23/10/2024
Hannchen-Mehrzweck-Stiftung beerbt die Homosexuelle Selbsthilfe e.V.
Die Homosexuelle Selbsthilfe (HS) gibt es nicht mehr. Der 1980 gegründete Verein hat sich bei seiner letzten Mitgliederversammlung in Magdeburg am 20. Oktober einstimmig aufgelöst. Die Homosexuelle Selbsthilfe war 44 Jahre Teil der queeren Bewegungsgeschichte: mit Hilfe der Mitgliedsbeiträge wurde der Start vieler Selbsthilfegruppen, die Einrichtung von Schwulenzentren, CSDs und Aids-Hilfen ermöglicht; es wurden Kulturprojekte, Publikationen und Veranstaltungen gefördert; und mit der HS-spezifischen Rechtskostenhilfe wurden in den letzten Jahren vor allem queere Geflüchtete sowie trans* Personen unterstützt.
Das verbleibende Vermögen der HS geht an die jüngere und ungleich größere Schwesterorganisation, die Hannchen-Mehrzweck-Stiftung für queere Bewegungen, kurz hms. Die bisherigen HS-Mitglieder wurden ermuntert, künftig Spenden und Zustiftungen an die gemeinnützige hms zu richten. Klaus Müller vom Vorstand der hms sagt dazu: „Wir freuen uns über das auf der letzten HS-Mitgliederversammlung ausgesprochene Vertrauen. HS und HMS haben seit Gründung der Stiftung im Jahr 1991 eng zusammengearbeitet. Durch die Auflösung der HS verliert die queere Bewegung eine wichtige Förderinstitution der Vernetzung, Selbsthilfe und Solidarität. Wir fühlen uns als Schwesterorganisation und Erbin diesen Aufgaben umso mehr verpflichtet.“
Die Aufarbeitung der Vereinsgeschichte der „Homosexuellen Selbsthilfe“ soll durch die Übergabe der Unterlagen an das Schwule Museum Berlin ermöglicht werden.
https://www.hms-stiftung.de/
https://hs-verein.de/
Foto: Dennés Deichsel
Nach der Mitgliederversammlung in Magdeburg, v.l.n.r.: Harry Kirchwehm, Albert Eckert, Falko Jentsch, Klaus Müller, Ulrich Keßler, Martin Unverdorben, Roland Becker, Sebastian Vetter.
Weitere Mitglieder nahmen online teil.
Mit freundlichen Grüßen
für den Vorstand HS e.V.