GSE e.V.

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GSE e.V. Globales Lernen in Berlin und Brandenburg, Unterstützung von Projekten unserer Partner im Globalen Süden, internationale Begegnungen

Unser Verein ist auf drei Arbeitsfeldern aktiv: Entwicklungszusammenarbeit im Ausland - Globales Lernen - Internationale Begegnungen. Ausland: Wir unterstützen Partnerorganisationen im Globalen Süden (Schwerpunktländer sind z.Zt. Bolivien und Indien) bei der Umsetzung ihrer Projekte zur Verbesserung der Lebens-, Lern- oder Arbeitsbedingungen. Dabei verfolgen wir partnerschaftliche Ansätze und das Prinzip der Augenhöhe - wohl wissen, dass dieses unter den Bedingungen globaler Ungleichheit und Ungerechtigkeit nicht vollständig möglich ist. Unsere Partnerorganisationen planen ihre Projekte aufgrund der Bedürfnisse ihrer Zielgruppen und schlagen sie uns zur Unterstützung vor. Wir bemühen uns, über Förderanträge und Spendenakquise die Finanzierung der Projekte zu unterstützen. Wir entsenden kein Personal ("Entwicklungshelfer"), da es in den Partnerländern hervorragende Expertisen in den jeweiligen Arbeitsfeldern gibt. Inland: Insbesondere für Schulen bieten wir Projektunterricht zu Themen und Inhalten des Globalen Lernens an. Schüler*innen erwerben Kenntnisse zu weltweiten Verflechtungen und lernen, ihre eigene Positionierung in einer globalisierten Welt zu erkennen und zu reflektieren. Sie erarbeiten sich Handlungsoptionen, die für ihre Möglichkeiten passend sind. Die Projekttage werden von qualifizierten Bildungsreferent*innen umgesetzt. Viele von ihnen stammen aus Ländern des Globalen Südens. Internationale Begegnungen: In diesem Arbeitsfeld treffen sich Auslands- und Inlandsarbeit. Regelmäßig ermöglichen wir Jugendlichen aus der Region Berlin-Brandenburg Workcamp- und Lernreisen nach Indien, wobei Besuche bei unseren dortigen Partnerorganisationen im Mittelpunkt stehen. Bezüglich Bolivien gab es ebenfalls einige Begegnungs- und Projektreisen sowohl von Jugendlichen aus Brandenburg nach Bolivien als auch von Jugendlichen aus Bolivien nach Deutschland. Uns ist wichtig, auch Jugendlichen aus dem Globalen Süden Reisen zu ermöglichen.

Der Welternährungstag findet seit 1979 jedes Jahr in verschiedenen Ländern statt. Neben Kongressen zu Welthunger und Ern...
16/10/2026

Der Welternährungstag findet seit 1979 jedes Jahr in verschiedenen Ländern statt. Neben Kongressen zu Welthunger und Ernährungssicherung nutzen Nichtregierungsorganisationen den Tag, um auf das weltweite Hungerproblem aufmerksam zu machen.
Die Zahlen zum Hunger sind bedrückend. Nach dem UN-Bericht zu Ernährungssicherheit hatten 2023 weltweit 733 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Das betraf einen von elf Menschen weltweit und einen von fünf allein in Afrika. Und es geht noch weiter. Laut dem Bericht haben Milliarden Menschen keinen Zugang zu angemessener Nahrung. Weltweit waren im Jahr 2023 rund 2,33 Milliarden Menschen von moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Mehr als 864 Millionen dieser Menschen waren von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Dies bedeutet, dass sie zeitweise einen ganzen Tag oder länger ohne Nahrung auskommen mussten. Die Zahl ist seit 2020 hoch geblieben. Während sich in Lateinamerika eine Verbesserung abzeichnet, bestehen besonders in Afrika weiterhin große Herausforderungen. Dort sind 58 Prozent der Bevölkerung von moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen.
Kaum zu glauben, dass es auch diese Zahlen gibt: Rund 931 Millionen Tonnen Lebensmittel wurden 2019 weltweit von Handel, Gastronomie und Verbrauchern weggeworfen. 61 % stammten aus den privaten Haushalten, 26 % aus der Gastronomie und 13 % aus dem Einzelhandel. Rund ein Drittel aller Lebensmittel weltweit landen im Müll. Hier läge doch eine Handlungsoption für uns im Globalen Norden: sorgsamer mit diesen Ressourcen umzugehen rettet kein afrikanisches Kind vor dem Hunger, wäre aber respektvoll gegenüber den Menschen, die mit ihrer Arbeit für unsere Ernährung sorgen und gegenüber den Tieren, deren Leben wir einschränken oder beenden.

