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Iuvenes e. V. iuvenes e. V. ist ein Träger der sozialen Arbeit.
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Neues aus dem Arbeitsbereich Konflikt- und GewaltpräventionSeit dem Frühjahr 2025 konnten wir mit Unterstützung der Bild...
06/09/2026

Neues aus dem Arbeitsbereich Konflikt- und Gewaltprävention

Seit dem Frühjahr 2025 konnten wir mit Unterstützung der Bildungschancen gGmbH ein weiteres Tätigkeitsgebiet erschließen und umsetzen. Mit unserem Projekt Konflikt- und Gewaltprävention an der Brillat-Savarin-Schule Berlin ergänzen wir nun an einem großen Oberstufenzentrum mit knapp 5.000 Schüler*innen die schulischen Unterstützungs- und Beratungssysteme. Wir sind mit einer wöchentlichen Beratung als Inhouse-Angebot für Schüler*innen und pädagogisches Personal vor Ort und bieten nach Bedarf diverse weitere Formate an. In mehreren Durchgängen haben wir ein spezielles Workshopformat Konflikt- und Gewaltprävention für die Schüler*innen an die Schule gebracht, das sehr häufig gebucht wird und nun um spezielle Workshop- und Fortbildungsangebote für Lehrer*innen ergänzt wird. Unseren erfahrenen, freundlichen und flexiblen Kolleg*innen möchten wir für die professionelle und häufig auch kurzfristige Umsetzung dieser Angebote ganz herzlich danken!

Es freut uns sehr mitzuteilen, dass wir ab Schuljahresbeginn 2026/2027 unser Angebot am Oberstufenzentrum Gastgewerbe Brillat Savarin auch nach Projektabschluss regulär weiterführen und nun eine weitere Schule in Berlin mit unserer besonderen Expertise unterstützen können.

An der August-Sander-Schule Berlin, auch dies eine berufsbildende Schule mit verschiedenen Ausbildungsgängen (Schwerpunkt Sonderpädagogik), bieten wir ab sofort unsere Konflikt- und Gewaltprävention / resilienzpädagogische Beratung an. Auch hier sind wir mit einem kontinuierlichen wöchentlichen Beratungsangebot präsent und begleiten nach Bedarf Schüler*innen und pädagogisches Personal in unterschiedlichen Problemfeldern. Zudem unterstützen wir die hiesige Schulsozialarbeit in der Umsetzung eines neuen Modellprojektes Peer-Helping, bei dem Schüler*innen über ein Jahr an einer durch uns zertifizierten Weiterbildung zu Peer-Helpern/Mediatoren teilnehmen können.

In unserer mittlerweile 1,5 jährigen Tätigkeit am Oberstufenzentrum Gastgewerbe Berlin haben wir in vielfältigen Problemlagen unterstützt, u.a. bei schulischen und beruflichen Konflikten, häuslicher Gewalt, hoher Gewaltaffinität und schweren psychischen Belastungen. Wir wissen, dass ein beständiger und niedrigschwelliger Zugang zu unseren Angeboten für viele bereits stabilisierend wirkt. Über die Präsenztage hinaus sind wir jederzeit ansprechbar und können bei akuten Konflikten sofort tätig werden.

Bedanken möchten wir uns nochmals bei der Bildungschancen gGmbH, die uns im Rahmen einer Projektförderung die Umsetzung eines Pilotprojektes ermöglicht hat, sowie bei den sozialpädagogischen Kolleg*innen und der Schulleitung, den Beratungslehrer*innen etc. des OSZ Brillat Savarin für ihre hohe Kollegialität und umfangreiche Unterstützung. Auf die Kolleg*innen an der August-Sander-Schule freuen wir uns – vielen Dank für Euer/Ihr Vertrauen und Offenheit.

Seit dem Frühjahr 2025 konnten wir mit Unterstützung der Bildungschancen gGmbH ein weiteres Tätigkeitsgebiet erschließen und umsetzen. Mit unserem Projekt Konflikt- und Gewaltprävention an der Brillat-Savarin-Schule Berlin ergänzen wir nun an einem großen Oberstufenzentrum mit knapp 5.000 Sch...

