09/04/2026
Vom Asylheim zum Master
ist jemand, der nicht mit großen Parolen auftritt. Kein lautes Pathos, keine dramatischen Wendepunkte – vielmehr eine Geschichte, die gerade deshalb beeindruckt, weil sie so vielen ähnelt, und dennoch für sich steht. Und weil sie zeigt, was möglich ist, wenn Ehrgeiz auf Ausdauer trifft.
Daxwaz wurde in Deutschland geboren – als erstes Kind seiner Familie. Alle seine Geschwister kamen noch in der Heimatregion zur Welt, in der Grenzregion zwischen der Türkei und Syrien. Seine Familie war 1989 nach Deutschland geflüchtet. Eine andere Zeit, wie er sagt. Die Stimmung gegenüber Geflüchteten sei damals offener gewesen, die Willkommenskultur spürbarer. Das habe seinen Eltern das Ankommen erleichtert.
Seine frühesten Erinnerungen führen nicht in ein Einfamilienhaus oder auf einen idyllischen Spielplatz, sondern in ein Asylheim in Detmold. Drei oder vier Jahre alt war er damals. Viel ist verschwommen – aber er weiß noch, dass sie dort wohnten. Für ihn war das normal. Er kannte nichts anderes. Und vielleicht liegt genau darin eine Stärke: Wer nichts anderes kennt, empfindet manches nicht als Mangel, sondern als Realität.
In unserer Reihe „Jung, Jesidisch, Erfolgreich“ stellt die Stelle für Jesidische Angelegenheiten junge Jesidinnen und Jesiden vor, die in Deutschland und Europa nicht nur eine neue Heimat gefunden haben, sondern mit besonders gutem Beispiel in unserer Gesellschaft vorangehen und uns zeigen, wie Integration und das Erfüllen individueller Träume Hand in Hand gehen.
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