Schweigemarsch am 6. Mai 2006 in Kassel wurde von der Familie Yozgat organisiert. Die Familie kontaktierte weitere Angehörige von Opfern. 4000 Menschen kamen zusammen und setzten ein Zeichen der Solidarität. Der Schweigemarsch in Dortmund fand am 11. Juni 2006 statt. Auf den Schildern stand geschrieben: 'Stoppt die Mörder' auf einem großen schwarzen Banner: 'Kein 10. Opfer'".

Semiya Şimşek, Tochter des vom NSU ermordeten Enver Şimşek und Gamze Kubaşık, Tochter von Mehmet Kubaşık lernten sich auf dem Schweigemarsch in Kassel kennen. Wir blicken mit ihnen auf die Demonstrationen zurück und darauf wie es weiter ging. Sie sprechen darüber, wie die erhoffte Aufklärung und Solidarität ausblieben und es noch fünf weitere Jahre dauern sollte, bis endlich klar wurde, wer ihre Väter ermordet hat: Die Ne***zis des NSU.

🎧 Hört den Podcast jetzt bei allen Podcatchern, bei Spotify hier:

In Folge #118 vom Podcast „NSU-Watch: Aufklären und Einmischen“ sprechen wir mit Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek über die Schweigemärsche „Kein 10. Opfer“ vor 20 Jahren. Nach den NSU Morden an Mehmet Kubasik am 4. April 2006 und an Halit Yozgat am 6. April 2006 entschlossen sich die A...

Wir gedenken heute Heather Heyer. Sie wurde vor neun Jahren, am 12. August 2017, von einem Ne***zi ermordet. Bei den Pro...
12/08/2026

Wir gedenken heute Heather Heyer. Sie wurde vor neun Jahren, am 12. August 2017, von einem Ne***zi ermordet. Bei den Protesten gegen einen Nazi-Aufmarsch in (USA) attackierte ein Rechter eine Gruppe Antifaschist*innen mit seinem Auto. Dabei wurde Heather Heyer schwer verletzt, sie verstarb im Krankenhaus.

„If you're not outraged, you're not paying attention“

Das war Heather Heyers letzter Post auf Facebook.

Heute gedenken wir Delfin Guerra und Raúl Garcia Paret, die vor 47 Jahren, am 12. August 1979, in   von einem rassistisc...
12/08/2026

Heute gedenken wir Delfin Guerra und Raúl Garcia Paret, die vor 47 Jahren, am 12. August 1979, in von einem rassistischen Mob in den Tod getrieben wurden.

Die genauen Todesumstände wurden bis heute nicht ausreichend ermittelt, Täter*innen wurden nicht zur Verantwortung gezogen. Raúl Garcia Paret wurde 21 Jahre alt, Delfin Guerra wurde 18 Jahre alt. Die beiden Kubaner lebten als sogenannte Vertragsarbeiter in Merseburg.

Am 40. Todestag wurde Delfin Guerras und Raúl Garcia Parets das erste Mal gedacht. Seitdem kommen jedes Jahr Menschen auf Einladung der zusammen, um gemeinsam zu erinnern und die juristische Aufarbeitung der Todesfälle am 12. August 1979 in Merseburg und aller weiteren rassistischen Morde in der DDR und zur Wendezeit einzufordern.

Gemeinsam mit den Neffen und den Schwestern Delfíns Guerras wurde 2025 eine Gedenktafel enthüllt.

In diesem Jahr ruft die Initiative zum Spenden für die Angehörigen auf. https://www.gofundme.com/f/unterstutzt-familie-guerra

📨 Am 5. August kommt die nächste Ausgabe von unserem monatlichen   „Aufklären und Einmischen"!Themen der August-Ausgabe:...
31/07/2026

📨 Am 5. August kommt die nächste Ausgabe von unserem monatlichen „Aufklären und Einmischen"!

Themen der August-Ausgabe:

➡️ „Ein Schuldspruch, der wie ein Freispruch wirkt“: Das Urteil im 2. NSU-Prozess

➡️ Rechter Anschlag in Schongau

➡️ Schuldabwehr im Prozess gegen die Sächsischen Separatisten

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Vor 26 Jahren verletzte beim antisemitischen und rassistischen Sprengstoffanschlag vom 27. Juli 2000 am S-Bahnof   in   ...
27/07/2026

Vor 26 Jahren verletzte beim antisemitischen und rassistischen Sprengstoffanschlag vom 27. Juli 2000 am S-Bahnof in eine selbstgebaute, ferngezündete Bombe 12 Menschen aus einer Gruppe von Sprachschüler*innen einer Erwachsenenbildungseinrichtung schwer oder sogar lebensgefährlich.

