Dieffe29

Dieffe29 Mieter*innen-Initiative der Dieffenbachstraße 29

👇 150 Jahre Blumenstraßenkrawalle - ein Kiezspaziergang am 24.7. , 15 Uhr
18/07/2022

👇 150 Jahre Blumenstraßenkrawalle - ein Kiezspaziergang am 24.7. , 15 Uhr

150 Jahre Blumenstraßenkrawalle

Kiezspaziergang, 24.07.2022, 15.00 Uhr
Andreas-/Ecke Singerstr.

Die legendären „Blumenstraßenkrawalle“ erschütterten im Juli 1872 das heutige Friedrichshain. Auslöser des mehrtätigen Aufruhrs waren die Zwangsräumung einer Tischlerfamilie und der Abriss einer Barackensiedlung. Tausende Mieter*innen beteiligten sich, hunderte wurden verletzt und verhaftet, dutzende zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

Die Blumenstraßenkrawalle gehören zu den ersten dokumentierten Protesten gegen miserable Wohnverhältnisse, Mietwucher und Willkür auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Es war die Zeit der Industrialisierung, im selben Jahr schrieb Friedrich Engels seine bekannte Artikelserie „Zur Wohnungsfrage“. Heute, 150 Jahre später, erinnert im Viertel zwischen Ostbahnhof und Strausberger Platz nichts mehr an dieses Ereignis. Wir begeben uns auf Spurensuche.

Es rufen auf:
Berliner MieterGemeinschaft e.V. - Bezirksgruppe Friedrichshain
Wem gehört der Laskerkiez?
Wir bleiben alle Friedrichshain

Die Barackenstadt von Berlin. Nach der Natur aufgenommen von Ludwig Löffler (1819–1876) - Scan des Originals, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6954801

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04/07/2022

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# # # MieterEcho 425 Editorial # # #

Liebe Leserinnen und Leser,

für die Immobilienwirtschaft sind die Zeiten der Verunsicherung in Berlin vorbei. Der Mietendeckel ist vom Tisch, der Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ fristet ein kümmerliches Dasein in einer Senatskommission und wartet darauf, im Laufe der nächsten Jahre gänzlich erledigt zu werden, das Vorkaufsrecht der Bezirke wurde vom Bundesverwaltungsgericht gekippt und als Krönung haben sich mit Frau Giffey, Herrn Geisel und Co. die Freund/innen der privaten Grundeigentümer an die Spitze des Senats gesetzt. Was soll da noch schief gehen?

Der global agierende Immobiliendienstleister Engel und Völkers betrachtete Berlin schon immer als einen der vielversprechendsten Standorte für Investitionen in Europa, und in letzter Zeit hat die Attraktivität noch weiter zugenommen. Der Wohnungsleerstand liegt mit 0,9% auf einem historisch niedrigen Niveau und die Wohnungsnachfrage steigt nicht zuletzt durch den Zuzug aus der Ukraine Geflüchteter, die sich entschließen, dauerhaft in Berlin zu bleiben. Entspannung durch den Neubau ist kaum zu erwarten, die Sanktionspolitik führt zu einer Verteuerung der für die Produktion der Baumaterialien notwendigen Energie und dadurch neben Lieferengpässen und Materialmangel zu enormen Baukostensteigerungen. Schlechte Zeiten also für Wohnungssuchende. Gute hingegen für Anleger aller Art. Unter ihnen hat sich eine Spezies entwickelt, die in den letzten Jahren immer populärer wurde. Familien – vor allem aus Bayern und Baden-Württemberg – die große Vermögen zu vererben haben, können ab einem Bestand von 300 Wohneinheiten ein Immobilienunternehmen gründen, das sich steuerfrei an die Nachkommenschaft vererben lässt. Mietsteigerungen sind dabei selbstredend vorprogrammiert.

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Dieffenbachstrasse 29
Berlin
10967

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