Quellen: https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/landwirtschaft-fischerei/Foodwaste.html
https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/jeder-elfte-mensch-von-hunger-betroffen

Wer in einer Großstadt lebt, darf sich auch mal daran erinnern, dass unser Essen nicht im Supermarkt gewachsen ist. Ohne...
15/10/2026

Wer in einer Großstadt lebt, darf sich auch mal daran erinnern, dass unser Essen nicht im Supermarkt gewachsen ist. Ohne Landwirtschaft kein Essen und ohne Frauen keine Landwirtschaft - gerade im Globalen Süden tragen sie einen großen Teil der Lebensmittelproduktion und leisten harte körperliche Arbeit. Auf der UNO-Frauen-Weltkonferenz 1995 in Peking brachten drei Nichtregierungsorganisationen die Idee einer globalen Initiative auf, die schließlich in der Ausrufung eines “Internationalen Welt-Landfrauentages” gipfelte. Und das hat gute Gründe. Frauen sind entscheidend für die ländliche Entwicklung. In Ländern des Globalen Südens ist ihre Arbeit auf dem Feld und in der Küche Rückgrat des Überlebens ganzer Familien. In ländlichen Regionen leiden Frauen häufiger unter Armut sowie an Unter- oder Mangelernährung, ihre Bildungschancen sind besonders niedrig. Auch sind Frauen und Mädchen oft den Auswirkungen des Klimawandels sowie den Folgen von Konflikten und Wirtschaftskrisen deutlich stärker ausgesetzt als Männer.
Offiziell von den Vereinten Nationen als Weltgedenktag proklamiert, wurde der Internationale Tag der Frauen in ländlichen Gebieten zum ersten Mal am 15. Oktober 2008 begangen. Grundlage war die UN-Resolution 62/136, wonach „Frauen in ländlichen Gebieten, einschließlich indigener Frauen, eine entscheidende Rolle bei der Förderung der landwirtschaftlichen und ländlichen Entwicklung, der Verbesserung der Ernährungssicherheit und der Bekämpfung der ländlichen Armut zukommt“. In Synergie zum Welternährungstag am 16. Oktober wurde der Gedenktag für Landfrauen am 15. Oktober angesiedelt, um auf diese Weise die unmittelbare Nähe zur Bedeutung der Arbeit von Landfrauen in punkto Welternährung aufzuzeigen.
Seit 1997 leitet die Women’s World Summit Foundation (Frauen-Weltgipfel-Stiftung) die Verbreitung dieser Initiative als große globale Kampagne. Verstärkte Medienarbeit soll die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger*innen für die Probleme der Frauen in ländlichen Gebieten sensibilisieren.
Informationen von: https://www.bmz.de/de/themen/frauenrechte-und-gender/gender-frauenrechte-laendliche-entwicklung
https://www.gleichberechtigt.org/strukturbereich/

Immer mehr Menschen weltweit können lesen und schreiben, Analphabetismus geht weltweit zurück: Nach Angaben der Weltbank...
12/10/2026

