19/06/2026
Prof. Dr. Harry Hoster von der Universität Duisburg-Essen und Andreas Rimkus, Präsident des Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung e.V. (B.KWK), begrüßen Sie zum 24. Duisburger KWK-Symposium mit der Frage, wo die KWK aktuell steht und welche Perspektiven sich aktuell abzeichnen. Es zeigt sich, dass Wasserstoff aus der Phase politischer Überhöhung in eine realistischere Markt- und Umsetzungsphase eingetreten ist, in der Infrastruktur, Regulierung, Speicherfähigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit über den tatsächlichen Hochlauf entscheiden. Die Kraft-Wärme-Kopplung gewinnt in diesem Umfeld an Bedeutung, weil sie Strom und Wärme hocheffizient verbindet, dezentrale Resilienz schafft und als flexible Ergänzung zu Wind- und Solarenergie genau dann Leistung bereitstellen kann, wenn Dunkelflauten oder hohe Wärmelasten auftreten. Biogas und Biomethan bieten dafür – im Gegensatz zur Zukunftstechnologie Wasserstoff – bereits heute verfügbare, speicherbare und systemdienliche Optionen, deren Potenzial stärker genutzt werden muss, anstatt es regulatorisch vorschnell zu begrenzen. Auslaufende Förderungen gefährden zudem bestehende Biogas- und Wärmenetzinfrastrukturen, obwohl diese für ländliche Räume, dezentrale Versorgung und kommunale Wärmewende weiterhin hohen Wert besitzen. Saisonale Wärmespeicher, grüne Gase, wasserstofffähige KWK-Anlagen, hybride Systeme mit Wärmepumpen sowie bilanzielle Anrechnungsmodelle können die Defossilisierung von Gebäuden und Fernwärme deutlich beschleunigen. Dafür benötigt die Branche langfristige Investitionssicherheit, eine belastbare Weiterentwicklung des KWKG, technologieoffene Ausschreibungen, schnellere Genehmigungen und eine bessere Verzahnung von Netzausbau, kommunaler Wärmeplanung und Kraftwerksstrategie. KWK ist kein Übergangsproblem, sondern ein flexibler, effizienter und praxistauglicher Bestandteil einer klimafreundlichen, bezahlbaren und resilienten Energieversorgung.
Prof. Dr. Harry Hoster von der Universität Duisburg-Essen und Andre...