06/05/2026
Förderverein der Deutschen Schafhaltung unterstützt Vorschläge des Deutschen Bauernverbandes zum Wolfsmanagement
Berlin, 6. Mai 2026
Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung begrüßt die vom Deutschen Bauernverband (DBV) vorgelegten Vorschläge zur Vereinheitlichung und Konkretisierung der Wolfsmanagementpläne in Deutschland ausdrücklich. Aus Sicht des Vereins greifen die Empfehlungen des DBV zentrale Herausforderungen der Weidetierhaltung auf und liefern wichtige Bausteine für ein praxistaugliches und rechtssicheres Wolfsmanagement.
Insbesondere die vom Deutschen Bauernverband vorgeschlagene präzisere Definition von Weidegebieten, nicht zäunbaren Flächen sowie rechtssicheren Entnahmeregelungen stellt nach Auffassung des Fördervereins einen längst überfälligen Schritt dar.
Die vorgeschlagenen Kriterien zur Einstufung nicht zäunbarer Gebiete – darunter anmoorige Flächen, stark zergliederte Landschaften, Wald-Wiesen-Übergänge oder nicht befahrbare Flächen für Zaunbau – bilden die Realität der Weidetierhaltung deutlich besser ab als bisherige pauschale Regelungen. Ebenso ist die Einbeziehung von Hochrisikoinfrastrukturen wie Bahnstrecken und Autobahnen sowie Stallbereichen als grundsätzlich wolfsfreie Zonen aus Sicht des Fördervereins konsequent und notwendig.
Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung fordert darüber hinaus eine konsequente Weiterentwicklung der DBV-Vorschläge: Nicht zäunbare Gebiete müssen effektiv wolfsfrei gehalten werden. Dies gilt insbesondere für Deich- und Almregionen, in deren Umfeld ein wolfsfreier Radius von mindestens 70 Kilometern gewährleistet werden sollte, um die Weidetierhaltung dauerhaft zu sichern.
Auch im Bereich Herdenschutz sieht der Verein dringenden Handlungsbedarf. Für Wanderschäfer muss ein 90 cm hoher, stromführender Elektrozaun als ausreichender Grundschutz anerkannt werden. Weitere Anforderungen sind in vielen Fällen weder praktikabel noch wirtschaftlich tragfähig. Kommt es trotz dieses Grundschutzes zu einem Wolfsübergriff, muss eine unverzügliche und rechtssichere Entnahme des auffälligen Wolfs ermöglicht werden.
Ulrike Galler, Sprecherin des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, erklärt dazu:
„Die Vorschläge des Deutschen Bauernverbandes gehen in die richtige Richtung, weil sie endlich die tatsächlichen Bedingungen der Weidetierhaltung in Deutschland berücksichtigen. Wir brauchen ein Wolfsmanagement, das praktikabel, rechtssicher und für Schäfer umsetzbar ist. Nicht schützbare Flächen müssen konsequent als solche anerkannt werden. Wenn selbst ein zumutbarer Grundschutz keinen Übergriff verhindert, darf es keine jahrelangen Diskussionen mehr geben – dann braucht es schnelles und entschlossenes Handeln.“
Der Förderverein betont, dass nur durch bundeseinheitliche, zugleich aber regional konkretisierte Regelungen Rechtssicherheit für Behörden, Gerichte und Tierhalter geschaffen werden kann. Uneinheitliche Vorgaben gefährden nicht nur die Existenz der Weidetierhaltung, sondern auch die gesellschaftliche Akzeptanz des Wolfsmanagements insgesamt.
Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung appelliert daher an Bund und Länder, die Vorschläge des Deutschen Bauernverbandes zügig aufzugreifen und in praktikable gesetzliche sowie verwaltungsrechtliche Regelungen zu überführen.
bild dazu.