Immer mehr Menschen weltweit können lesen und schreiben, Analphabetismus geht weltweit zurück: Nach Angaben der Weltbank sank die weltweite Analphabetismusrate bei den über 14-Jährigen im Jahr 2023 auf 12,6 Prozent. Das ist der niedrigste jemals ermittelte Wert, 1976 lag er noch fast dreimal so hoch. Der UNESCO zufolge lag die Alphabetisierungsrate der Frauen im Jahr 1976 noch bei 57 Prozent. Bis 2022 stieg sie kontinuierlich auf 84 Prozent an – ab den 2000er-Jahren hat sich der Anstieg jedoch verlangsamt. In manchen Staaten ist der Anteil der Frauen ab 15 Jahren, die lesen können, nach wie vor äußerst gering. Im internationalen Vergleich variieren die Alphabetisierungsraten stark: Die weltweit niedrigste Alphabetisierungsrate wies 2022 die Region Subsahara-Afrika auf – rund ein Drittel der Menschen ab 15 Jahren in dieser Region kann nicht lesen und schreiben. In Südasien kann rund jeder vierte und in Nordafrika und dem Nahen Osten knapp jeder fünfte Mensch nicht lesen und schreiben. Wegen der hohen Bevölkerungszahl in Südasien leben dort in absoluten Zahlen so viele Analphabeten wie in keinem anderen Erdteil. Besonders niedrig ist der Anteil der Analphabeten mit jeweils unter zwei Prozent in Europa (z.B. Finnland, Norwegen, Ukraine) und Zentralasien (z.B. Usbekistan) sowie Nordamerika. Es gibt jedoch eine nennenswerte Zahl von funktionalen Analphabeten auch in Ländern mit hohen Einkommen und Bildungsstandards, wie etwa in der Europäischen Union.
Grund für diese allgemein erfreuliche Entwicklung: Immer mehr Kinder weltweit schließen die Schule ab. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kriege, Vertreibung, Flucht und Naturkatastrophen ständig auch den Schulbesuch von Kindern - und in besonderer Weise von Mädchen - beeinträchtigen oder ganz verhindern.
Quellen: Wikipedia, Bundeszentrale für politische Bildung.

09/10/2026

Die Geschichte der Menschheit ist von Beginn an auch eine Geschichte der Migration. Ohne Migration wären wir alle nicht hier und nicht dieselben. Ohne die Wanderung der ersten Homo sapiens von Afrika bis Europa wären wir wohl allesamt Neandertaler und gehörten tatsächlich einer anderen menschlichen Rasse an. Dank der Migration gehören heute alle 8,3 Milliarden Menschen auf der Welt zur einzigen menschlichen Rasse (wenn man dieses Wort überhaupt benutzen möchte, da sein Missbrauchspotenzial erheblich ist): Homo sapiens, der „wissende Mensch“.
Unser Verein wäre ohne Migration gar nicht denkbar und ziemlich aufgeschmissen. Unser zurzeit dreiköpfiges Team repräsentiert Herkünfte aus drei Kontinenten; und unser Team von Bildungsreferent*innen kommt auf vier Kontinente, wobei Europa mit nur einem Land, nämlich Deutschland vertreten ist. Diese Vielfalt macht es uns möglich, den Berliner Schulen so bunte Projekttage anzubieten. Und wir profitieren von so vielen unterschiedlichen Perspektiven auf die Welt und von den Ideen, welche aus dem Kreis der Referent*innen für neue Themen an uns herangetragen werden. Niemand kann sagen, dass Migration ein konfliktfreies Feld ist. Aber als „wissende Menschen“ sollten wir doch alle in der Lage sein, etwas unaufgeregter auf Vorgänge und Ereignisse zu blicken und den analytischen Fokus scharf zu stellen. Vielleicht ist dann sogar zu erkennen, dass Ursachen für Probleme tiefer liegen als in der Migration, die ja auch Ursachen hat. Konzentrieren wir uns besser darauf, was Menschen zum Weggang aus ihrer Heimat bewegt als darauf zu spekulieren, dass Remigration alle Probleme löst. Im Gegenteil, es würden sich andere Sorgen potenzieren. Unsere Gesellschaft würde in jeder Hinsicht ärmer. Und bezüglich Menschenrechte direkt ärmlich.

