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pax christi Germany pax christi - Die internationale katholische Friedensbewegung

pax christi ist die internationale katholische Friedensbewegung mit ökumenischem Selbstverständnis. Bei den Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation registriert, wirken wir in über 60 Ländern auf allen Kontinenten. Als christlich motivierte und politisch engagierte Bewegung benennen wir Missstände und beziehen klare Positionen, wo Menschenrechte verletzt und Konflikte mit Gewalt ausgetragen werden. Dachorganisation der zahlreichen nationalen Sektionen und affiliierten Organisationen ist pax christi internationalis mit Sitz in Bruessel.

Impuls zum 18. Oktober 2026Zum 29. Oktober im JahreskreisVon Odilo Metzler (Stuttgart), pax christi-BundesvorsitzenderSt...
15/10/2026

Impuls zum 18. Oktober 2026

Zum 29. Oktober im Jahreskreis
Von Odilo Metzler (Stuttgart), pax christi-Bundesvorsitzender

Steuern zahlen?

1. Lesung: Jesaja 45,1.4-6
Ich habe dich beim Namen gerufen, ohne dass du mich kanntest
2. Lesung: 1 Thessalonicher 1,1-5b
Wir erinnern uns an die Mühe eurer Liebe und an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung

Evangelium: Matthäus 22,15-21 (22)
In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst und auf niemanden Rücksicht nimmst, denn du siehst nicht auf die Person. Sag uns also: Was meinst du? Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum versucht ihr mich? Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Als sie das hörten, staunten sie, ließen ihn stehen und gingen weg.

Gedanken zum Evangelium
Endlich soll Jesus in die Falle gehen und seine Glaubwürdigkeit verlieren, das ist der Plan seiner Gegner. Entweder bringt er die Pharisäer und ihre Anhänger gegen sich auf, weil er den Kaiser anerkennt, der auf der Münze als göttlich bezeichnet wird, oder die römischen Besatzer, weil er ein politischer Aufrührer ist. In beiden Fällen wäre er erledigt.
Jesus jedoch redet sich nicht heraus, sondern dreht den Spieß um: Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört. Im Anschluss heißt es dann, dass seine Gegner verwundert weggingen.

Was gehört Gott und was gehört dem Kaiser bzw. dem Staat? Diese Unterscheidung ist wichtig bis heute, weil es nach ihr keinen Gottesstaat und keinen Staat mit absolutem Anspruch gibt.

Gott gehören die Menschen, ihr Leben, ihre Würde. Nach biblischem Verständnis sind die Menschen sein Ebenbild.
Und was ist Sache des Staates? Das Leben der Menschen zu fördern, ihre Entfaltung, ihnen zu dienen, die Würde der Menschen zu achten, sie ist „unantastbar“ (Grundgesetz Art. 1). Es braucht Strukturen und Regeln für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Und es braucht den Beitrag der Bürgerinnen und Bürger, dass die Gesellschaft gelingt, dass der Staat seine Aufgaben erfüllen kann, auch den finanziellen Beitrag, also Steuern. Und es braucht ihr Engagement und ihren Einspruch, dass der Staat dem Leben dient, der Gerechtigkeit, dem Frieden, dass er die Lebensgrundlagen schützt. Deshalb beteiligen sich viele am Netzwerk Friedenssteuer www.netzwerk-friedenssteuer.de.

Vor knapp zwei Wochen haben acht Menschen aus meiner Gemeinde mit weiteren 15.000 in Stuttgart dagegen protestiert, dass unser Staat Steuern und Schulden unbegrenzt für Rüstung ausgibt („whatever it takes“) und gleichzeitig Ausgaben für internationale Nothilfe und Entwicklung drastisch kürzt und so nicht dem Leben dient.

Gebet
Gott, du hast uns nach deinem Bild geschaffen. Uns und alle Menschen.
Nicht nach dem Bild der Macht oder der Wirtschaft, des Erfolgs oder der Leistung, sondern nach deinem Bild. Lass es uns Maßstab sein für unser Handeln und Widerstehen in unserer Gesellschaft, für unser Engagement und unseren Einspruch.
Lass dein Bild in uns sichtbar werden als Gerechtigkeit und Frieden, Barmherzigkeit und Liebe, Leidenschaft und Klarheit. Amen

