Deutsche Geologische Gesellschaft - Geologische Vereinigung e.V. - DGGV

Deutsche Geologische Gesellschaft - Geologische Vereinigung e.V. - DGGV Die Deutsche Geologische Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV)

Der Fingerabdruck anthropogener Kohlendioxid-Emissionen erreicht den tiefen NordatlantikDie Nutzung fossiler Brennstoffe...
26/08/2026

Der Fingerabdruck anthropogener Kohlendioxid-Emissionen erreicht den tiefen Nordatlantik

Die Nutzung fossiler Brennstoffe verändert sowohl die Konzentration als auch die Kohlenstoff-Isotopenzusammensetzung des Kohlendioxids in der Atmosphäre. Da Oberflächenwasser Kohlendioxid mit der Atmosphäre austauscht, verändert sich damit auch die Isotopenzusammensetzung des im Meer gelösten Kohlenstoffs. In einer Studie konnte ein Team vom MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen nun nachvollziehen, wie tief dieser der sogenannte Suess-Effekt bereits in den Nordatlantik vorgedrungen ist.


In seiner stabilen Form besteht Kohlenstoff aus den Isotopen C-12 und C-13. Pflanzen binden während der Photosynthese bevorzugt das leichtere C-12. Da Brennstoffe überwiegend aus fossilem Pflanzenmaterial bestehen, enthalten diese vergleichsweise wenig des schweren Kohlenstoffisotops C-13. Durch ihre Verbrennung nimmt deshalb das Verhältnis von C-13 zu C-12 in der Atmosphäre ab. Durch den Austausch mit der Atmosphäre übernimmt das Oberflächenwasser zunehmend diese veränderte Isotopensignatur. Durch vertikale Vermischung und die Bildung von Tiefenwasser kann der anthropogene Kohlenstoff tief in den Ozean transportiert werden.

Neue Messungen zeigen nun, wie weit dieses anthropogene Kohlenstoffsignal bereits in die Tiefenwassermassen des Nordatlantiks vorgedrungen ist. Für ihre in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlichten Studie untersuchte das Team um Emma Bavoux Kohlenstoff-Isotopenverhältnisse in Wasserproben, die während zweier Expeditionen mit dem Forschungsschiff MARIA S. MERIAN in den Jahren 2017 und 2018 entlang eines Schnitts bei etwa 48° Nord durch den gesamten Nordatlantik gewonnen wurden. Zusätzlich nutzten die Forschenden frühere Messungen des ebenfalls durch menschliche Aktivitäten erzeugten Spurengases Schwefelhexafluorid (SF₆), um den von Menschen verursachten Anteil im Kohlenstoff-Isotopenverhältnis abzuschätzen.

„Uns hat überrascht, wie groß der Suess-Effekt in den Tiefenwassermassen des Nordatlantiks bereits ist“, sagt Emma Bavoux. Der Suess-Effekt ist mittlerweile in fast allen untersuchten Wassermassen des Nordatlantiks nachweisbar. Junge, unter der Oberfläche liegende Wassermassen im Nordatlantik oder solche, die zuletzt Kontakt zur Atmosphäre hatten, wiesen den stärksten Suess-Effekt auf. Der Suess-Effekt war in tiefen, alten Wassermassen wie dem Nordostatlantischen Tiefenwasser, die wahrscheinlich seit mehreren hundert Jahren keinen Kontakt zur Atmosphäre hatten, äußerst schwach oder nicht nachweisbar. Proben aus dem westlichen Nordatlantik hingegen – das Labradormeerwasser und die durch die Dänemarkstraße strömenden und anschließend in größere Tiefen absinkenden Wassermassen – wiesen seit der vorindustriellen Zeit einen Suess-Effekt von etwa 0.3 bis 0.6 Promille auf. Den Forschenden gelang es darüber hinaus, einen großen ozeanischen Wirbel in der Labradorsee zu beobachten, der ein deutliches Suess-Effekt-Signal in Wassertiefen von bis zu 2.000 Metern transportiert.

