18/02/2013
Pressemitteilung / 08.02.2013
ATDID e.V. c/o Tdu Kurfürstendamm 175, 10707 Berlin
Berlin, den 18.02.2013
Wie alle anderen Fleischzubereitungen unterliegen auch „Döner“ und „Drehspieße“ der korrekten Kennzeichnungspflicht, damit Kunden sich über die Inhalte ausreichend informieren können. Die Hersteller und Händler sind verpflichtet, bestimmte Angaben auf Lebensmitteln zu machen. Unter anderem muss die Verkehrsbezeichnung des Lebensmittels wie auch eine Zutatenliste vorhanden sein.
Es ist fraglich wieso im Zuge des sogenannten „Pferdefleischskandals“ das RTL-Magazin „Extra“ ausschließlich „Döner“ untersuchen lässt und zweifelhafte Ergebnisse groß publiziert. Andere Fast-Food-Produkte aus Rindfleisch oder unter Verwendung von Rindfleisch hergestellt (Hamburger, Currywurst) werden absichtlich außen vor gelassen. Das Augenmerk soll gezielt auf eine Branche gezogen, die in diesem Skandal jedoch nicht im Focus steht, wie viele namenhafte Hersteller der großen Handelsketten.
Vorhergehende Skandale werden offensichtlich aufgegriffen, ohne den jeweiligen Produzenten die Möglichkeit zu geben, die Untersuchungsergebnisse nachzuvollziehen. In den bisherigen Veröffentlichungen zu diesen Untersuchungen fehlt jedoch notwendige auch von der Presse einzufordernde Transparenz.
Wurden die Proben von einer sachkundigen Person nach einem akkreditiertem Verfahren entnommen und dokumentiert? Handelt es sich um eine akkreditierte Untersuchungsmethode? Unabhängige Gegenuntersuchungen sind nicht möglich und Gegendarstellungen offenbar nicht gewollt. Sind die Produzenten über die Ergebnisse informiert worden? Wurde versucht der Ursache auf den Grund zu gehen? Bisher nicht!
Ein fundiertes Wissen über ein ordentliches Probenahmeverfahren sowie über die wissenschaftliche Interpretation der Ergebnisse der angewandten Untersuchungsmethoden, hätte der journalistischen Arbeit sicher eine große Hilfestellung sein können. Ob die nachgewiesenen Pferdebestandteile von z.B. in Würzungen enthaltenen Emulgatoren oder Würzstoffen oder von anderer Herkunft stammen, ist nicht geklärt. Hierzu müssten weitaus gründlicherer Untersuchungen angestrebt werden.
Desweiteren möchten wir anmerken das die Verwendung von Schweinefleisch in Drehspießen nicht ungewöhnlich ist. Einige Produzenten stellen auch Gyros oder Mischvarianten her, die dem Gusto des Verbrauchers und Bestellers entsprechen. Die Verwendung von Schweinefleisch ist nach einem Verwaltungsgerichtsurteil in Saarbrücken auch im „Döner“ möglich. Eine Verurteilung eines evtl. nachgewiesenen Schweinefleischanteils ist daher nicht nachvollziehbar und lässt nicht nur eine Information des Verbrauchers als Motivation des Artikels vermuten. Manche durch die Presse veröffentlichte Artikel suggerieren allerdings, dass nur Muslime Döner verzehren, was jeglicher Realität entbehrt. Wie eingangs erwähnt, sind Produkte entsprechend Ihrer Zusammensetzung zu kennzeichnen. Verbraucher, unabhängig Ihrer Religion, können sich so jederzeit über das Produkt und dessen Inhaltsstoffe informieren.
Als Vertreter der Dönerbranche sind wir über den Umgang und die Berichterstattung durch die Presse enttäuscht und fühlen uns dazu verpflichtet die Produzenten in Schutz zu nehmen. Ein gesundes und schmackhaftes Produkt welches tagtäglich sich größter Beliebtheit erfreut, muss nicht zwangsläufig in jeden Skandal verwickelt sein. Es wäre wünschenswert, wenn Presse und Meinungsäußerungen dazu beitragen könnten, die Bemühungen der Dönerbranche bei der seriösen Aufklärung von Problematiken in der Lebensmittelindustrie, zu honorieren.
Mit freundlichen Grüßen
ATDID e.V Vorstandsvorsitzender
Tarkan Taşyumruk
Verein türkischer Dönerhersteller in Europa / Avrupa Türk Döner İmalatcıları Derneği www.atdid.de
Kurfürstendamm 175 c/o TDU 10707 Berlin [email protected]
Tel. 030/28 50 68 26 Fax. 28 50 68 25