15/06/2026
Wenn das Konto gesperrt ist – wie komme ich an mein Geld?
Die Preise für Lebensmittel und Energie steigen – und für viele reicht das Geld nicht mehr für Miete, Strom oder den Einkauf. Wenn Rechnungen nicht bezahlt werden können, droht eine Kontopfändung.
Das sogenannte Pfändungsschutzkonto (P‑Konto) soll das Existenzminimum sichern. Doch in der Praxis hakt es: Banken wandeln Konten oft verspätet in ein P‑Konto um und geben eingehende, eigentlich geschützte Gelder nicht frei.
Was bedeutet das konkret? Der gesetzlich geschützte Freibetrag wird nicht schnell genug eingerichtet. Das führt dazu, dass Miete, Abschläge oder der Einkauf nicht bezahlt werden können. Nicht selten sind auch Familien mit Kindern betroffen.
Eine aktuelle Umfrage der AG Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) unter 1.400 gemeinnützigen Beratungsstellen zeigt, wie groß die Herausforderungen derzeit sind:
🔹 64 Prozent nennen Probleme mit P‑Konten als Herausforderung in der Beratung.
🔹 56 Prozent der teilnehmenden Beratungsstellen melden eine deutlich gestiegene Nachfrage von Ratsuchenden.
🔹 87 Prozent beobachten vermehrt psychische Belastungen oder Suchtprobleme bei Ratsuchenden.
Schuldnerberatungsstellen können hier helfen. Doch sie sind überlastet und Ratsuchende müssen nach ersten Notfallschritten immer längere Wartezeiten für eine dauerhafte Klärung ihrer Situation in Kauf nehmen.
Die Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15.–19. Juni 2026 macht auf diese Missstände aufmerksam mit dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? Wenn das P‑Konto zum Problemkonto wird“.
Ihre Forderungen:
✅ Wirksamer staatlicher Schutz des P‑Kontos, damit das Existenzminimum gesichert ist.
✅ Barrierefreier Zugang zum Basiskonto
✅ Ausbau und dauerhafte Finanzierung von Schuldnerberatung
✅ Gesetzlicher Rechtsanspruch auf kostenlose, unabhängige Schuldnerberatung
Die Schuldnerberatungen unterstützen dabei, Rechte zu klären, nächste Schritte zu planen und wieder handlungsfähig zu werden. Hilfe & Infos unter: www.meine-schulden.de
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