14/08/2026
Trockenheit 2026: Deutschlands Schäfer stehen vor einer außergewöhnlichen Herausforderung
🐑 Die Weiden vertrocknen – und damit fehlt die wichtigste Grundlage der Schafhaltung.
Der Sommer 2026 stellt viele Schäferinnen und Schäfer in Deutschland vor eine Situation, wie sie in dieser Form und Intensität nur schwer zu bewältigen ist. Seit Wochen fehlen vielerorts ausreichende Niederschläge. Gleichzeitig sorgen extreme Temperaturen für eine enorme Verdunstung. Das Ergebnis ist auf vielen Weiden deutlich sichtbar: Das Gras wächst kaum noch nach, Flächen werden braun und die Futtergrundlage für unsere Schafe wird immer knapper.
Besonders dramatisch zeigt sich die Situation derzeit in Süddeutschland. Auf der Schwäbischen Alb berichten Schäfer von vertrockneten Wacholderheiden, kaum noch verfügbarem Aufwuchs und zunehmender Wassernot.
Auch aus anderen Regionen Deutschlands werden erhebliche Probleme gemeldet. In Baden-Württemberg stehen nach Angaben des Landesbauernverbandes aktuell rund 30 bis 40 Prozent weniger Futter zur Verfügung als zu dieser Jahreszeit üblich. Erste Tierhalter sehen sich deshalb gezwungen, Tiere früher zu vermarkten, weil die vorhandene Futtergrundlage nicht mehr ausreicht.
Für die Schafhaltung ist diese Entwicklung besonders problematisch.
Schafe sind Weidetiere. Ihre Haltung, aber auch ihre wichtige Funktion in der Landschaftspflege, ist unmittelbar davon abhängig, dass ausreichend geeignete Flächen und Wasser zur Verfügung stehen. Wenn der Aufwuchs ausbleibt, müssen Schäfer auf zusätzliche Futterreserven zurückgreifen. Heu und andere Futtermittel müssen zugekauft werden – zu einem Zeitpunkt, an dem auch viele andere Tierhalter mit Futtermangel kämpfen.
Damit steigen nicht nur die Kosten. Es stellt sich auch die Frage, wie lange die vorhandenen Reserven reichen.
Der Deutsche Wetterdienst zeigt in seinen aktuellen Bodenfeuchteanalysen, wie stark die Böden inzwischen ausgetrocknet sind. Die Bodenfeuchte wird unter anderem für Grasbestände und verschiedene Bodentiefen täglich neu berechnet.
Auch aus Nordrhein-Westfalen werden erhebliche Wasserdefizite gemeldet. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer NRW lag die nutzbare Feldkapazität in der Krume an den meisten Standorten zuletzt unter 20 Prozent.
Was bedeutet das für unsere Schäfer?
➡️ weniger Weideaufwuchs
➡️ geringere Futterreserven für den Winter
➡️ steigende Kosten für Heu und zusätzliches Futter
➡️ höherer Arbeitsaufwand für Futter- und Wasserversorgung
➡️ zunehmender Druck auf Tierbestände und Betriebswirtschaft
➡️ zusätzliche Belastungen für die ohnehin wirtschaftlich schwierige Schafhaltung
Und es geht nicht nur um die Tiere auf der Weide.
Schafe leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Pflege unserer Kulturlandschaft. Sie erhalten Deiche, Trockenrasen, Heideflächen und viele wertvolle Naturschutzflächen. Wenn Schäfereien aufgrund fehlender Futtergrundlage und steigender Kosten ihre Bestände reduzieren müssen oder aufgeben, hat das deshalb Folgen weit über die Landwirtschaft hinaus.
Gleichzeitig müssen die Tiere auch bei extremer Hitze zuverlässig mit frischem Trinkwasser und geeigneten Schatten- bzw. Schutzmöglichkeiten versorgt werden. Veterinärbehörden haben in diesem Sommer ausdrücklich auf die besondere Verantwortung der Tierhalter bei extremer Witterung hingewiesen.
Wir dürfen die Schäfer jetzt nicht allein lassen.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Schafhaltung dringend bessere Möglichkeiten braucht, mit solchen Wetterextremen umzugehen.
Dazu gehören unter anderem:
🌱 eine stärkere Unterstützung der Weide- und Landschaftspflege
💧 Konzepte für eine sichere Wasserversorgung auf Weideflächen
🌾 Möglichkeiten zur Sicherung von Futterreserven
🤝 Unterstützung bei außergewöhnlichen Futterengpässen
☀️ eine Agrarpolitik, die die zunehmenden Wetterextreme realistisch berücksichtigt
🐑 und vor allem eine angemessene gesellschaftliche und politische Wertschätzung der Schäferei.
2026 zeigt uns erneut: Schafhaltung funktioniert nur dort nachhaltig, wo auch ihre natürlichen Grundlagen gesichert sind.
Unsere Schäfer leisten jeden Tag einen wichtigen Beitrag für Tierwohl, Landwirtschaft, Naturschutz und unsere Kulturlandschaft. Gerade in einem solchen Extremjahr brauchen sie Unterstützung – nicht erst dann, wenn die ersten Betriebe aufgeben müssen.
Der Förderverein der Deutschen Schafhaltung steht an der Seite der Schäferinnen und Schäfer. 🐑❤️