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DREI JAHRE HINWEISGEBERSCHUTZGESETZ: EIN ANFANG, KEIN ZIELVor drei Jahren, am 2. Juli 2023, trat das Hinweisgeberschutzg...
03/07/2026

DREI JAHRE HINWEISGEBERSCHUTZGESETZ: EIN ANFANG, KEIN ZIEL

Vor drei Jahren, am 2. Juli 2023, trat das Hinweisgeberschutzgesetz ( ) in Kraft. Für den -Schutz in Deutschland war das ein historischer Schritt. Doch drei Jahre Praxiserfahrung zeigen: Der Schutzschirm hat noch gewaltige Löcher.

Die Fortschritte
✅ Wahlfreiheit: Beschäftigte können frei zwischen internen und externen Meldestellen wählen. Das hat einen gesunden Wettbewerb um das Vertrauen der Whistleblower ausgelöst.
✅ Beweislastumkehr: Wer nach einer Meldung benachteiligt wird, ist geschützt – der Arbeitgeber muss beweisen, dass es keine Vergeltungsmaßnahme war.
✅ Ein klares gesellschaftliches Signal: Whistleblowing liegt im öffentlichen Interesse.

Wo die Wirklichkeit hinter den Erwartungen zurückbleibt
Die Praxis zeigt: Ein Gesetz auf dem Papier garantiert noch keinen wirksamen Schutz im Alltag. DAX-40-Unternehmen erhalten deutlich weniger Meldungen als der internationale Durchschnitt – ein Hinweis, dass in vielen Organisationen eine echte „Kultur des Hinschauens“ und/oder Vertrauen in die Meldestelle fehlt.

Zudem stoßen wir in unserer täglichen Beratungsarbeit beim Whistleblower-Netzwerk e.V. immer wieder auf gravierende gesetzliche Baustellen:
❌ Wer gravierende, aber (noch) nicht strafbare Missstände meldet, findet keinen Schutz.
❌ Wer sich direkt an eine Ermittlungsbehörde oder die Fachaufsicht wendet, verliert paradoxerweise oft jeglichen Schutz.
❌ Der Gang an die Öffentlichkeit ist massiv erschwert – hier braucht es dringend eine Anpassung an die liberalere Rechtsprechung des EGMR (Halet gegen Luxemburg).
❌ Immaterielle Schäden durch Repressalien werden nicht entschädigt, ein Anspruch auf Beschäftigung oder Aufstieg bleibt ausgeschlossen.
❌ Die nationale Sicherheit wird als pauschaler Vorwand genutzt, der beispielsweise Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur oder in Nachrichtendiensten schutzlos stellt.
❌ Wer sich vor einer Meldung bei einer Organisation wie WBN beraten lässt, bewegt sich rechtlich in einer Grauzone.

EU-Evaluation als Chance auf Nachbesserung
Wirksamer Hinweisgeberschutz ist kein einmaliger gesetzgeberischer Akt, sondern ein fortlaufender Prozess. Die derzeit laufende Evaluation der Whistleblowing-Richtlinie durch die Europäische Kommission sollte entschlossen genutzt werden, um dringend notwendige Nachbesserungen an der Richtlinie und ihrer deutschen Umsetzung zu erreichen.

Artikel: https://whistleblower-net.de/online-magazin/2026/07/02/drei-jahre-hinweisgeberschutzgesetz-ein-anfang-kein-ziel/
Stellungnahme für EU-Evaluation:https://whistleblower-net.de/wp-content/uploads/2026/05/Drs.-7-9657-Stellungnahme-Whistleblower-Netzwerk.pdf

18/05/2026

📢 NEXT WEEK: Civil Society on the Frontlines of Whistleblowing: Global Perspectives and Challenges - Whistleblowing International Network (WIN) Report Launch Event

📅 Wednesday 20 May - 14:00 UK Time (GMT+1), 15:00 CET

📌 Hosted online via Zoom

🎤 Speakers include:
▪️ Claire Launay-Gama, Program Director for Initiatives with Civil Society - Corporación Transparencia por Colombia

