Städtepartnerschaftsverein Friedrichshain-Kreuzberg - Dêrik

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Städtepartnerschaftsverein Friedrichshain-Kreuzberg - Dêrik Städtepartnerschaft zwischen Friedrichshain-Kreuzberg und Dêrik - Nordsyrien Rund die Hälfte der Bewohner*innen sind Christen.

Dêrik liegt im äußersten Nordosten Syriens, im Dreiländereck von Türkei, Irak und Syrien in der Nähe des Flusses Tigris. Die Stadt hat ca. 26.000 Einwohner*innen; sie ist multireligiös und multiethnisch geprägt. Kurd*innen, Aramäer*innen, Araber*innen und Ezid*innen leben dort friedlich miteinander. Es gibt in der Nähe ein großes Flüchtlingscamp der Ezid*innen aus dem irakischen Shengal-Gebiet, die im August 2014 vor dem sogenannten Islamischen Staat (IS) flüchten mussten. Die kurdischen und christlichen Selbstverteidigungseinheiten schufen damals einen Fluchtkorridor von den Shengalbergen nach Dêrik und bewahrten so viele Frauen und Mädchen vor der Verschleppung und dem Verkauf auf den Sklavenmärkten des IS. Die Stadtverwaltung von Dêrik bemüht sich mit den Bewohnern, den Geflüchteten ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen – trotz des Embargos der Türkei, der kurdischen Regionalregierung im Nordirak und der syrischen Regierung. Wie in allen Städten Nordsyriens, die unter demokratischer Selbstverwaltung stehen, spielt die Gleichberechtigung der Geschlechter eine zentrale Rolle. So ist zum Beispiel das Amt der Bürgermeister*innen mit je einer Frau und einem Mann besetzt, die unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören und als gleichberechtigtes Team die Stadt verwalten.

12/10/2026

Seit 2019 verbindet den Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die Stadt Dêrik in Syrien (Rojava) eine offizielle Städtepartnerschaft – die erste zwischen einer deutschen und einer nordsyrischen Kommune. Als Städtepartnerschaftsverein setzen wir uns seitdem für Austausch, Solidarität und die Verbesserung der Lebensbedingungen vor Ort ein.

Auf unserer Projektreise nach Dêrik haben wir zahlreiche Menschen, Initiativen und Einrichtungen besucht. Wir haben Gespräche mit den neuen politischen Vertreterinnen des Landkreises und der Stadtverwaltung geführt und uns ebenso mit den bisherigen Verantwortlichen ausgetauscht. Die Begegnungen haben uns gezeigt, wie wichtig unsere Partnerschaft ist und vor welchen Herausforderungen die Menschen in der Region stehen.

Die politische Zukunft der Region befindet sich im Wandel. Im Rahmen des Integrationsprozesses zwischen der Selbstverwaltung Nordostsyriens und der Regierung in Damaskus wurden bisher selbstverwaltete Strukturen in den syrischen Staat integriert. In unseren Gesprächen haben wir sowohl Zweifel als auch Hoffnung gespürt. In Dêrik leben Kurd, Araber, Christ und weitere Gemeinschaften friedlich zusammen. Viele Menschen sind unsicher, ob der Integrationsprozess gelingen wird und wie ihre Rechte künftig geschützt werden.

Die humanitäre Lage bleibt angespannt. Inflation, steigende Kraftstoffpreise und die Wirtschaftskrise belasten den Alltag. Viele Binnenvertriebene benötigen Unterstützung, während der Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung und grundlegender Infrastruktur weiterhin eingeschränkt ist.

Mit unseren Projekten leisten wir konkrete Unterstützung: Unsere Mobile Klinik ermöglicht medizinische Versorgung in den umliegenden Dörfern. 2025 haben wir gemeinsam mit Partnern vier Schulen renoviert. Durch den Bau eines Solarbrunnens und den Ausbau des Wassernetzes erhalten Tausende Menschen besseren Zugang zu Trinkwasser.

Hilf uns, unsere Gesundheits-, Bildungs- und Infrastrukturprojekte in Dêrik fortzusetzen! Alle Informationen zu Spenden und Fördermitgliedschaften findest du im Link in unserer Bio.

11/10/2026

Spende jetzt für Trinkwasser-Versorgung für Familien in Dêrik! Link in Bio.

Bei unserem Besuch konnten wir sehen, was das Wasserprojekt vor Ort verändert: Das Wassernetz wird erweitert und versorgt heute viele Familien, darunter besonders viele Menschen, die aus Afrin vertrieben wurden.

Früher waren die Menschen hier auf provisorische Leitungen und die Wasserversorgung anderer Viertel angewiesen. Heute kommt das Wasser zuverlässig über das neue Netz. Gleichzeitig haben wir eine Solaranlage für einen der Brunnen besucht. Wasser ist hier nicht selbstverständlich. Es bedeutet Gesundheit, Würde und ein Stück Alltagssicherheit.

