AKINDA unterstützt junge Flüchtlinge und Minderjährige, die ohne Eltern nach Berlin einreisten und hier leben: Wir suchen und beraten Personen, die bereit sind eine Einzelvormundschaft - und damit einen Teil der elterlichen Sorge - zu übernehmen. (english below)
Das Projekt AKINDA - Netzwerk für Einzelvormundschaften Berlin wurde
1997 auf Initiative mehrerer Ehreamtlichen gegründet, die beruflich
mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zu tun hatten. AKINDA setzt sich dafür ein, dass ausländische Kinder und Jugendliche, die alleine nach Deutschland kommen und in Berlin leben, ihre Rechte und Interessen durchsetzen können. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge kommen ohne Eltern oder Angehörige nach Deutschland und sind aufgrund ihrer Minderjährigkeit rechtlich noch nicht handlungsfähig. Es gibt keinen genauen Zahlen, wie viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Berlin leben. Man geht davon aus, dass es, zusammen mit den nicht registrierten Jugendlichen, um die 1000 sind. Viele von ihnen werden von 3-4 AmtsvormünderInnen des Jugendamtes Steglitz-Zehlendorf vertreten, die sich aber aufgrund der hohen Fallzahlen, sie sind in der Regel für mehrere 100 Mündel zuständig, kaum mit den persönlichen Belangen und Bedürfnissen ihrer Mündel befassen können. Dabei brauchen gerade Flüchtlingskinder, die oftmals traumatisiert sind, einen Menschen, der sich im besonderen Maße um sie kümmert. Sie sind in Deutschland ganz auf sich gestellt, in einer für sie völlig fremden Lebenswelt. Die Sprache ist ihnen ebenso unverständlich, wie die ungewohnten Lebens- und Umgangsweisen. Sie müssen sich mit komplizierten bürokratischen Abläufen auseinandersetzen und der unsichere Aufenthaltsstatus erschwert es ihnen, in Deutschland anzukommen und Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge finden in Deutschland wenig Zugang zu Menschen zu denen sie eine konstante und vertrauensvolle Beziehung aufbauen können. Sie sind häufig mit wechselndem Personal in der Jugendhilfeeinrichtung konfrontiert, haben einen Amtsvormund, den sie meist nur selten sehen und bisweilen besteht auch kein enges Verhältnis zu den MitbewohnerInnen der unterbringenden Einrichtung. EinzelvormünderInnen können neben der rechtlichen Vertretung auch zu persönlichen Bezugspersonen für ihre Mündel werden. Wenn EinzelvormünderInnen ihre Mündel in den eigenen Familienverband und den Freundeskreis einbinden, können sie dem Jugendlichen ein Stück weit familiäre Normalität bieten und ihnen einen Eindruck davon vermitteln, wie Familien in Deutschland leben. AKINDA sucht und vermittelt ehrenamtliche EinzelvormünderInnen an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge . Die EinzelvormünderInnen werden bei AKINDA auf ihre Aufgaben vorbereitet und in Fortbildungen geschult. Regelmäßig werden von AKINDA Reflexionsrunden und Stammtische organisiert, bei denen sich die ehrenamtlichen EinzelvormünderInnen kennenlernen und sich über ihre Erfahrungen austauschen können. Bei allen rechtlichen, pädagogischen, sozialen oder sonstig auftretenden Fragen steht AKINDA beratend und unterstützend zur Seite.
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AKINDA – network for voluntary guardianships Berlin
AKINDA’s objective is to promote the rights and interests of children and adolescents who have come to Germany on their own and who are living in Berlin. Unaccompanied minor refugees arrive in Germany without relatives and are in need of particular aid, support and companionship. Being minors, they are not of age in legal terms. In order to assert their interests they need a guardian who represents them legally. AKINDA helps by finding volunteer guardians for the minors. There are no precise data to assess how many unaccompanied minor refugees are living in Berlin. It is assumed that there are about 1000 of them (this includes adolescents who are not registered). Many of them are represented by a guardian from the youth welfare office. However, there are only three or four of these official guardians so each is responsible for several hundred wards. These high numbers do not allow the official guardians to take care of each ward’s individual needs and concerns. Yet refugee children (who are often traumatised) are in particular need of a person who takes special care of them. They are on their own in Germany, facing a living environment which is foreign to them and a language which they often do not speak. Moreover, they have to deal with complicated burocratic procedures and the uncertain status of residence makes it difficult to fully “arrive” in Germany and to create a new perspective for the future. Unaccompanied minor refugees in Germany often have few opportunities to develop enduring and trusting relations with other people. In the youth homes where they live personnel may change frequently, while the relationship to other adolescents in the home may not be very close. In contrast, private guardians, besides representing them legally, can become an attachment figure for their ward. By introducing their ward to their own circle of friends and family private guardians can provide an insight into the life of “ordinary” families in Germany. For the adolescents, there might be no other opportunity to gain this insight. AKINDA searches for and procures volunteer private guardians for unaccompanied minor refugees. AKINDA offers trainings to instructs the private guardians for their tasks. The guardians have a chance to meet one another and exchange their experiences in self-reflection groups and at regular’s table meetings, which are organised on a regular basis. Furthermore, AKINDA offers support and advice regarding legal, pedagogical, social and all other matters concerned.