08/10/2026

Berlin hat drei Partnerschaften mit Städten im Globalen Süden: Jakarta, Windhoek und Mexico. Eine Klimapartnerschaft verbindet die Stadt mit dem indigenen Volk der Munduruku im brasilianischen Amazonien. Der Bezirk Lichtenberg, in dem wir unseren Sitz haben, hat zwei Partnerschaften mit Stadtteilen im Globalen Süden: Ka Mubukwana (Maputo) und Hoàn Kiém (Hanoi). Wir selbst pflegen Partnerschaften mit Organisationen in Bolivien, Indien und Indonesien. Sie trugen Projektideen an uns heran für Dinge, die ihnen wichtig sind. Ein Schulgarten in der bolivianischen Millionenstadt El Alto, u.a. mit dem Ziel, Kinder für gesunde Ernährung und sorgsamen Umgang mit der Natur zu begeistern. Häuser, die Frauen und Kindern in prekären Situationen Obdach, Würde und Pespektiven bieten in den indischen Städten Hyderabad und Sircilla. Und das Pflanzen von mehreren tausend Mangrovensetzlingen auf der indonesischen Insel Bintan unter Partizipation der lokalen Gemeinschaften und der Schulen. In recht kleinem Maßstab können wir durch Antragstellung, Spendenakquise und Öffentlichkeitsarbeit zu den Zielen unserer Partner*innen ziemlich viel bewegen.
Als Teil der Berliner Zivilgesellschaft sind wir aber noch weiter gefragt: durch Bildungsarbeit an Berliner Schulen auch zu Folgen des Klimawandels im Globalen Süden oder zur Verantwortung unseres Lebensstils dafür. Und es sollte uns bewusst sein: wenn wir ermöglichen, dass viele neue Mangroven die Insel Bintan vor dem Anstieg des Meeresspiegels erstmal schützen, aber durch unseren Konsum den Klimawandel weiter anheizen, hilft das den Menschen dort ein bisschen. Aber auch noch so viele Mangroven werden das Meer nicht ewig aufhalten. Das können nur grundlegende Änderungen auf globaler Ebene – letztlich müssen wir uns von unserem imperialen Lebensstil verabschieden. Jede*r hat die Möglichkeit, sofort damit anzufangen und die ersten kleinen Schritte zu tun.

07/10/2026

Wer nicht über den eigenen Tellerrand hinausschaut, könnte in der eigenen Suppe ertrinken. Globales Lernen blickt weit über den eigenen Tellerrand hinaus: es schaut, woher die Zutaten der Suppe kommen, wer sie unter welchen Bedingungen produziert hat, wie sie zu uns gelangten und was hinter der Preisgestaltung steckt. Daraus kann die Erkenntnis erwachsen, dass unser Griff ins Regal beim Einzelhändler unseres Vertrauens mehr und weitergehende Wirkungen zeitigt als nur ein voller Magen und Genuss. Dabei ist der Teller gut austauschbar gegen den Kleiderschrank, die Möbel, Elektronik und so weiter. Globales Lernen, wie wir es verstehen, öffnet den Blick in die Welt und verbindet das mit dem Blick auf das eigene Lebensumfeld. Wenn wir nicht (an)erkennen, dass wir nicht auf einer autarken Insel leben, ignorieren wir einen Fakt: unser Lebensstil ist nur möglich, weil wir auf Ressourcen der ganzen Welt (inklusive Arbeitsleistungen von Menschen) zugreifen können. Ein Bewusstsein für damit zwangsläufig verbundene Ungerechtigkeiten zu wecken ist einer der Aufträge von Globalem Lernen.
Wir als Berliner Verein sind seit Jahrzehnten auf diesem Feld unterwegs. Unser kleines Team stützt sich auf die Expertise von zurzeit 15 Bildungsreferent*innen von vier Kontinenten, die ihre Perspektiven und Ideen für neue Themen, Methoden und Ansätze einbringen. Mit ihrer Arbeit an Schulen vermitteln sie Wissen, motivieren zum eigenständigen Denken und: sie zeigen Haltung.