▪️ OKSANA NESTERENKO, Executive Director - Anti-corruption Research and Education Centre at the National University of Kyiv-Mohyla Academy (ACREC)

▪️ Mialisoa Randriamampianina, Executive Director - TRANSPARENCY INTERNATIONAL INTIATIVE MADAGASCAR

🖱️ REGISTER NOW:
https://forms.office.com/pages/responsepage.aspx?id=UeOTjzrD1kKeFH_4E6N7WzuqVtiUTKJLsAguRR78eBJUQUdOM1IzRjY5QVZHTldHNjA3T1dST1cxRi4u&route=shorturl

18/03/2026

Veranstaltungsempfehlung mit vielen Whistleblowern.

27/02/2026

Das Arbeitsgericht Braunschweig hat gestern ein Urteil gefällt, das dem gesunden Menschverstand widerspricht. Die ordentliche Kündigung eines VW-Managers wurde für rechtens erklärt.
Der Grund? Er hat interne Informationen und Revisionsberichte an das Landeskriminalamt (LKA) weitergegeben. Diese Berichte wiesen auf vermeintlich erhebliche Gesundheitsrisiken durch krebserregende Stoffe in bestimmten Fahrzeugmodellen hin.
Das Gericht sieht in der Meldung an das LKA einen „gravierenden Verstoß gegen die Rücksichtnahmepflicht“. Die Begründung: Das LKA sei laut Urteil keine „zuständige externe Meldestelle“ im Sinne des Hinweisgeberschutzgesetzes (HinSchG).

Das ist schlichtweg absurd: Whistleblower dürfen nicht aus dem Schutzbereich des Gesetzes fallen, nur weil sie nicht die exakte „ externe Meldestelle des Bundes“ angesteuert haben, sondern eine inhaltlich naheliegende Strafverfolgungsbehörde. Das HinSchG darf keine bürokratische Falle für Zivilcourage sein!

Dieses Urteil zeigt überdeutlich: Das Hinweisgeberschutzgesetz bedarf dringend einer Überarbeitung und rechtlichen Klarstellung. Wer Missstände meldet, braucht Sicherheit – keine Kündigung.

Mehr zum Urteil: https://arbeitsgericht-braunschweig.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/presseinformationen/mundliche-verhandlung-in-kundigungsschutzverfahren-zweier-beschaftigter-gegen-die-volkswagen-ag-im-zusammenhang-mit-dem-hinweisgeberschutzgesetz-teilurteil-und-auflagen-und-beweisbeschluss-248999.html
Mehr zum Hintergrund des Urteils: https://whistleblower-net.de/online-magazin/2025/07/01/prozessbeobachtung/

Herzliche Einladung zur diesjährigen Verleihung des Ellsberg Whistleblower Awards an Andrés Olarte Peña! Er deckte beim ...
28/01/2026

Herzliche Einladung zur diesjährigen Verleihung des Ellsberg Whistleblower Awards an Andrés Olarte Peña!

Er deckte beim mehrheitlich staatseigenen kolumbianischen Konzern Ecopetrol massive Umweltverbrechen, Vertuschungen und die systematische Überwachung von Aktivist:innen auf. Seine Enthüllungen, die Environmental Investigation Agency (EIA) und BBC publik machten, zeigen exemplarisch, welche fatalen Folgen die fossile Rohstoffförderung hat – und welche Risiken Menschen eingehen, die solche Missstände offenlegen.

Die Preisverleihung im Überblick:
🗓️ Wann: 12.03.2026, 19:00 Uhr 📍 Wo: taz Kantine, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin (+ Livestream) 🎤 Programm: Laudatio von Prof. Dr. Harald Welzer, gefolgt von einem Bühnengespräch mit dem Preisträger sowie Recherchepartnern von BBC (tbc) und der EIA. 🤝 Kooperationspartner: Reporter Ohne Grenzen

Der Preis wurde von uns gemeinsam mit der taz Panter Stiftung, der Wau Holland Stiftung und der Reva and David Logan Foundation ins Leben gerufen. Unterstützt wird von einem breiten Netzwerk internationaler Partnerorganisationen: maBhungane Centre for Investigative Journalism, AFRICMIL, Agência Pública, +972 Magazine, Local Call, PODER, PPLAAF und OjoPúblico.

