06/09/2024
30 Jahre Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsverein
In den 90er Jahren herrschte Aufbruchstimmung: Wiedervereinigung, Grenzöffnung. In dieser Zeit wurden Städtepartnerschaften begründet, die mit Leben erfüllt werden wollten. Das ist eine sehr große Aufgabe, die von einem allein nicht zu bewältigen ist.
So wurde der heutige Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsverein gegründet.
Seit der Gründung unseres Vereins hatten und haben die Bürger und Bürgerinnen bei vielen Gelegenheiten die Möglichkeit zu Begegnungen mit den Bürgern und Bürgerinnen unserer Partnerstädte bzw. Partnerbezirke. Der erste Städtepartnerschaftsvertrag wurde1991 mit dem XV. Bezirk von Budapest abgeschlossen, anschließend folgten Verträge mit Tychy in Polen, der Minsker Bezirk Oktober (wurde aufgekündigt), Halton in Großbritannien, Lauingen an der Donau und dem Bezirk in Hoang Mai in Vietnam.
Die Begegnungen finden in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, angefangen von Politik über Kultur, Sport bis hin zur Wirtschaft statt.
Es entstanden viele Traditionen, so z.B. die alljährliche Reise von Lauingern nach Berlin oder die Begegnungsreisen zwischen Bürgern und Bürgerinnen aus Marzahn-Hellersdorfern und Lauingern an einem anderen Ort in Deutschland oder die alljährliche Teilnahme des Hellersdorfer Volleyballclubs an der Stadtmeisterschaft in Lauingen, die schon traditionsgemäß von den Hellersdorfer Volleyballern heimgeholt wird.
Auch Jugendbegegnungen, an denen Jugendliche aus Marzahn-Hellersdorf sowie aus Tychy und Minsk teilnahmen, damals organisiert von Pro Social, fanden statt.
In unserem dreißigjährigen Vereinsleben gab es auch viele Höhepunkte, darunter die Feier des dreißigjährigen Bestehens der Städtepartnerschaft mit Lauingen im Jahr 2019, zu dem eine etwa 100köpfige Delegation mit Vertretern aus Kultur und Politik nach Lauingen fuhr. Dieser Delegation gehörten u.a. der ehemalige Bürgermeister Dr. Harald Buttler, der gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Prof. Dr. Georg Barfuß den Vertrag über die Städtepartnerschaft unterzeichnet hat, die (jetzt ehemalige) Bürgermeisterin Dagmar Pohle und die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau, an.
Ein weiterer Höhepunkt war im November 2023 die gemeinsame Gedenkstättenreise von Auszubildenden aus Marzahn-Hellersdorf und Lauingen bzw. aus dem Landkreis Dillingen (zu dem Lauingen gehört) nach Auschwitz, wo die Jugendlichen gemeinsam eine Woche lang nicht nur viel über den Holocaust, sondern auch über das jüdische Leben in Polen. Zeitgleich machten sich Bürger und Bürgerinnen aus Marzahn-Hellersdorf gemeinsam mit Bürgern und Bürgerinnen, darunter die 1. Bürgermeisterin von Lauingen, Katja Müller, auf den Weg nach Tychy, um die Städtepartnerschaft, die – bedingt durch die Pandemie, aber auch aufgrund politischer Widrigkeiten brachlag, wieder zu beleben.
Alles das war ein würdiger Anlass zu einer Feier, die am 6. Juli im Sportmuseum des Bezirkssportbundes Marzahn-Hellersdorf stattfand.
Natürlich gab es in der Rede der Vorsitzenden des Vereins, Kerstin Rocktäschel, nicht nur einen Rückblick, sondern auch einen Ausblick auf künftige Vorhaben und Pläne.
So ist eine Wiederbelebung der Partnerschaft mit dem XV. Bezirk von Budapest vorgesehen.
Auch die Jugendbegegnungen, die pandemiebedingt nicht stattfinden konnten, wird es wieder geben. So wird es bereits in diesem Jahr eine Jugendbegegnung zwischen Marzahn-Hellersdorf und Tychy geben.
Auch eine Zusammenarbeit mit der französischen Stadt Segré, die bereits langjährige Partnerstadt von Lauingen ist, ist angedacht, denn seit vielen Jahren besteht zwischen dem Tagore-Gymnasium in Marzahn-Hellersdorf und dem Gymnasium Bourg Chevreau in Segré eine Schulpartnerschaft, in deren Rahmen auch ein regelmäßiger Schüleraustausch stattfindet.
Im nächsten Jahr ist eine Jugendbegegnung mit Teilnehmern aus Marzahn-Hellersdorf, Lauingen bzw. aus dem Landkreis Dillingen sowie aus Tychy und Segré im europäischen Kontext angedacht.
Bei der Feier am 6. Juli war auch die Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung von Hellersdorf-Marzahn, Heike Wessoly, anwesend, die ebenfalls ein Grußwort an die Feiernden richtete und die Unterstützung des Bezirksamtes noch einmal bekräftigte und zusicherte.
Umrahmt wurde die Feier durch das Ensemble Musici, das mit einem musikalischen Feuerwerk aus Berliner Melodien sowie aus Opern- und Operettenmelodien für eine sehr gute und ausgelassene Stimmung sorgte.
Auch Freunde aus Lauingen anwesend, die in diesem Jahr vom 4. bis 8. Juli in Berlin weilten, feierten mit uns. Sie erkundeten nicht nur das von der Europameisterschaft geprägte Berlin und besuchten nicht nur das Einsatzkommando der Bundeswehr am Schwielowsee, sondern sie hatten bei einer Führung durch den Lichtenberger Weitlingkiez mit Ute Thomas und Dagmar Poetzsch von der Stolpersteinbewegung die Gelegenheit, etwas über die Stolpersteine zu erfahren, selbst Stolpersteine zu reinigen, aus den Biografien, die dabei verlesen wurden, etwas über die Opfer und deren Familien zu erfahren und an jedem gereinigten Stolperstein Blumen niederzulegen. Die Führung endete mit einer Stolpersteinverlegung.
Alles das steht für ein gutes Gelingen der künftigen Vorhaben vielleicht auch für die nächsten dreißig Jahre.
All diese Aktivitäten sind ohne die Unterstützung anderer Akteure nicht möglich.
Daher gilt der Dank der Rednerin auch allen, die daran mitgewirkt haben, darunter dem Bezirksamt von Marzahn-Hellersdorf, sowie den ehemaligen und heutigen Vorstandskollegen, darunter auch Petra Wermke, Horst Löser, Hubert Götz, Michael Schütz und Viktor Hofmann.