13/08/2026
Das Netzwerk Steuergerechtigkeit war bei den Verhandlungen zur UN-Steuerkonvention in New York dabei.
In den vergangenen 10 Tagen wurde hier über neue internationale Regeln für Steuerkooperation verhandelt – mit dem Ziel, ein Steuersystem zu schaffen, das nachhaltige Entwicklung weltweit unterstützt.
Im Zentrum steht die Machtfrage: Internationale Steuerregeln wurden bisher vor allem von der OECD und reichen Industriestaaten geprägt. Über die UN-Konvention will der Globale Süden mehr Mitsprache gewinnen.
📌 Worüber wird gestritten – und was fordern wir?
🔹 Besteuerung multinationaler Konzerne: Besteuerung am formalen Niedrigsteuer-Unternehmenssitz – oder dort, wo Umsätze, Nutzer und wirtschaftliche Aktivität tatsächlich stattfinden? Wir fordern: Letzteres, um Gewinnverschiebungen in Steueroasen zu erschweren.
🔹 Große Vermögen: Auch die internationale Besteuerung sehr großer Vermögen ist Gegenstand der Verhandlungen. Wir fordern: mehr Transparenz, ein globales Vermögensregister und gemeinsame Mindeststandards.
🔹 Verbindlichkeit: Bleiben ambitionierte Formulierungen unverbindliche Absichtserklärungen? Wir fordern: verbindliche Verpflichtungen statt Abschwächungen. Der Globale Süden kritisiert, dass ambitionierte Formulierungen in den Verhandlungen teilweise verwässert werden sollen.
Der Grundkonflikt: Der Globale Süden will eine verbindlichere, demokratischere Steuerordnung. Industriestaaten setzen eher auf bestehende Strukturen.
Auch die EU – ebenso wie UK, Norwegen und die Schweiz – hält bislang an der alten OECD-Ordnung fest, obwohl gerade Deutschland durch Gewinnverschiebungen großer Konzerne erhebliche Steuereinnahmen verliert.
🔭 Ausblick: Die Verhandlungen laufen weiter. Im Dezember 2026 geht es in Nairobi weiter, und bis Mitte 2027 soll bei den letzten Verhandlungsrunden in New York ein Ergebnis vorliegen. Wir bleiben dran.