Die Veröffentlichung zeigt, dass sich die Spuren industrieller Aktivitäten zunehmend im Ozean nachweisen lassen. Die Forschenden weisen aber auch darauf hin, dass der Suess-Effekt bereits in den Schalen von Mikrofossilien nachweisbar ist. Dazu gehören etwa die sogenannten Foraminiferen, die in den letzten Dekaden am Ozeanboden abgelagert wurden. „Mit dem Suess-Effekt konserviert der Ozeanboden Signale menschlichen Ursprungs, die nun langfristig in diesen geologischen Archiven den Beginn des Anthropozäns markieren“, sagt Stefan Mulitza, Mitautor der Studie. „Wie stark sich diese stratigraphische Grenze ausprägen wird, hängt vor allem von der Entwicklung der zukünftigen Kohlendioxid-Emissionen ab.“ Im Rahmen des Exzellenzclusters „Ozeanboden – unerforschte Schnittestelle der Erde “ arbeiten die Wissenschaftler:innen daran, die Rolle des Ozeans und seiner Ökosysteme im globalen Kohlenstoffkreislauf weiter zu entschlüsseln.

Mehr: https://www.marum.de/Suess-Effekt-Nordatlantik.html

Foto: Emma Bavoux bei der Analyse von Proben im Labor des MARUM (Quelle: MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen; V. Diekamp).

Geotope in Deutschland / Geosites in GermanyWachsender Felsen von UsterlingAn den Quellaustritten von kalkreichen Grundw...
26/08/2026

Geotope in Deutschland / Geosites in Germany

Wachsender Felsen von Usterling

An den Quellaustritten von kalkreichen Grundwässern findet man häufig Quellkalkbildungen. In seltenen Fällen kommt es zur Entwicklung einer besonderen Form, der "Steinernen Rinne". Der "Wachsende Felsen" von Usterling ist mit fast 40 m Länge und 5 m Höhe die größte Steinerne Rinne in Deutschland.

Quellkalke entstehen dort, wo kalkreiches Grundwasser gleichmäßig an der Oberfläche austritt. Durch Druckentlastung und Erwärmung gibt das Wasser seine Fracht an gelöstem Kohlendioxid (CO2) ab. Schnelles Fließen des Wassers verstärkt diesen chemischen Prozess, der vergleichbar mit dem Öffnen einer Mineralwasserflasche ist. Durch den Entzug des gasförmigen Kohlendioxids entsteht das wenig lösliche Kalziumkarbonat (CaCO3), das als Quellkalk abgeschieden wird.

Dieser Vorgang ist übrigens auch im heimischen Haushalt als Kesselsteinbildung zu beobachten. Bei der Entstehung von Steinernen Rinnen spielen auch biologische Faktoren eine wichtige Rolle. Moose und Algen entziehen dem Wasser zusätzlich Kohlendioxid, da sie dieses Gas für ihre Atmung brauchen. Der Prozess ist für einen wesentlichen Teil der Kalkabscheidung verantwortlich.

So entstandene Kalke haben eine poröse, bröckelige Struktur und werden als "Kalktuffe" bezeichnet. Da Pflanzen Licht benötigen, sind sie bestrebt, über die entstehenden Kalkkrusten hinauszuwachsen. Das Wasser gräbt sich also nicht, wie sonst üblich, in den Untergrund ein, vielmehr baut sich durch die Wechselbeziehung von Pflanzenwachstum und Kalkfällung nach und nach einen Damm auf, dessen Scheitel vom Quellbach durchflossen wird.

Außerhalb der zentralen Rinne wird der Damm beidseitig von tuffbildenden Moosen (zum Beispiel Starknervenmoose, vor allem Cratoneuron commutatum und Lebermoose) aufgebaut. Die Auskleidung des Bachbettes auf dem Dammscheitel erfolgt dagegen durch Blau- und Grünalgen sowie Zieralgen.
Mit dem Wort "tofus" (Tuff) wurden in der Antike raue, poröse Gesteine beschrieben, die durch Hohlräume und Lufteinschlüsse gekennzeichnet sind. Deshalb wird der Name sowohl für vulkanische Ablagerungen ("vulkanischer Tuff") als auch für Kalkabscheidungen an Quellaustritten ("Kalktuff") verwendet.

