20/10/2026
Heute ist Europäischer Statistiktag. Und die europäische Statistik zum Frauenanteil in Führungspositionen ist … erschreckend: Deutschland liegt auf Platz 23 von 26. 💥
2025 waren laut Statistischem Bundesamt 30,3 Prozent der Führungskräfte in Deutschland Frauen. Im EU-Durchschnitt sind es 35,9 Prozent. An der Spitze stehen Schweden, Lettland und Estland mit jeweils über 43 Prozent. Am Ende liegen Zypern, Italien, die Niederlande – und Deutschland.
Im Zehn-Jahres-Vergleich hat sich hierzulande kaum etwas bewegt plus 1,0 Prozentpunkt seit 2015. Im EU-Durchschnitt waren es plus 4,0 Prozentpunkte.
Am Arbeitsmarkt liegt es nicht. In Österreich ist der Frauenanteil an den Erwerbstätigen ähnlich hoch wie bei uns, der Anteil an den Führungskräften liegt aber bei 37,2 Prozent.
Die Statistik erfasst die Geschäftsführung kleiner Unternehmen, die Geschäftsführung oder Bereichsleitung großer Unternehmen sowie leitende Positionen in der Verwaltung. Unser Women-on-Board-Index blickt enger auf die Aufsichtsgremien und Vorstände der börsennotierten, paritätisch mitbestimmten Unternehmen.
Dort liegt der Frauenanteil in den Vorständen bei 19,1 Prozent. Das ist niedriger, aber seit 2015 ein Plus von 14,1 Prozentpunkten. Und selbst dieser Fortschritt ist nicht gesichert: In diesem Jahr ist der Anteil erstmals seit Jahren gesunken, 73 Unternehmen haben weiterhin keine Frau im Vorstand und 27 Unternehmen planen weiterhin mit Zielgröße Null.
Was zeigt uns dieser Vergleich?
🔸 Die Führungspositionengesetze wirken dort, wo sie gelten. In die Breite tragen sie nicht.
🔸 Deutschland verzichtet damit auf die Kompetenzen bestens ausgebildeter Frauen und auf vielfältige Perspektiven am Entscheidungstisch, also auf bessere Entscheidungen.
Wir von FidAR fordern deshalb, die bestehenden Regelungen auszuweiten:
🔸 vor allem eine Ausweitung des Geltungsbereichs der Führungspositionengesetze und damit der Quoten auf alle Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten,
🔸 eine Erhöhung der Geschlechterquote für Aufsichtsräte auf 40 Prozent, in Anlehnung an die Europäische Führungspositionenrichtlinie,
🔸 die Überführung des Mindestbeteiligungsgebots in eine Vorstandsquote, die schrittweise auf das Niveau im Aufsichtsrat angehoben wird.
Warum schafft Deutschland nicht, was andere europäische Staaten schaffen?