Neuseeland, genauer gesagt das neuseeländische Parlament, hat am 30. Januar 2025 einen Berg als juristische Person anerk...
05/10/2026

Neuseeland, genauer gesagt das neuseeländische Parlament, hat am 30. Januar 2025 einen Berg als juristische Person anerkannt und ihm seinen ursprünglichen Namen aus der Māori-Sprache zurückgegeben. Als Taranaki Maunga kann der 2.518 m hohe erloschene Vulkan jetzt Rechte beanspruchen; sein kolonialer Name Mount Egmont ist Vergangenheit. Es ist eine Wiedergutmachung für die Verbrechen, die während der Kolonialzeit am Volk der Māori begangenen wurden. Ein Komitee kümmert sich nun um den Schutz des Berges. Auch sonst spielen Sprache und Kultur der Māori im Alltag des Landes, das in deren Sprache übrigens Aotearoa (Land der großen weißen Wolke) heißt, eine wachsende Rolle. Auch v.a. jüngere Einwohner*innen europäischer Herkunft lernen inzwischen die indigene Sprache und es wird immer selbstverständlicher, dass sie im Alltag Einzug hält. Doch auch wenn all das wichtige Schritte in der Entwicklung des Landes sind bleibt doch festzuhalten, dass die von europäischer Eroberung und Einwanderung geprägte Gesellschaft enorm viel Schuld abzutragen hätte. Immerhin wurde eine Zivilisation fast vollständig vernichtet, unzählige Menschen getötet oder entwurzelt und ein ganzes Land gestohlen. Eins von vielen Beispielen für koloniale Verbrechen.
Möge es den Māori und allen progressiven Neuseeländer*innen, egal welcher Herkunft, gelingen, durch viele kleine Schritte eine gerechte Gesellschaft aufzubauen.

Eine in Deutschland verbreitete Supermarktkette verkauft seit September 2025 Ananas ohne Krone. Und warum ist das eine g...
28/09/2026

Eine in Deutschland verbreitete Supermarktkette verkauft seit September 2025 Ananas ohne Krone. Und warum ist das eine gute Nachricht? Die Krone wird bereits im Ernteland abgetrennt und kann dort als Steckling wieder verwendet werden. Beim Transport nach Europa verringern sich die Emissionen um rund sechs Prozent, die Krone macht immerhin ca. 25% des Fruchtvolumens aus - mehr Früchte können auf der gleichen Fläche transportiert werden. Und die Kundschaft muss sich nicht mit dem Köpfen der Ananas befassen. Geschmack, Aroma und Haltbarkeit werden nicht beeinträchtigt.
Natürlich wissen wir, um welche Kette es sich handelt, dürfen aber keine Werbung machen. Also nehmt die Herausforderung an und schaut beim Einkaufen genauer hin. Oder recherchiert. Genau das haben wir auch getan.
Quelle: https://goodnews.eu

Der Spruch auf dem Bild war für Menschen in der DDR ein Ausdruck ihrer Sehnsucht, die weite Welt bereisen zu wollen. Rei...
24/09/2026

