26/05/2026
Die Übernahme von Zebralution durch Bookwire markiert eine weitere bedeutende Entwicklung in der fortschreitenden Konsolidierung des Musikmarktes.
Der VUT ordnete schon den Erwerb von Zebralution durch die GEMA 2019 als problematisch ein, weil die Übernahme eines Digitalvertriebs nicht nur klar den Markt verzerrte, sondern zeitgleich weit über die Kernaufgabe einer Verwertungsgesellschaft hinausschoss. Da mutet es sieben Jahre später seltsam an, wenn die GEMA beschließt, sich auf ihre Kernkompetenz besinnen zu wollen und Zebralution deshalb abstößt.
Wie genau es kam, dass zuerst die Investmentfirma Insight Partners und dann doch Bookwire als finaler Käufer auftraten, werden Außenstehende wohl nicht mehr erfahren. Und die GEMA wäre äußerst schlecht über die Branche informiert, wenn sie die sich abzeichnenden Entwicklungen nicht wissentlich in Kauf genommen hätte.
Mit den ersten Kündigungen bei Zebralution und der Ausgründung des Musikgeschäftes durch Bookwire brauen sich nämlich weitere Gewitterwolken am gar nicht mal so fernen Horizont zusammen: Sollte Bookwire tatsächlich überlegen, die Musiksparte des digitalen Vertriebs abzustoßen, kann der VUT als Vertretung der unabhängigen Musikunternehmer*innen in Deutschland nur mit aller Deutlichkeit appellieren, die dramatischen Folgen weiterer Konsolidierungen glasklar im Blick zu haben. Denn der Marktzugang für unabhängige Firmen und unabhängiges Repertoire wird dadurch systematisch immer weiter eingeschränkt. Dementsprechend wäre es kurzsichtig und unverantwortlich, wenn an dieser Stelle weitere unabhängige Musikkataloge in multilateralen Major-Strukturen versenkt würden.
Transparenzhinweis: Sowohl Bookwire als auch Zebralution sind Mitglieder des VUT.