Mehr: https://www.lfu.bayern.de/.../bayerns.../19/index.htm

Foto/Grafik: Der wachsende und bemooste Felsen von Usterling. Details zum Wachstum. Geologische Karte der Umgebung von Usterling (Quelle: LFU Bayern).
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DGGV-Exkursion Namibia 2026 IDie Teilnehmer der DGGV-Exkursion waren gestern  die ersten, die bei Namdeb die Diamantenab...
26/08/2026

DGGV-Exkursion Namibia 2026 I

Die Teilnehmer der DGGV-Exkursion waren gestern die ersten, die bei Namdeb die Diamantenabbaugebiete am Oranje River besuchen durften. Es war ein spannender Tag.
Unteres Foto: Diamantenführende Sedimente wurden bis auf das Grundgebirge abgeräumt.

DGGV & Hardrock Safaris

Schachtanlage Asse: BGE passt Modellvorstellungen über Salzwasserzutritt anErkundungen im Umfeld der ehemaligen Hauptauf...
25/08/2026

Schachtanlage Asse:
BGE passt Modellvorstellungen über Salzwasserzutritt an

Erkundungen im Umfeld der ehemaligen Hauptauffangstelle brachten neue Erkenntnisse zum Salzwasserzutritt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat nun ihre Modellvorstellungen über die Fließwege im Bergwerk angepasst.

Eine stabile Lösungsfassung in der Schachtanlage Asse II ist eine wesentliche Voraussetzung für ein sicheres Arbeiten unter Tage und damit auch für die Rückholung der radioaktiven Abfälle. „Bisher gingen unsere Modellvorstellungen davon aus, dass sich die in die Asse eindringende Salzlösung durch kleine Risse im aufgelockerten Salzgestein langsam nach unten bewegt. Diese Modelle müssen nun angepasst werden. Wir können heute davon ausgehen, dass die im Abbau 3/658 angetroffene Spalte der entscheidende Fließweg für die weiterhin an Steinsalz gesättigte Salzlösung ist“, sagt Dr. Ralf Holländer, Abteilungsleiter Geowissenschaften.

Die lösungsführende Spalte war bei Sanierungsarbeiten im Bereich der ehemaligen Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene entdeckt worden. Als die Hauptauffangstelle im Jahr 1997 errichtet wurde, gab es diese noch nicht. Wann sie sich gebildet hat, ist derzeit noch unklar. Der Rückgang der Fassungsraten an der ehemaligen Hauptauffangstelle 2024 steht jedoch mit der Bildung der Spalte im Zusammenhang, weil der Salzwasserstrom sich inzwischen verlagert hat und an der alten Auffangfolie vorbeigeflossen ist. „Form und Oberfläche der Spalte legen eine Entstehung durch Fließprozesse der Salzlösung, verbunden mit Materialabtragung, nahe. Dadurch kann sich der Verlauf der Spalte ändern“, erläutert Dr. Holländer. Seit die BGE die Salzlösung direkt an dieser Spalte auffängt, kann sie in diesem Bereich wieder rund 12,5 Kubikmeter täglich fassen. Die Fassungsraten auf den darunterliegenden Ebenen sanken wieder auf das frühere Niveau von rund 0,5 Kubikmeter pro Tag.

Aufgrund der neuen Erkenntnisse hat die BGE ihr Fließwegemodell angepasst. Welche Auswirkungen dies im Einzelnen hat, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Belastbare Aussagen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Sicher ist, dass die BGE auch in Zukunft weitere Maßnahmen zur Sicherung einer stabilen Lösungsfassung prüfen, planen und umsetzen muss, um ein sicheres Arbeiten in der Schachtanlage Asse II zu ermöglichen.

Zum Hintergrund
Ende 2023 nahm die Fassungsrate an der ehemaligen Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene über mehrere Wochen ab und ging im Oktober 2024 schließlich auf null zurück. Der BGE gelang das Fassen größerer Lösungsmengen erst in der sogenannten Gleitbogenausbaustrecke auf der 725-Meter-Ebene – wenig oberhalb der 750-Meter-Ebene, wo die meisten radioaktiven Abfälle lagern. Nach umfangreichen Erkundungs- und Sanierungsarbeiten kann die BGE seit März 2026 den überwiegenden Teil der Lösung wieder auf der 658-Meter-Ebene fassen.