Der 27. Juli 2000 ist ein über viele Jahre beinahe vergessenes Datum in der Geschichte rechten Terrors und rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.
Die Betroffenen kamen – wie jeden Wochentag um diese Uhrzeit – von einer Sprachschule, in der Erwachsene mit internationaler Familiengeschichte Deutschkurse besuchen konnten. Der Bombenanschlag galt ihnen als Menschen aus den ehemaligen GUS-Staaten. Als Botschaftstat rechten Terrors folgte der Anschlag rassistischen und antisemitischen Motiven.

Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt. Ein Strafverfahren und ein Prozess gegen einen massiv Tatverdächtigen, den Militaria-Händler Ralf Spies, der der Ne***zi-Szene nahestand, endete im Sommer 2018 – achtzehn Jahre nach dem Anschlag – mit einem Freispruch. Bereits unmittelbar nach der Tat war gegen den später Angeklagten ermittelt worden, die Ermittlungsbehörden der Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Düsseldorf vermochten es in der Zeit nach dem 27. Juli 2000 jedoch nicht, die etlichen, dringend belastenden Beweise konsequent zusammenzufügen.

Heute wissen wir: Weil die Ermittler*innen die Dimensionen rechter Strukturen und ihrer Akteure in Nordrhein-Westfalen und in Düsseldorf seinerzeit nicht ernst genug genommen hatten, trauten sie dem Verdächtigen, der der Kameradschaft Düsseldorf unter Sven Skoda nahestand, die Tat nicht zu und ließen ihm seine vermeintlichen Alibis voller Widersprüche und Ausflüchte durchgehen. Zugleich indes ermittelten sie auch im Umfeld der Betroffenen. Als sich 17 Jahre nach der Tat neue Ermittlungsansätze gegen Spies ergaben, war es für ein gründliches Gerichtsverfahren zu spät, der Indizienprozess endete rechtskräftig mit Freispruch.

Die Initiative "Wehrhahn erinnern" organisiert ein individuelles Gedenken am Tatort mit einer Audioinstallation (18 Uhr) und einem Inforundgang (18:30).

Heute, am 22. Juli, gedenken wir der 77 Menschen, die 2011 in   und auf der Insel   durch einen Rechtsterroristen ermord...
22/07/2026

Heute, am 22. Juli, gedenken wir der 77 Menschen, die 2011 in und auf der Insel durch einen Rechtsterroristen ermordet wurden und sind solidarisch mit allen Menschen, die an diesem Tag Angehörige verloren haben, verletzt oder traumatisiert wurden.

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit den Anwohner*innen rund um die Insel Utøya, die sich durch eine Gedenkstätte „nicht ständig an die Anschläge erinnern lassen wollen“, konnte im Juni 2022 endlich ein zentraler Gedenkort für die 77 Ermordeten der Anschläge vom 22. Juli 2011 eröffnet werden. Die Gedenkstätte liegt etwa 30 Kilometer nordwestlich von Oslo und besteht aus 77 Bronzesäulen – eine für jede und jeden Ermordete*n. Von dem Anleger, an dem der Gedenkort liegt, fährt die Fähre zur Insel Utøya.

Am Mittag des 22. Juli 2011 zündete ein 32-jähriger rechter Attentäter zuerst eine Autobombe vor Regierungsgebäuden in der norwegischen Hauptstadt Oslo und tötete damit acht Menschen. Anschließend führte er den Anschlag in einem Feriencamp der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF auf der Insel Utøya fort und ermordete 67 überwiegend junge Menschen und trieb zwei weitere in den Tod.

Die Anschläge von Oslo und Utøya sind eine Blaupause für und motivierten die rechten Terroristen von , , , und . Und so bezog sich auch der Täter des Anschlags am Münchner Olympia-Einkaufszentrum ( ) fünf Jahre nach dem Anschlag, am 22. Juli 2016, auf dieses Vorbild.

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