22/09/2026
KWK-Mikrogasturbinen zur VOC-Abgasbehandlung: Mit flüchtigen organischen Verbindungen (volatile organic compounds, kurz VOC) belastete Abluft aus Lackier- und Produktionsprozessen lässt sich mit Mikrogasturbinen nicht nur im Sinne einer Nachbehandlung unschädlich machen, sondern gleichzeitig auch noch energetisch nutzen. Die luftgelagerten Capstone-Mikrogasturbinen mit 50 und 200 kW elektrischer Leistung arbeiten wartungsarm, stellen ihre nutzbare thermische Energie vollständig über den 280 bis 320 °C heißen Abgasstrom bereit und ermöglichen neben der Stromerzeugung die Bereitstellung von Warm- und Heißwasser, Dampf oder sauerstoffreduzierter Luft. Zur VOC-Abgasbehandlung wird der mit flüchtigen organischen Verbindungen belastete Abluftstrom zunächst aufkonzentriert und anschließend den Mikrogasturbinen zugeführt. Ein erheblicher Teil der VOC wird innerhalb der Turbine oxidiert. Die verbleibenden VOC werden in einem nachgeschalteten Katalysator umgesetzt. Damit verbindet das Anlagenkonzept Emissionsminderung mit Kraft-Wärme-Kopplung: Die VOC tragen in geringem Umfang selbst zum Energieeintrag bei, der Katalysator wird entlastet und gleichzeitig entstehen nutzbarer Strom und Wärme. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind neben der VOC-Konzentration und den Betriebszeiten insbesondere Strom- und Gaspreise sowie eine ausreichend große und kontinuierliche Wärmesenke. Praxisanlagen in der industriellen Lackierung und Gummiverarbeitung zeigen, dass sich das Konzept auch über lange Betriebszeiten robust umsetzen lässt. Die Mikrogasturbine ist damit besonders dort interessant, wo Abluftreinigung, dezentrale Stromerzeugung und ein hoher Prozesswärmebedarf technisch sinnvoll miteinander gekoppelt werden können.
Mit flüchtigen organischen Verbindungen (volatile organic compounds...