Um die Hintergründe der veränderten Fassungssituation zu verstehen und Handlungsoptionen für eine weitere stabile Lösungsfassung zu erarbeiten, haben Expert*innen aus den Bereichen Bergbau, Geologie und Geophysik die neuen Befunde analysiert und planen weitere Erkundungsarbeiten.

Mehr: https://www.bge.de/de/presse/pressemitteilung/news/2026/8/bge-passt-nach-neuen-erkenntnissen-modellvorstellungen-ueber-salzwasserzutritt-an/?fbclid=IwY2xjawT6zDxwZG9mAWV4dG4DYWVtAjEwAGJyaWQRMXB4QlJEa1lqaEdRN1R1a2JzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEe8hm83PL845IyKTWZlDX4Uak9DFS0QRaKP6fCLlaS8fwFHD83nQIGkMiXS80_aem_5kzYoqKkXgfv4EW8HEQ_ew

Foto: Durch diese Spalte fließt das Salzwasser innerhalb des Bergwerks. Die BGE wird weitere Untersuchungen vornehmen, um das System und die Auswirkungen besser beschreiben zu können (Quelle: BGE).

BGR startet Expedition in GrönlandDie BGR hat ihre Arktis-Expedition „Little CASE 2026 – Greenland“ gestartet. Auf Einla...
25/08/2026

BGR startet Expedition in Grönland

Die BGR hat ihre Arktis-Expedition „Little CASE 2026 – Greenland“ gestartet. Auf Einladung des dänischen geologischen Dienstes GEUS (Geological Survey of Denmark and Greenland) beteiligt sich die BGR im Rahmen ihres CASE-Programms an einer umfangreichen Kartierungskampagne im Nordosten von Grönland.

Ziel dieser gemeinsamen Forschungsinitiative ist neben der klassischen Kartierung eine geophysikalische Pilotuntersuchung. Als Basislager für die Geländearbeiten dient Ella Island (Ella Ø). Das Arbeitsgebiet selbst befindet sich auf der Gauss-Halbinsel (Gauss Halvø) im Nordost-Grönland-Nationalpark. Der Beitrag der BGR besteht in einer helikoptergestützten geophysikalischen Untersuchung. Da viele Bereiche der Gauss-Halbinsel topografisch schwer zugänglich sind, erfasst die BGR aus der Luft magnetische und gravimetrische Daten mit eigenen Messgeräten. Diese Flüge ermöglichen es, verborgene geologische Strukturen im Untergrund abzubilden – auch dort, wo keine direkten Gesteinsaufschlüsse an der Oberfläche sichtbar sind.

Die Ergebnisse fließen direkt in die gemeinsame Auswertung mit dem dänischen geologischen Dienst ein. Im Mittelpunkt der Kooperation steht die enge Verzahnung von geologischen Geländearbeiten, geochemischen Untersuchungen und geophysikalischen Messungen. GEUS führt dabei die systematische geologische Kartierung im Gelände durch. Durch die Verbindung der unterschiedlichen wissenschaftlichen Methoden wollen die Partnerinstitutionen die geologische Entwicklung und das Rohstoffpotenzial dieser arktischen Region genauer erfassen und die wissenschaftliche Grundlage für weiterführende Forschungsarbeiten schaffen.

Mehr: https://www.bgr.bund.de/SharedDocs/Meldungen/DE/Allgemeines/2026/2026-08-25_case-expedition-groenland.html

Foto: Blick vom Helikopter auf das an der Ostküste Grönlands vor Anker liegende Expeditionsschiff M/S Tulu (Quelle: BGR).

Geotope in Deutschland / Geosites in GermanyDie SchladeDas Great Barrier Reef von Bergisch GladbachVor den Toren Kölns l...
25/08/2026

Geotope in Deutschland / Geosites in Germany

Die Schlade

Das Great Barrier Reef von Bergisch Gladbach

Vor den Toren Kölns liegt eine beeindruckende Unterwasserlandschaft. Um sie zu erkunden, braucht es weder Schnorchel noch Taucherbrille: Im Trockental Schlade lässt sich ein urzeitliches Riff bestaunen. Ein Spaziergang entlang der Steinbruchwände gibt Einblick in die Entstehung und die unterschiedlichen Zonen des Riffkomplexes. In den aufgeschlossenen Gesteinen zeugen fossile Korallen, Muscheln und Schwämme davon, dass sich das Riff im Küstenbereich eines warmen Meeres bildete – mit einer meerwärts gelegenen Brandungszone, einem zentralen Riffkomplex und landseitigen Lagunen.