Eine Städtepartnerschaft lebt davon, einander zuzuhören, Erfahrungen zu teilen und diejenigen zu unterstützen, die sich ...
10/10/2026

Eine Städtepartnerschaft lebt davon, einander zuzuhören, Erfahrungen zu teilen und diejenigen zu unterstützen, die sich für ein vielfältiges und selbstbestimmtes Zusammenleben einsetzen. Die Gespräche während unserer Reise haben unsere Partnerschaft mit Dêrik weiter vertieft.

Die humanitäre Lage in der Region ist angespannt: Inflation, steigende Kraftstoffpreise und die Wirtschaftskrise belasten den Alltag. Auch Binnenvertriebene benötigen Unterstützung, während der Zugang zu Gesundheitsversorgung und grundlegender Infrastruktur vielerorts schwierig bleibt.
Mit unseren Projekten wie der Mobilen Klinik ermöglichen wir die Gesundheitsversorgung in den Dörfern; gemeinsam mit Partnern vor Ort haben wir Schulen renoviert und Haushalte ans Trinkwassernetz anschließen lassen. Das ist nur dank zahlreicher privater Spenden möglich. Spende jetzt für eine Gesundheits- und Bildungsprojekte in Rojava in Syrien! Link in Bio.

In Dêrik leben Kurd:innen, Araber:innen, Christ:innen und weitere Gemeinschaften zusammen. Wie ihre Rechte künftig geschützt werden und ob Kurdisch als Muttersprache anerkannt wird, bleibt eine wichtige offene Frage.

Auf unserer Reise haben wir erlebt, was auf dem Spiel steht, und wie entschlossen Menschen dafür eintreten, ihre Gesellschaft selbst mitzugestalten.
Wir kehren mit vielen Eindrücken und persönlichen Begegnungen zurück. Vor allem aber mit Hoffnung und großem Respekt vor den Menschen in Dêrik, die sich für ihre Rechte, ihre Vielfalt und eine selbstbestimmte Zukunft einsetzen.

In Qamishli haben wir uns in mit unserer Partnerorganisation SJAS (Stiftung der Freien Frau in Syrien) getroffen. Die Or...
07/10/2026

In Qamishli haben wir uns in mit unserer Partnerorganisation SJAS (Stiftung der Freien Frau in Syrien) getroffen. Die Organisation wurde von Frauen in den kurdische Gebieten Syriens aufgebaut. Mit der Vorsitzenden von SJAS, Sultan Xuşo, haben wir uns über die aktuelle Lage ausgetauscht.

Gemeinsam mit SJAS betreiben wir die Mobile Klinik, die einen Fokus auf Frauengesundheit und -Bildung hat: Brustkrebsvorsorge, Schwangerschaftsbegleitung und psychosoziale Workshops für Frauen werden angeboten. Das Projekt wird im Rahmen der Klinikpartnerschaften der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit gefördert.

In der Stadtgesellschaft in Dêrik sind die Errungenschaften der Frauen Nordostsyriens überall spürbar, auch nach der Machtübernahme al-Scharaas. Frauen haben zentrale Stellungen inne: Die Bürgermeisterin Dêriks Jinda Mohammed, zahlreiche Ärztinnen im Gesundheitssystem der Stadt, oder die Vorsitzende der lokalen Wasserbehörde. Zudem gibt es nach wie vor zahlreiche Bildungsangebote für Jineolojî, also der Wissenschaft der Frau.

Und doch stehen diese Errungenschaften unter Druck. Seit der Machtübernahme al-Scharaas beobachten Frauen-Aktivistinnen, dass sich viele Männer in ihrer patriarchalen Denkweise bestärkt fühlen, und sexistische Gewalt ansteigt. Im von Al-Scharaa einberufenen Parlament sind lediglich 10% Frauen. Und auf institutioneller Ebene war die Stiftung der Freien Frau in Syrien gezwungen sich bei der Regierung zu registrieren, und sich von WJAS zu SJAS umzubenennen. Gründe, aktiv zu bleiben, gibt es also genug.

Spende jetzt für Frauen-Gesundheit in Nordost-Syrien! Link in Bio

05/10/2026

Im Jahr 2025 haben wir als Städtepartnerschaftsverein vier Schulen rund um Dêrik renoviert, in Zusammenarbeit mit und mit Geldern der Aktion Deutschland Hilft. 2027 werden wir das fortsetzen. Auf unsere Delegationsreise haben wir zahlreiche Schulen besucht und mit eigenen Augen deren Zustand gesehen. Manche sind vollständig zerstört worden. Als STÄPA setzen wir uns dafür ein, Fördergelder gezielt dort einzusetzen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

Ein weiteres Problem ist die Unterrichtssprache: Die Regierung aus Damaskus schreibt arabische Lehrpläne vor — für die überwiegend kurdischen Kinder ist das nicht nur eine völlig abrupte Änderung ihres Alltags, sondern auch ein Angriff auf ihre kurdische Identität.

Wir werden uns weiter für gute Bildung für Alle in der Region Dêrik einsetzen. Unterstützt du uns dabei? Alle Informationen zu Spenden und Fördermitgliedschaften findest du im Link in der Bio.

