23/02/2026
Wie können ihre Verhandlungsmacht stärken und damit die Interessen der Beschäftigten besser durchsetzen? Ein Ansatz dazu ist . Dabei werden die Mitglieder dazu ermutigt und dabei unterstützt, selbst aktiv zu werden. Sie sollen ihre Themen einbringen und über sie entscheiden.
Mit Organizing hätten Gewerkschaften in den vergangenen Jahren spektakuläre Erfolge erzielt, so die Autoren unserer neuen Studie, etwa beim Abschluss und der Ausgestaltung von Tarifverträgen im Gesundheitswesen.
Was genau versteht man unter Organizing? Beim Aufbau der Organisation und bei betrieblichen Konflikten kommt den Mitgliedern und ehrenamtlichen Aktiven die Hauptrolle zu. Entscheidungen werden „von unten“ angestoßen. Die Schlüsselbegriffe sind „Empowerment“, also Ermächtigung zum Handeln, und „Ownership“, was bedeutet, dass die Mitglieder Kontrolle über Kampagnen, Aktionen und letztlich die Gewerkschaft selbst ausüben sollen.
Insbesondere bei ausgegliederten Servicebetrieben großer Krankenhäuser gelang Verdi mit dieser Strategie, neue Tarifverträge abzuschließen. Damit war das Gesundheitswesen eine der wenigen Branchen, in denen die Tarifbindung zwischen den Jahren 2010 und 2024 gestiegen ist.
In Bereichen, in denen kaum auf bestehende gewerkschaftliche Strukturen aufgebaut werden kann und keine Tarifbindung vorhanden ist, stößt diese Strategie jedoch häufig an ihre Grenzen. Mit ihren begrenzten Ressourcen können die Gewerkschaften gerade in kleinteilig strukturierten Branchen der strukturellen Überlegenheit der Arbeitgeberseite bislang oft nur schwer etwas entgegensetzen.
Die gesamte Studie findet Ihr auf boeckler.de