Das Gebiet der Schlade befand sich vor 385 Millionen Jahren, während des Mitteldevons, im Küstenbereich eines breiten Meeresarmes südlich des Äquators. Im Zusammenspiel mit tropischem Klima bot das flache, lichtdurchflutete Wasser ideale Bedingungen für das Wachstum von Korallen und anderen riffbildenden und riffbewohnenden Organismen. Es entstand ein Korallenriff ähnlich dem heutigen Great Barrier Reef vor der Küste Australiens.

Mit der Zeit wurden Teile des Riffs, also der Korallenkalk, durch natürliche Verwitterungsprozesse abgetragen. Der Abbau im 19. Jahrhundert legte Teile des Riffs frei. Diese Aufschlüsse finden sich heute an verschiedenen Stellen der Schlade.

Der Kalkstein sorgt für eine weitere Besonderheit: Es gibt kein oberirdisches Gewässer, daher die Bezeichnung Trockental. Grund dafür ist eine tiefreichende Verkarstung der wasserlöslichen Kalkgesteine. So entstand eine formenreiche Karstlandschaft aus Einbruchstrichtern und anderen sehenswerten Hohlformen.
Tauchen Sie in die Unterwasserwelt der Schlade ein. Ein Geopfad mit Infotafeln führt an den einzelnen Stationen vorbei. Riffgesteine und andere Naturdenkmäler, aber auch Kalköfen und Erzgruben zeugen von der erdgeschichtlichen und industriellen Vergangenheit.

Mehr: https://www.gd.nrw.de/ge_ev_geologie-erleben_schlade.htm
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Foto: (Quelle: GD NRW).

Geo-Fachleute erkunden Erdwärme im nördlichen Münsterland – große Chance für die RegionWo im nördlichen Münsterland und ...
24/08/2026

Geo-Fachleute erkunden Erdwärme im nördlichen Münsterland – große Chance für die Region

Wo im nördlichen Münsterland und am angrenzenden Niederrhein lässt sich künftig klimafreundliche Erdwärme nutzen? Dieser Frage gehen Seismik-Messungen des Geologischen Dienstes NRW (GD NRW) im Oktober und November nach. Die Ergebnisse sollen Kommunen, Stadtwerken und Unternehmen eine wichtige Grundlage bieten, um eigene Erdwärmeprojekte zu realisieren. Die Messungen sind Teil des Masterplans Geothermie NRW und werden von umfangreichen Informationsangeboten für die Bevölkerung begleitet – unter anderem beim NRW-Tag vom 28. – 30. August in Münster.

Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur: „Erdwärme ist bezahlbar, sicher und macht uns unabhängiger von fossilen Importen. Mit den Messungen im Münsterland und am Niederrhein schaffen wir die Grundlage dafür, dass Wohnungen, Schulen, Schwimmbäder und Betriebe schon bald mit Wärme aus der Tiefe versorgt werden können. So profitieren Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen ganz konkret von der Wärmewende vor Ort.“

In diesem Jahr steht das nördliche Münsterland im Fokus der Seismik-Messungen. „Gerade hier deuten unsere Geo-Daten auf besonders viele Gesteine hin, die für Erdwärme geeignet sein können. Im Untergrund kommen sowohl Sandstein- als auch Kalksteinhorizonte aus unterschiedlichen Erdzeitaltern vor“, betont Dr. Martin Salamon, Geologe und stellvertretender Direktor des GD NRW. Diese Gesteine sind oft von Spalten und Hohlräumen durchzogen, die als natürliche Fließwege für warmes Tiefenwasser dienen können. Das macht sie für eine Nutzung von Erdwärme besonders interessant.