Du musst nicht bangen, Gott.
Von Rainer Maria Rilke

Du musst nicht bangen, Gott. Sie sagen: mein
zu allen Dingen, die geduldig sind.
Sie sind wie Wind, der an die Zweige streift
und sagt: mein Baum.
Sie merken kaum,
wie alles glüht, was ihre Hand ergreift, -
so dass sie’s auch an seinem letzten Saum
nicht halten könnten ohne zu verbrennen.
Sie sagen mein von ihren fremden Mauern
und kennen gar nicht ihres Hauses Herrn.
Sie sagen mein und nennen das Besitz,
wenn jedes Ding sich schließt, dem sie sich nahn,
so wie ein abgeschmackter Charlatan
vielleicht die Sonne sein nennt und den Blitz.
So sagen sie: mein Leben, meine Frau,
mein Hund, mein Kind, und wissen doch genau,
dass alles: Leben, Frau und Hund und Kind
fremde Gebilde sind, daran sie blind
mit ihren ausgestreckten Händen stoßen.
Gewissheit freilich ist das nur den Großen,
die sich nach Augen sehnen. Denn die Andern
wollens nicht hören, dass ihr a***s Wandern
mit keinem Dinge rings zusammenhängt,
dass sie, von ihrer Habe fortgedrängt,
nicht anerkannt von ihrem Eigentume
das Weib so wenig haben wie die Blume,
die eines fremden Lebens ist für alle.
Falle nicht, Gott, aus deinem Gleichgewicht.
Auch der dich liebt und der dein Angesicht
erkennt im Dunkel, wenn er wie ein Licht
in deinem Atem schwankt, - besitzt dich nicht.
Und wenn dich einer in der Nacht erfasst,
so dass du kommen musst in sein Gebet:
Du bist der Gast,
der wieder weiter geht.
Wer kann dich halten, Gott? Denn du bist dein,
von keines Eigentümers Hand gestört,
so wie der noch nicht ausgereifte Wein,
der immer süßer wird, sich selbst gehört.

https://www.paxchristi.de/artikel/view/5273309090414592/Impuls%20zum%2018.%20Oktober%202026

15/10/2026
Impuls zum 28. Sonntag im Jahreskreis — 11. Oktober 2026Von Albert Hohmann (Föhren), pax christi TrierJesaja, 25,6-10a6 ...
11/10/2026

Impuls zum 28. Sonntag im Jahreskreis — 11. Oktober 2026
Von Albert Hohmann (Föhren), pax christi Trier

Jesaja, 25,6-10a
6 Der HERR der Heerscharen wird auf diesem Berg / für alle Völker ein Festmahl geben mit den feinsten Speisen, / ein Gelage mit erlesenen Weinen, mit den feinsten, fetten Speisen, / mit erlesenen, reinen Weinen. 7 Er verschlingt auf diesem Berg die Hülle, die alle Völker verhüllt, / und die Decke, die alle Nationen bedeckt. 8 Er hat den Tod für immer verschlungen / und GOTT, der Herr, wird die Tränen von jedem Gesicht abwischen und die Schande seines Volkes entfernt er von der ganzen Erde, / denn der HERR hat gesprochen. 9 An jenem Tag wird man sagen: / Siehe, das ist unser Gott, auf ihn haben wir gehofft, / dass er uns rettet. Das ist der HERR, auf ihn haben wir gehofft. / Wir wollen jubeln und uns freuen über seine rettende Tat. 10 Denn die Hand des HERRN ruht auf diesem Berg.

Das Völkermahl
Im Exil wächst unter den Exilanten die Überzeugung, dass die Herrschaft Gottes dazu führt, dass die fremden Völker entmachtet werden. Dabei weitet sich unter manchen Exilanten beim Nachdenken über die Zukunft der Blick auf Israel zu einer Vision für alle Völker. Der Berg Zion, auf dem nach mehreren Propheten die Gottesherrschaft dazu führt, dass Israel die Thora verwirklicht und zum Leuchtprojekt für die Völker wird, dem sie sich anschließen, wird zum großen Festmahl für sie. Ihre Verblendung ist aufgehoben. Israels Rettung bedeutet für sie ebenfalls Heil.

Gerechtigkeit bringt Frieden
Wer nach Gemeinschaften in der heutigen Welt sucht, die die sozialen Grundsätze der Thora verwirklichen, wird nicht schnell erfolgreich sein. D. Gräber/D. Wengrow beschreiben in ihrem Buch „Anfänge" einen überraschenden Befund baskischer Gesellschaften in den französischen Pyrenäen. Die Bewohner eines Dorfes sehen ihr Dorf kreisförmig, was die idealisierte Gleichheit der Haushalte und Familieneinheiten zum Ausdruck bringt. Jeder hat einen Nachbarn zur Rechten und zur Linken. Diese Anordnung ermöglicht eine Rotation der wesentlichen Aufgaben und Pflichten. Ein Haus, das die Pflicht hat, sonntags zwei Brote (von denen als Samen gesprochen wird und Leben meint) in der Kirche segnen zu lassen, reicht eins nach rechts weiter, welches dann am nächsten Sonntag wieder mit zwei Broten in die Kirche geht usw. Die Fürsorge für Tote und Sterbende läuft linksherum. Wenn ein Haushalt seiner Pflicht nicht nachkommen kann, springen Nachbarn aus der ersten, zweiten oder dritten Reihe ein. Das System greift auch bei Zusammenschlüssen, wenn größere Aufgaben zu erledigen sind. Die Autoren stellen fest, dass so „die Gleichheitsverhältnisse langfristig Bestand haben und die internen Konflikte fast vollständig ausbleiben.
Was sich im Baskenland tut, ist vor der Weltöffentlichkeit weitgehend verborgen. Dennoch bringt es zu Tage, dass Gesellschaften gerecht sein und ohne Dirigenten funktionieren können. Derartige Perspektiven machen Herrschern vor allem kund, dass sie mit Gewalt und Krieg nicht zum Wohl der Menschen beitragen. Gesellschaften, die sich an den Maßstäben der Thora orientieren, brauchen keine Herrscher. Ihre Lebensform strahlt aus. Wenn sich das weiterträgt, gibt es Grund genug zu feiern.

