15/05/2026
Auf der Mahnwache gegen Antisemitismus am 3. Mai sprach auch Tugay Saraç, Queerbeauftragter der liberalen Ibn Rushd – Goethe Moschee. Fassungslos resümierte er:
„Slogans wie „Kill all Jews“, Messerangriffe wie jetzt in London, Anschläge auf Synagogen auf den Straßen Berlins sollten doch eigentlich einen bundesweiten, einen weltweiten Aufschrei auslösen, aber wir sehen, dass der Aufschrei viel zu leise ist. Eigentlich müssten wir heute zwei-drei-viertausend sein!“.
Tugay betonte: „Wir möchten eine humanistische Koexistenz, wir möchten die Freiheit für alle Menschen - Freiheit von Hass, Freiheit von Antisemitismus, Freiheit von Rassismus. Wir setzen uns hier ein für Demokratie und für Menschen und nicht einfach nur für irgendwelche Nationalstaaten - hier geht es um das Recht auf Leben, um das Recht, frei von Angst zu leben.“
Er kritisierte die Verzerrung von Maßstäben, die angelegt werden, wenn es um jüdisches/ israelisches Leben geht:
„Wenn ich hier und heute auf der Straße zusammengeschlagen werde, weil ich ein Türke bin, dann wird niemand auf mich zukommen und sagen: ‚Ja, was ist denn aber mit den Kurden?!‘ - und die Türkei ermordet Kurden seit Jahrzehnten - wenn ein Chinese auf den Straßen Berlins zusammengeschlagen wird, wird ihn niemand fragen: ‚Was ist denn mit den Uiguren?! Was ist denn mit Taiwan?!‘.“
Und welch unheilvolle Koalitionen entstehen hier:
„Wie können Menschen, die sich links verorten, mit Leuten auf eine Demonstration gehen, die sich dafür einsetzen, dass queere Menschen ermordet werden? […] Die Brandmauer geht nicht nur zu deutschen Rechtsextremen - die Brandmauer muss auch zu Islamisten gehen, die muss auch zu Linksextremen gehen, die Menschen ermorden wollen.“
Wir dürfen nicht resignieren! Lasst uns kämpfen: für eine offene Gesellschaft, für Vielfalt, für Demokratie, gegen Hass, gegen jeden Antisemitismus und Rassismus!
Die Mahnwache gegen Antisemitismus wurde zusammen mit der
de
organisiert und künstlerisch durch Gesang von sheva.official7 begleitet.