„Bei den Seismik-Messungen schicken wir mit speziellen Messfahrzeugen, den Vibro-Trucks, Schallwellen bis in 4.000 Meter Tiefe und erhalten durch die Reflexionen eine Art Ultraschallbild des Untergrundes“, erklärt Projektleiter Ingo Schäfer. „Nach Auswertung der Daten ist dann ersichtlich, in welchen Tiefenlagen sich die für eine geothermische Nutzung interessanten Gesteine befinden und wo es sich für die Kommunen besonders lohnt, selbst weitere Untersuchungen durchzuführen.“

Wo und wann wird gemessen?

Es sind drei Messlinien mit insgesamt ca. 180 Kilometern Gesamtlänge geplant. Sie verlaufen zwischen Geldern und Legden, Ahaus und Hopsten sowie zwischen Hopsten und Westerkappeln. Auf der Strecke wird ein Messtrupp mit drei Vibro-Trucks im Einsatz sein, der im Westen im Kreis Kleve startet und sich dann nach Osten bis Westerkappeln bewegt. Die Messungen finden im vierten Quartal 2026 statt und dauern etwa sieben bis neun Wochen. Geplant ist derzeit, überwiegend nachts zu messen, um den Straßenverkehr nicht zu belasten. Auch die Datenqualität ist aufgrund des ruhigeren Umfeldes in der Nacht besser. Mit der Erkundung des nördlichen Münsterlandes schließt sich ein Kreis: Bereits 2021 fanden im zentralen Münsterland erste Seismik-Messungen im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen statt. Die Stadtwerke Münster bauten auf den bereitgestellten Ergebnissen auf und haben mittlerweile selbst 3D-Seismik-Messungen durchgeführt, um ein eigenes Geothermieprojekt zu realisieren. Damit wollen sie die Erdwärme für ihre kommunale Wärmeversorgung nutzbar machen. „Am Beispiel Münster zeigt sich, wie erfolgreich und wichtig diese Vorleistung des Landes ist, eine Datengrundlage über mögliche Erdwärmevorkommen zu schaffen“, betont Dr. Salamon.

Vibro-Truck zum Anfassen beim NRW-Tag und in der Region

Vom 28. bis zum 30. August präsentiert der GD NRW in Münster gemeinsam mit dem Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie das Explorations- und Bohrprogramm „Geowärme – Wir erkunden NRW.“. Drei Tage lang können Interessierte im Bereich Clemensstraße und Stubengasse einen Vibro-Truck und eine Tiefbohranlage besichtigen und sich über die Technik und Erdwärme informieren. Zudem wird es die Vibro-Trucks live und zum Anfassen an drei Terminen entlang der Messtrecke geben: Die genauen Orte und Termine sind in Kürze auf der Website geowaerme.nrw.de zu finden.

Umfassende Informationen zum Projekt stellt der GD NRW außerdem auf dieser Webseite zur Verfügung. Ergänzend liefern die Social-Media- Kanäle wöchentlich unter Updates zu den Messstrecken, Informationen zu Technik und Hintergründen und aktuelle Impressionen von der Strecke.

Mehr: https://geowaerme.nrw.de/news-archiv/geo-fachleute-erkunden-erdwaerme-im-noerdlichen-muensterland-grosse-chance-fuer-die-region/

Foto/Grafik: Verlauf der Messprofile. Vibrotrucks (Quelle: GD NRW).

Lithium-Aufsuchung im Landkreis Rotenburg (Wümme): LBEG teilt Erlaubnisfeld Zeven I zuDas Landesamt für Bergbau, Energie...
24/08/2026

Lithium-Aufsuchung im Landkreis Rotenburg (Wümme): LBEG teilt Erlaubnisfeld Zeven I zu

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) teilt der Esso Deutschland GmbH, eine hundertprozentige ExxonMobil-Tochtergesellschaft, zum 1. September das Erlaubnisfeld Zeven I zur Aufsuchung von Lithium zu. Das Unternehmen hatte bereits zum 1. Mai vergangenen Jahres die Erlaubnis Zeven erhalten, die nun ersetzt wird durch das um ein kleines Gebiet nördlich von Scheeßel erweiterte Erlaubnisfeld Zeven I.