Zeitzeugengespräche zu Religion, Weltanschauung und Gemeinschaft in der DDR – ein ZwischenstandIm Rahmen unseres von der...
31/08/2026

Zeitzeugengespräche zu Religion, Weltanschauung und Gemeinschaft in der DDR – ein Zwischenstand

Im Rahmen unseres von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projekts haben wir in den vergangenen Monaten zahlreiche sehr spannende und aufschlussreiche Gespräche geführt. Unsere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner berichten aus eigener Erfahrung über Zugehörigkeit und gemeinschaftliches Leben, über Religion und Weltanschauung dort, wo sie von den in der DDR vorherrschenden Vorstellungen abwichen, und darüber, was es bedeutete, unter den damaligen politischen und gesellschaftlichen Bedingungen in solchen Zusammenhängen zu leben.

Dabei zeigt sich immer wieder, wie unterschiedlich persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und rückblickende Bewertungen sein können. Gerade diese Unterschiede sind für unser Projekt von besonderem Interesse. Die Gespräche folgen deshalb keinem vorgegebenen Deutungsmuster und sollen keine bereits feststehende Sichtweise bestätigen. Uns interessiert, wie die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner selbst ihre damaligen Erfahrungen erinnern, einordnen und heute bewerten. Mit der Teilnahme ist keinerlei Erwartung verbunden, zu bestimmten Erfahrungen, Ereignissen oder Konflikten zu berichten oder diese in einer bestimmten Weise zu bewerten. Ausdrücklich interessieren uns auch Erinnerungen und Einschätzungen, die verbreiteten Erwartungen oder öffentlichen Darstellungen widersprechen, sie ergänzen oder Erfahrungen sichtbar machen, die sich nicht ohne Weiteres in bestehende Deutungen einfügen.

Für ein bis zwei weitere ausführliche Zeitzeugengespräche haben wir noch Kapazitäten. Wir suchen Menschen, die in der DDR selbst in solchen Zusammenhängen gelebt haben und aus eigener Erfahrung darüber berichten können.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und Ihre Kontaktaufnahme.

https://destruktive-gruppen.de/zeitzeugengespraeche-zu-religion-weltanschauung-und-gemeinschaft-in-der-ddr-ein-zwischenstand

Britts GeschichteIch bin noch nicht bereit, meine Geschichte zu erzählen. Zu sehr wirkt die Indoktrination, dass nichts ...
07/02/2026

Britts Geschichte

Ich bin noch nicht bereit, meine Geschichte zu erzählen. Zu sehr wirkt die Indoktrination, dass nichts nach außen dringen darf.
Jahrelang hatte ich nach jeder Therapiestunde ein so schlechtes Gewissen, dass ich Dinge über mich und mein Leben erzählt habe, Dinge, die passiert sind, dass ich mehrere Tage gebraucht habe, um den Alltag wieder meistern zu können. Schuld, Scham und Zwänge bestimmten die meiste Zeit meines Lebens.

Das ist auch heute oft so, auch wenn die Regenerationszeit kürzer wird, wenn ich wieder ein Stück von mir preisgebe.

Deshalb schreibe ich hier nichts zu den Umständen, aus denen ich komme.

Ich denke, ich unterscheide mich aber auch nicht groß von den anderen Menschen, die einen ähnlichen Hintergrund haben, auch wenn wir alle natürlich individuelle Wesen sind, mit individuellen Geschichten, die aber zu ganz ähnlichen Problematiken führen können. Denn eines der Dinge, die uns verbinden, ist, dass wir unsere Individualität nicht leben durften und die Gruppe/Gott immer das Wichtigste war. Individuell zu sein, war sehr gefährlich. Durch den Austausch mit anderen Betroffenen und begleitenden Gesprächen bei iuvenes e.V. ist mir klargeworden, dass ich nicht die Einzige auf der Welt bin, die so fühlt, lebt und kämpft, wie sie es tut.
Mein Leben lang habe ich mich so gefühlt.

Und mir ist klargeworden, dass es dafür logische Gründe gibt.
Mit der Erkenntnis und dem Durchschauen hat bei mir ein Heilungsprozess eingesetzt. Früher hatte ich keinen, mit dem ich reden konnte, ich konnte noch nicht einmal in Worte fassen, was nicht stimmt. Dass aber etwas nicht stimmt, das habe ich immer gemerkt.