Der Spruch auf dem Bild war für Menschen in der DDR ein Ausdruck ihrer Sehnsucht, die weite Welt bereisen zu wollen. Reisen nach Hawai oder auch nur Amsterdam scheiterten, die Älteren erinnern sich, an der Furcht unserer Herrschenden vor unterstellter Rückkehrunwilligkeit. Wir kamen hier einfach nicht raus. Heute erleben wir, dass manche nicht rein dürfen. Auch ihnen wird „Rückkehrunwilligkeit“ unterstellt. Ein Fall, der uns maßlos aufregt, wurde jetzt von einem GSE-Mitglied berichtet, welches Begegnungsprojekte zwischen jungen Menschen aus Deutschland und einem afrikanischen Land organisiert. Im Sommer gab es eine Reise zur Anbahnung einer Schulpartnerschaft – die Deutschen besuchten ihre künftigen Partner*innen, es gab ein intensives und lehrreiches Seminar. Alle Beteiligten freuen sich auf die Partnerschaft. Im Herbst ist der Gegenbesuch in Deutschland geplant. Für einen Teilnehmer, nennen wir ihn mal Hussein (der echte Name ist uns natürlich bekannt, wie auch das afrikanische Land), erfolgreicher Abiturient, 19 Jahre, wissbegierig, fit und engagiert, endete der anstrengende Marathon für ein Besuchervisum mit: abgelehnt. Die Deutsche Botschaft fand, es bestünde ein zu hohes Risiko, dass er nicht zurückkehren würde. Bei den anderen Teilnehmenden wurde das Risiko offenbar nicht gesehen. Noch mal betont sei, dass es sich um eine von einer deutschen Schule mit Unterstützung einer deutschen NRO organisierte und mit deutschen Fördergeldern und Spenden finanzierte auf drei Wochen begrenzte Lernreise handelt. Die Einladenden übernehmen alle Risiken. Ein*e Beamte*r in einer deutschen Botschaft meint entscheiden zu müssen, dass eine Person nicht vertrauenswürdig genug ist, deutschen Boden betreten zu dürfen.
Wie gerecht ist es, wenn du mit einem deutschen Pass in die meisten Länder der Welt reisen darfst, ohne vorher ein Visum zu beantragen? Wie gerecht ist es, dass es Pässe gibt, deren Inhaber*innen von vornherein mit tiefem Misstrauen betrachtet werden? Und wie gerecht ist es, dass es sich bei letzteren zum größten Teil um Afrikaner*innen handelt, deren Länder jahrhundertelang von europäischen Kolonialmächten ausgeplündert wurden?
Finde den Fehler.

Ob die Mehrzahl der 25,2 Millionen (2025) Einwohner*innen der Republik Mali heute einen Grund zum Feiern sieht, wissen w...
22/09/2026

Ob die Mehrzahl der 25,2 Millionen (2025) Einwohner*innen der Republik Mali heute einen Grund zum Feiern sieht, wissen wir nicht. Überhaupt wissen wir über dieses Land recht wenig. Mit gut 1,24 Millionen km² gelegen im westlichen Afrika nimmt die Sahara einen großen Teil des Landesterritoriums ein. Es gibt rund 30 verschiedene Ethien und etwa ebenso viele Sprachen. Der Wikipedia-Artikel listet acht Sprachen als offizielle Landessprachen auf. Arbeitssprache ist mit Französisch das Idiom der ehemaligen Kolonialmacht. Diese hatte sich das Territorium im späten 19. Jahrhundert als Teil der Kolonie Französisch-Sudan einverleibt. Vorher hatten drei große Reiche existiert, deren Teil das heutige Mali war und wo Astronomie, Mathematik, Literatur und Kunst in Blüte standen. Deren Konstellationen zeigen beispielhaft, wie fremdbestimmt und letzten Endes fatal die europäischen Eingriffe in die damaligen Gesellschaften waren und welche Folgen sie hervorriefen. Ohne Respekt für die vorhandenen Kulturen und existierende Grenzen nahm sich Frankreich das Recht, sich Bodenschätze wie Gold und Salz anzueignen. Am 20. Juni 1960 erlangte die Mali-Föderation zusammen mit dem benachbarten Senegal die Unabhängigkeit. Die Föderation zerbrach kurz darauf, das Land erklärte sich unter seinem heutigen Namen am 22. September als unabhängig. Nach langer Einparteienherrschaft führte ein Militärputsch 1991 zur Verabschiedung einer neuen Verfassung und zunächst zur Etablierung eines demokratischen Mehrparteienstaates. Ab 2010 kam es zum Abbau von Demokratie und Menschenrechten, zu einem Putsch und Kämpfen zwischen den rebellierenden Tuareg und Islamisten. Truppen von UNO und Frankreich eroberten den Norden von den Islamisten zurück, aber eine echte Befriedung gelang genauso wenig wie die Herstellung einer Herrschaft nach dem, was Europa als Demokratiestandard setzt. Seit 2020 gilt Mali als autoritär. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Sicher wird es kein fröhlicher Unabhängigkeitstag.
Quelle: Wikipedia

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