Die Fläche wächst damit um mehr als 17 Quadratkilometer auf gut 431,5 Quadratkilometer. Die Befristung ist auf fünf Jahre ausgelegt bis zum 31. August 2031.

Lithium wird unter anderem für die Herstellung von leistungsfähigen Akkus verwendet wie etwa in E-Autos und Speichern von Photovoltaikanlagen. In Norddeutschland soll es im sogenannten Bohrlochbergbau abgebaut werden. So wie bei der aktiven Erdgasförderung, die in ähnlichen geologischen Schichten in 3000 bis 5000 Meter Tiefe geschieht, wird es an der Oberfläche nur kleinräumige Anlagen geben. In diesen soll in einem Kreislaufsystem tiefes Thermalwasser zutage gefördert werden. Das Lithium wird in diesem Verfahren abgeschieden und das Wasser wieder zurück in die ursprünglichen Schichten gepumpt. Aufwendige Bergwerke oder gar die Anlage von Salzseen und die Belastung von Grundwasser wie sie von anderen Kontinenten bekannt sind, sind in Niedersachsen nicht geplant.

Nachdem das LBEG die Anträge geprüft und den von der Fläche betroffenen Landkreis Rotenburg (Wümme) sowie die Gemeinden Helvesiek, Lauenbrück, Scheeßel und Stemmen um Stellungnahme gebeten hatte, hat es die Erlaubnis erteilt. Diese gibt dem Unternehmen zunächst das grundsätzliche Recht, die Aufsuchungen vorzunehmen zu dürfen. Konkrete Aufsuchungshandlungen darf die Esso Deutschland GmbH damit noch nicht vornehmen. Diese sind erst nach Zulassung bergrechtlicher Betriebspläne möglich, für die unter anderem ein gesondertes Beteiligungsverfahren nötig ist.

Mehr: https://www.lbeg.niedersachsen.de/aktuelles/pressemitteilungen/lithium-aufsuchung-im-landkreis-rotenburg-wumme-lbeg-teilt-erlaubnisfeld-zeven-i-zu-253284.html

Grafik: Das neue Erlaubnisfeld Zeven I vergrößert das bisherige Feld Zeven im Südosten um eine rund 17 Quadratkilometer große Fläche in Richtung Scheeßel.

Geotope in Deutschland / Geosites in GermanyDie Osteroder Kalkberge - nördlicher Bereich -Den nördlichen Abschluss der i...
24/08/2026

Geotope in Deutschland / Geosites in Germany

Die Osteroder Kalkberge - nördlicher Bereich -

Den nördlichen Abschluss der im Sösetal gelegenen Osteroder Kalkberge bildet ein ehemaliger Gipssteinbruch zwischen dem Osteroder Ortsteil Katzenstein und dem Badenhäuser Ortsteil Oberhütte (etwa 1550 als Hüttenort gegründet). Die Bezeichnung "Kalk"-Berge ist irreführend, die Berge bestehen aus Gips. Früher wurde nur zwischen dem kohlensauren Kalk und dem schwefelsauren "Kalk", der in Wirklichkeit jedoch Gips war, unterschieden. Chemisch gesehen ist Kalk ein Karbonat und Gips ein Sulfat.

Mehr als 200 Jahre wurde hier von verschiedenen Betrieben Gips und Anhydrit (wasserfreier Gips) und ein Gips-Anhydrit-Gemisch abgebaut.

Von 1992 bis 1994 wurden im gesamten stillgelegtem Abbaugebiet in Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden umfangreiche Wiederherrichtungsmaßnahmen durchgeführt. Es wurden ausschließlich standorttypische Bepflanzungen vorgenommen. Diese Maßnahme wird als Renaturierung bezeichnet. Nach einer zeitlich pflegerischen Begleitung wird das Gelände "sich selbst überlassen".