Mehr Infos: https://ellsberg-award.org/de/fuer-2026-nominieren/verleihung-12-marz/

Mut braucht Rückendeckung: Unser Tätigkeitsbericht 2024/25Der Fall des Ellsberg-Whistleblower-Award-Trägers Andrés Olart...
21/12/2025

Mut braucht Rückendeckung: Unser Tätigkeitsbericht 2024/25

Der Fall des Ellsberg-Whistleblower-Award-Trägers Andrés Olarte Peña erinnert uns schmerzlich daran, warum unsere Arbeit so wichtig ist. Wer Missstände aufdeckt, darf nicht allein gelassen werden.

Unser neuer Tätigkeitsbericht ist daher er mehr als eine Dokumentation von Zahlen. Er ist ein Bericht über den Mut einzelner Individuen, die unermüdliche Arbeit unseres ehrenamtlichen Beratungsteams und unseren Einsatz für echte Schutzgesetze statt lückenhafter Kompromisse. Wir sind stolz auf das Erreichte, wissen aber auch: Der Weg zu einer angstfreien Meldekultur in Deutschland und weltweit ist noch weit.

Unsere Arbeit ist zu 100 % unabhängig – und das soll so bleiben. Doch der Ausfall von Fördergeldern und die wachsende Zahl an Hilfesuchenden fordern uns finanziell heraus. Als anerkannte mildtätige Organisation können wir Whistleblowern nun noch direkter helfen – aber nur, wenn die Mittel da sind.

Unterstützen Sie Zivilcourage mit einer Spende: Jeder Beitrag – ob einmalig oder als regelmäßige Fördermitgliedschaft – sichert die Unterstützung für diejenigen, die für unser Gemeinwohl den Mund aufmachen.

Jahresbericht: https://whistleblower-net.de/?mailpoet_router&endpoint=view_in_browser&action=view&data=WzIzNywiZTNhMjkzNzU2N2QxIiwwLDAsMCwxXQ
Spenden: https://whistleblower-net.de/unterstuetzen/spenden/

🌟 Ellsberg Whistleblower Award 2026 geht an Andrés Olarte Peña!Eine internationale Jury hat den Ellsberg Whistleblower A...
04/12/2025

🌟 Ellsberg Whistleblower Award 2026 geht an Andrés Olarte Peña!

Eine internationale Jury hat den Ellsberg Whistleblower Award 2026 an den mutigen Kolumbianer Andrés Olarte Peña verliehen.

Er hat tausende Dokumente weitergegeben, die gravierende Missstände beim staatlichen Ölkonzern Ecopetrol aufzeigen:

⚠️ Die Vorwürfe im Detail:

Massive Umweltzerstörung (Giftschäden, illegales Abfackeln von Methan).

Verschleierung von Verstößen.

Gezielte Repressalien gegen Aktivist*innen.

Einsatz staatlicher Sicherheitskräfte zur Durchsetzung von Unternehmensinteressen.

Der Fall liefert einen erschütternden Einblick in die Praktiken eines Rohstoffunternehmens in einem der gefährlichsten Länder der Welt für Umweltaktivist*innen.

➡️ Mut mit Konsequenzen: Für seine Haltung zahlte Olarte einen hohen Preis: Er sah sich Einschüchterungen, Morddrohungen und letztlich dem Exil in Europa ausgesetzt. Seine Opfer unterstreichen sein außergewöhnliches Engagement für das öffentliche Interesse und die Notwendigkeit von Whistleblower-Schutz.

💬 Andrés Olarte: „Ich will Veränderung bewirken und hoffe auf strukturelle Reformen. Whistleblowing und Transparenz sollten als positiver Beitrag zum Gemeinwohl verstanden werden.“

Jetzt vormerken: 📅 Preisverleihung: 12. März in der taz Kantine, Berlin. 🔗 Mehr Infos und Kontakt: https://ellsberg-award.org/

Adresse

MarkgrafenStr. 15
Berlin
10969

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