20/09/2026
Am heutigen Abend beginnt Jom Kippur, der höchste Feiertag des jüdischen Jahres.
Jüdinnen und Juden auf der ganzen Welt begehen diesen Tag in einer Zeit, in der jüdisches Leben wieder in einem Ausmaß von Antisemitismus, Hass und Bedrohung überschattet wird, wie wir es seit Jahrzehnten nicht erlebt haben.
Juden werden angefeindet, weil sie Juden sind. Jüdische Einrichtungen müssen geschützt werden. Menschen überlegen, ob sie eine Kippa oder einen Davidstern offen tragen können. Antisemitismus kommt von rechts, von links und aus islamistischen Milieus – und allzu oft begegnen wir ihm mit Gleichgültigkeit, Relativierung oder Schweigen.
Wir dürfen das als offene, freie Gesellschaft nicht hinnehmen.
Margot Friedländer hat uns immer wieder daran erinnert, dass Menschlichkeit nicht selbstverständlich ist. Sie braucht Menschen, die für sie eintreten.
Deshalb sollten auch wir uns fragen: Was tun wir selbst, damit Jüdinnen und Juden in diesem Land und überall auf der Welt sicher und frei leben können?
Jeder kann etwas tun. Widersprechen wir, wenn uns Hass und Hetze begegnen. Stellen wir uns Antisemitismus entgegen – laut und deutlich, im Alltag ebenso wie in der Öffentlichkeit. Schauen wir nicht weg.
Wir wünschen allen Jüdinnen und Juden einen friedlichen und sicheren Jom Kippur.
Gmar Chatima tovah!