Erdgeschichtlich stammt die 1,2 km lange und bis zu 70 m hohe ehemalige Abbaufläche aus dem Erdzeitalter Zechstein. Vor etwa 255 Millionen Jahren wurden die Schichten durch Verdunstung eines Flachmeeres abgelagert. Zu den damaligen Zeiten herrschte ein sehr heißes Klima. Sie sind mit einer nachgewiesenen Gesamtmächtigkeit von bis zu 200 m der ältesten Ablagerung des Zechsteins, dem Werra-Anhydrit, zuzuordnen. Ursprünglich ist Anhydrit (wasserfreier Gips) abgelagert worden. Im Laufe der Jahrmillionen wurden die oberflächennahen Schichten durch Regen- und Grundwasser beeinflusst und der Anhydrit in Gips umgewandelt. Bei der vorliegenden Lagerstätte bestehen durchschnittlich nur die oberen 16 m aus reinem Gipsgestein. Darunter liegen die Gips-Anhydrit-Gemische, und dann folgt erst der reine Anhydrit.

Bei den Wiederherrichtungsmaßnahmen blieb ein etwa 50 m breiter Steinbruchabschnitt in seinem ursprünglichen Zustand als geologischer Aufschluss erhalten. Die Stollenmundlöchersind noch zu erkennen. Aus Sicherheitsgründen wurden sie mit Steinmaterial zugekippt. Im Aufschlussbereich finden sich vorwiegend Gips-Anhydrit-Mischgesteine, der reine Gipsstein ist nicht mit aufgeschlossen. Die Ablagerungsstrukturen sind durch mit eingelagerte dunkle Bitumenstreifen teils gut zuerkennen. Der vorhandene Aufschluss befindet sich im mittleren Bereich der renaturierten Lagerstätte.

Das gesamte Areal ist von beiden genannten Ortsteilen gut zu erreichen. Ausreichende Parkmöglichkeiten sind dort vorhanden. Ein unbefestigter Weg verläuft im Abstand von etwa 100 m parallel zur gesamten Steinbruchwand. Des weiteren verläuft ein Trampelpfad unterhalb der Böschung direkt am Aufschluss vorbei. Im südlichen Bereich der Steilwand besteht eine Aufstiegsmöglichkeit auf die Hochfläche mit dem Papenberg (245 m) und dem Pagenberg (270 m). Von oben bietet sich ein schöner Rundblick auf den Harz und das Sösetal mit den Osteroder Ortsteilen Katzenstein, Lasfelde und Petershütte.

Mehr:https://www.lbeg.de/.../Nr_106_Osteroder_Kalkberge.pdf

Fotos: Steinbruchbetrieb 1984. Aufgelassener Steinbruch, derselbe Ausschnitt wie in der ersten Abbildung, hedoch nah der Renaturierung im Sommer 2007. Hochwertige Gipse stehen/standen im oberen Teil der Lagerstätte an. Aufschluss im unvergipsten Werra-Anhydrit mit gut ausgebildeter Warvenschichtung (Quelle: Jürgen Maak und LBEG).
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Der Geologische Kalender 2027» Rohstoffe «Von Anfang an haben die Menschen Rohstoffe genutzt. Nach ihnen wurden die Epoc...
23/08/2026

Der Geologische Kalender 2027
» Rohstoffe «
Von Anfang an haben die Menschen Rohstoffe genutzt. Nach ihnen wurden die Epochen der Geschichte in Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit benannt. Mit Beginn der industriellen Revolution stieg die Nachfrage nach den unterschiedlichsten Rohstoffen – für die Produktion, das Bauwesen und als Energieträger – stark an. Heute verbraucht die Bevölkerung der Erde etwa 100 Milliarden Tonnen Rohstoffe pro Jahr. Fast alle Elemente und Gesteine werden für moderne Technologien benötigt. Ereignisse der jüngsten Zeit haben klar gemacht, dass viele Rohstoffe nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen.
Einzelpreis für Mitglieder der DGGV und anderer geowissenschaftlicher Gesellschaften: 16,00€ zzgl. Verpackungs- und Versandkosten. Einfach Mitgliedsnummer und/oder Hinweis zur Mitgliedschaft (ggf. Namen der Gesellschaft) in die Bemerkungen im Kassenbereich eingeben.
Versandkosten berechnen wir nach Anzahl der bestellten Kalender, wobei immer 3 Kalender in eine Verpackung passen.
Dementsprechend erhöht sich der Versandpreis ab 4 Kalendern.
Lieferbar Ende Oktober/Anfang November
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