„Unsere Sprache ist Kurdisch — und wir haben ein Recht darauf!“ Unter diesem Motto gingen in den letzten Wochen zahlreic...
04/10/2026

„Unsere Sprache ist Kurdisch — und wir haben ein Recht darauf!“ Unter diesem Motto gingen in den letzten Wochen zahlreiche Schüler*innen in Rojava in Syrien auf die Straße. Sie forderten ein Recht auf Schulunterricht in ihrer Muttersprache. Denn seit Al-Scharaas Machtantritt befindet sich die Region im rasanten Wandel.

In den Schulen rund um unsere Partnerstadt, die wir besuchen, kam vom einen Tag auf den anderen Tag das Dekret aus Damaskus: Der Unterricht muss auf arabisch durchgeführt werden, obwohl die meisten Kinder hier kurdischsprachig aufgewachsen sind — ein rabiater Angriff auf die kurdische Identität. Verzweifelt erzählt uns eine Lehrerin: „Für die Kinder ist diese abrupte Umstellung extrem schwierig. Aber was sollen wir machen? Wenn wir die arabischen Lehrpläne nicht befolgen, kriegen sie keinen Schulabschluss!“

Auch der Religionsunterricht hat sich verändert. Vor der Machtübernahme der Islamisten wurde die Vielfalt der Religionen und ethische Werte gelehrt, doch seit Al-Scharaas Bildungsreformen muss der konservative Islam gelehrt werden.

Trotz alledem sind die Schulen rund um Derik ein wichtiger Ort um Kindern eine Zukunft zu bieten. Wir als Städtepartnerschaftsverein Kreuzberg-Derik haben in Zusammenarbeit mit GlobalCare mehrere Schulen im Umland von Derik renoviert, mit Elektrik, Wandfarben und Schulbänken ausgestattet. Vorher waren die Schulen in einem sehr schlechtem Zustand. Deine Spende trägt dazu bei, dass sie ein schöner Lernort für zahlreiche Kinder sind. Allen politischen Widrigkeiten zum Trotz.

03/10/2026

Die Mobile Klinik ist so ein wichtiges Projekt..!

03/10/2026

Jeden Monat besucht die Mobile Klinik Frauen und Kinder in 19 Dörfern rund um Dêrik, erklärt Ärztin Dr. Çudî. Immer wieder konnten ihr Team lebensbedrohliche Krankheiten frühzeitig erkennen. Seit 2020 fährt sie mit ihrem vierköpfigen Team raus auf die Dörfer, führt Sprechstunden und Brustkrebs-Vorsorge durch und verteilt Medikamente. Auch untersucht sie schwangere Frauen mit dem Ultraschall-Gerät, das 2023 dank Spenden angeschafft werden konnte. Im vorletzten halben Jahr wurden insgesamt 1.285 Frauen und 690 Kinder medizinisch behandelt.

Gesundheitsversorgung bedeutet für Dr. Çudî mehr als nur das Verteilen von Medikamenten: Für viele Frauen und Kinder ist die Mobile Klinik einer der wenigen Orte an denen ihnen und ihren Geschichten zugehört wird. Der Trauma-Workshop bietet einen offenen Raum für das Teilen von Geschichten. Das psychsoziale Programm gestaltet Frau Nejan, Teil des multiprofessionellen Teams der mobilen Klinik.

Das Projekt wird von SJAS — Stiftung der Freien Frau in Syrien in Kooperation mit dem Städtepartnerschaftsverein Friedrichshain-Kreuzberg — Dêrik durchgeführt. Finanziert und unterstützt wird die Mobile Klinik von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), und dem Förderprogramm Klinikpartnerschaften, und durch zahlreiche Spenden von Fördermitgliedern des Städtepartnerschaftsvereins.

01/10/2026

Wir sind in der syrischen Region Rojava angekommen! Es ist toll, wieder in unserer Patnerstadt zu sein.

Wir sind in unserer Partnerstadt Dêrik in Rojava in Syrien angekommen! Am ersten Tag unserer Reise haben wir uns mit den...
01/10/2026

Wir sind in unserer Partnerstadt Dêrik in Rojava in Syrien angekommen! Am ersten Tag unserer Reise haben wir uns mit den neuen Bürgermeister*innen der Stadt getroffen, und auch ihr Vorgänger, der alte Bürgermeister Maher war dabei. Wir haben uns über den Integrationsprozess in Syrien ausgetauscht, und über aktuelle politische und humanitäre Herausforderungen gesprochen.

Eine der größten Herausforderungen für die Menschen hier ist die aktuelle Wirtschaftskrise. Die Inflation, sowie die stark steigenden Preise für Kraftstoffe erschweren das Leben vieler Menschen. Außerdem leben nach wie vor zahlreiche Binnenvertriebene im Großraum von Dêrik, in Schulen und Camps. Ihre Versorgung ist nach wie vor eines der drängendsten Probleme.

Auch der Schulunterricht, und das Recht auf Muttersprache bewegen viele Menschen. Die islamistische Zentralregierung hat verordnet, dass der Schulunterricht großteils auf arabisch stattfindet — doch viele Menschen sprechen kurdisch, das Recht auf Muttersprache ist für viele sehr wichtig. In den nächsten Tagen werden wir auch einige Schulen besuchen, und mehr Eindrücke gewinnen.

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Berlin

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