06/05/2026
Gewaltschutz ist ein Grundrecht – doch für viele Frauen mit Behinderungen ist er noch immer keine Realität.
Zum Protesttag am 5. Mai sprechen wir über Zahlen, die wir nicht länger ignorieren dürfen. Wenn wir über Autonomie und Gewaltprävention reden, müssen wir den Blick besonders auf soziale Einrichtungen und institutionelle Strukturen richten.
Die Faktenlage:
2 bis 3 Mal häufiger:
Frauen mit Behinderungen erleben im Laufe ihres Lebens zwei- bis dreimal häufiger Gewalt als der Durchschnitt der weiblichen Bevölkerung.
Strukturelle Abhängigkeit:
In Einrichtungen ist das Risiko für Grenzverletzungen besonders hoch, da Machtasymmetrien und die Abhängigkeit von unterstützenden Personen den Alltag prägen.
Mangelnde Barrierefreiheit:
Nur etwa 10 % der Frauenhäuser und Beratungsstellen in Deutschland sind vollständig barrierefrei zugänglich.
Diese Zahlen sind kein individuelles Schicksal, sondern das Ergebnis von Strukturen, die Selbstbestimmung oft hinter Effizienz und Verwaltung zurückstellen. Echter Gewaltschutz bedeutet, die Autonomie von Menschen mit Behinderungen bedingungslos anzuerkennen und den Zugang zu sexueller Bildung und professioneller Begleitung zu sichern.
Wie wir den Wandel gestalten:
Gewaltprävention beginnt dort, wo Tabus gebrochen werden. Deshalb gibt es auch das Online-Seminar von Lily zum Thema „Zwischen Intimität und Versorgung: Sexualität, Behinderung und professionelle Begleitung jenseits von Tabu und Moral“ für Fachkräfte. Dort beleuchten wir genau diese Schnittstelle: Wie gelingt professionelle Unterstützung jenseits von Moral und Bevormundung?
Wir brauchen keine Verwahrung, sondern echte Inklusion und sichere Räume für alle.