Ich denke, Stück für Stück anzufangen, über sich zu reden, sich Menschen zu öffnen, die einem eben nicht den einen richtigen Weg vorgeben, und damit zu sich selbst zu stehen, ist ein Weg für mich ins Leben zu finden. Damit meine ich ein authentisches und individuelles Leben.

Auch wenn sich das anfangs schrecklich angefühlt hat, da ich ja nur gewohnt war, dass mir alles genauestens vorgegeben wurde und ich nie gelernt habe, Antworten in mir selbst zu suchen. Dank der individuellen Beratung bei iuvenes e.V., dem regelmäßigen Austausch mit anderen Teilnehmern in der moderierten Gesprächsgruppe und einer guten und von Vertrauen geprägten therapeutischen Begleitung konnte ich das lernen.

Heute entferne ich mich immer schneller von Menschen, die mir den einen richtigen Weg aufzwängen wollen, darauf bin ich sehr stolz. Denn, was gut für mich ist, das kann und darf ich inzwischen selbst beurteilen.

Es ist im zwischenmenschlichen Kontext für mich sogar eine Mindestvoraussetzung an Respekt geworden.

Die Geschichten der anderen und der Austausch mit ihnen, haben mir sehr geholfen. Irgendwann wird hier vielleicht auch meine ganz individuelle Lebensgeschichte stehen…

Vielleicht auch ohne, dass ich mich schuldig fühle und schäme für etwas, für das ich nichts konnte, für etwas, in das ich hineingeboren wurde.

Ich bin noch nicht bereit, meine Geschichte zu erzählen. Zu sehr wirkt die Indoktrination, dass nichts nach außen dringen darf. Jahrelang hatte ich nach jeder Therapiestunde ein so schlechtes Gewissen, dass ich Dinge über mich und mein Leben erzählt habe, Dinge, die passiert sind, dass ich mehre...

iuvenes e.V. arbeitet seit Gründung im Jahr 2018 intensiv mit Aussteiger*innen aus destruktiven Gruppen. Über die Jahre ...
02/02/2026

iuvenes e.V. arbeitet seit Gründung im Jahr 2018 intensiv mit Aussteiger*innen aus destruktiven Gruppen. Über die Jahre haben wir ganz unterschiedliche Klient*innen beraten – wir betreuen alle Altersgruppen und haben trotz unseres regionalen Schwerpunktes in Berlin/Brandenburg auch viele Menschen aus der ganzen Bundesrepublik, z.T. auch Österreich und der Schweiz begleitet.

Für uns durchaus überraschend gab es jedoch von Beginn an eine konstant hohe Zahl an Klient*innen, die ihre Kindheit und Jugend in der DDR verbracht haben und dort in destruktive Gruppen/High-Control-Groups hineingeboren wurden. Über ihre Erfahrungen und Erlebnisse ist wenig bekannt. Umso mehr freuen wir uns, nun mit unserem neuen Oral-History-Projekt „Verfolgungsdruck und Binnendynamik – High-Control-Groups in der DDR“ einen Beitrag leisten zu können, um unseren Klient*innen Stimme und Raum zu geben, über ihre Erfahrungen zu berichten. Für alle Interessent*innen werden wir eine umfangreiche Broschüre erstellen, die vor allem O-Töne fokussiert und durch verschiedene Beiträge ergänzt wird.

Ermöglicht wird dieses ganz besondere Projekt durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Wir bedanken uns ganz herzlich!
Sie wollen ihre Geschichte erzählen?

Sie sind in der DDR geboren und haben in Kindheit, Jugend oder auch im Erwachsenenalter in Hoch-Kontroll-Gruppen gelebt?

Wenn Sie Ihre Geschichte im Rahmen des Projektes erzählen möchten, schreiben sie uns bitte eine E-Mail an:

[email protected]

iuvenes e.V. arbeitet seit Gründung im Jahr 2018 intensiv mit Aussteiger*innen aus destruktiven Gruppen. Über die Jahre haben wir ganz unterschiedliche Klient*innen beraten – wir betreuen alle Altersgruppen und haben trotz unseres regionalen Schwerpunktes in Berlin/Brandenburg auch viele Mensche...

Adresse

Schönhauser Allee 74
Berlin
10437

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