13/07/2026
Unser letzter Programmtag zum Thema Effektivität und Effizienz führte uns ins Jüdische Krankenhaus Berlin – an einen Ort, an dem die beiden Worte nicht abstrakte Managementbegriffe bleiben, sondern unmittelbar mit Versorgungssicherheit, Führung und Verantwortung unter Druck verbunden sind.
Der Rahmen war besonders: Das Jüdische Krankenhaus befindet sich in einem Eigenverwaltungsverfahren. Damit treffen die ohnehin bestehenden wirtschaftlichen Herausforderungen im Gesundheitswesen auf zusätzliche Anforderungen an Sanierung, Priorisierung und Prozessoptimierung. Umso konkreter wurde die Frage unseres Programmtages: Wie lassen sich knappe Ressourcen so einsetzen, dass sie größtmögliche Wirkung entfalten?
Einen übergreifenden Einblick gab Brit Ismer, Vorstandsvorsitzende und Kaufmännische Vorständin des Jüdischen Krankenhauses. Sie schilderte die Krisen der vergangenen Jahre und machte nachvollziehbar, wie eine Verkettung unglücklicher Faktoren das Haus in eine finanzielle Schieflage brachte – und welche Führungsaufgaben daraus entstehen, wenn Entscheidungen unter hohem wirtschaftlichem, organisatorischem und menschlichem Druck getroffen werden müssen.
Besonders wertvoll waren außerdem die Kleingruppengespräche mit unterschiedlichen Perspektiven aus dem Haus: mit Dr. med. Robin Kleinwächter, Ärztlicher Vorstand und Chefarzt Anästhesiologie, mit Prof. Dr. med. Kristof Graf, Chefarzt der Inneren Medizin/Kardiologie und ehemaliger Ärztlicher Vorstand, mit Samra Grosic, stellvertretende pflegerische Leitung des ambulanten Behandlungszentrums, mit Guido Lenz, der den Restrukturierungsprozess begleitet, sowie mit Dr. med. Saleem Hefni, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, der zugleich auch Vorstand bei Leadership Berlin ist.
Gerade diese unterschiedlichen Blickwinkel machten deutlich: Effektivität heißt, die richtigen Dinge zu tun. Effizienz heißt, sie mit möglichst gutem Ressourceneinsatz umzusetzen.
In einem Krankenhaus kann beides nie isoliert betrachtet werden – es geht immer auch um Patientensicherheit, Mitarbeitende, medizinische Qualität und die Zukunftsfähigkeit der Organisation.
Vielen Dank an das Jüdische Krankenhaus Berlin, an Brit Ismer und an alle Gesprächspartner für die Offenheit, die konkreten Einblicke und die Möglichkeit, Führung in einer anspruchsvollen Transformationssituation aus nächster Nähe zu reflektieren.