Mt 22, 1-14
1 Jesus antwortete und erzählte ihnen ein anderes Gleichnis: 2 Das Himmelreich ist zu vergleichen mit einem Menschen-König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 3 Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. 4 Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! 5 Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, 6 wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. 7 Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. 8 Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren nicht würdig. 9 Geht also an die Kreuzungen der Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein! 10 Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. 11 Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte. 12 Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm. 13 Da befahl der König seinen Dienern. Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. 14 Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt.

Ein schwieriges Gleichnis
Es ist uns in der Vergangenheit nahegelegt worden, in dem einladenden König ein Bild für Gott zu sehen. Das ist aber schwierig, da sich dieser König als grausam erweist. Er lässt töten und vernichtet eine ganze Stadt. Zudem ist er auch zu einem der späten Gäste ungnädig und übergibt ihn der Finsternis. Ist das ein Ausdruck für Gottes Gerichtshandeln oder herrscherliche Willkür?
Könige und andere Potentaten zurzeit Jesu haben durchaus häufig auch mit dem Veranstalten von Gastmählern regiert. Diese waren keineswegs frei von Untaten. Während eines solchen Gastmahls wurde z.B. Johannes der Täufer enthauptet. Die Vorgänge im Gleichnis entsprechen den sozialen und politischen Verhältnissen der Zeit. Wie kann das zum Gleichnis für das Himmelreich werden?
Leider wird oft diese Gleichsetzung sprachlich vorgenommen. Wenn man aber das Himmelreich, dessen Nähe durch die Verwirklichung der Thora gekennzeichnet ist, mit dem Verhalten des menschlichen Königs vergleicht, bilden beide einen Kontrast. Das wird durch den Schlusssatz aufgeklärt. Luise Schottroff übersetzt ihn deshalb so: „Gott ruft alle Völker, aber das Schwächste liebt er besonders". Während die normalen Übersetzungen mit den Wörtern „viele gerufen" und „wenige auserwählt" eine Beschränkung von Gottes Handeln vornehmen, knüpft ihre Übersetzung an die Vision des Jesaja für die Völker (viele) und Israel (wenige) an.

Bei euch soll es anders sein
Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse sind meilenweit von dem fern, was mit dem Himmelreich (Matthäus) gemeint ist. Der Publizist Wolfgang Bittner beschreibt diese so: „Die Verhältnisse in Deutschland haben sich in den vergangenen Jahren — politisch gesteuert—grundlegend verändert: Lebensunsicherheit und Angst grassieren, Egoismus statt Empathie, Hass gegen innere und äußere Feinde. Das macht es den Regierenden leicht, mit der Bevölkerung nach Belieben umzugehen. Festzustellen sind unter anderem eine übermäßige Digitalisierung, Registrierung und Überwachung. Wie sich immer deutlicher zeigt, erweist sich besonders Angst als probates Mittel zur Durchsetzung autoritärer politischer Maßnahmen, und zwar sowohl bei willfährigen Befehlsempfängern als auch bei einer indoktrinierten passiven Bevölkerung".
So nimmt die Angst vor einem Krieg die uferlose Aufrüstung und den Abbau von sozialen Notwendigkeiten hin. Wo die Herrschaft Gottes nahe ist, geht es anders zu, die Menschen gehen gut miteinander um. Sie sind zur Stelle, wenn einer abrutscht. Niemand soll unter die Räder kommen. Solidarität ist praktisch verankert. Feindbilder verschwinden. Wir stehen nicht auf der einen Seite und sie nicht auf der anderen. Der andere wird gewürdigt. Das verhindert Unterdrückung und andere autoritäre Maßnahmen. Wo Menschen so miteinander leben, können sie auch miteinander Festmahl halten.

Verletzte Welt (Vera Krause)
Der Himmel ist hinabgestiegen in verletzte Welt
Und hat Verletzte geheilt Kleine groß gemacht Armut gemindert Wasser in Wein verwandelt
Gefangenen Freiheit geschenkt Licht den Blinden Sprache den Mundtoten Ansehen den Verachteten
SEIN Wille geschah auf der Erde wie im Himmel und so hat ER noch den Tod ins Leben geführt
Prophetinnen und Propheten welches Gottes in was für einer Welt werden wir sein?

Helmut Schlegel OFM
Wenn die Erde unser gemeinsamer Tisch wird
Wenn wir auf Augenhöhe miteinander reden
Wenn wir den Reichtum unserer Kulturen teilen
Wenn unsere Kinder und Kindeskinder das Sagen haben
Wenn wir das Leben das in unsere Hände gelegt ist lieben und pflegen
Dann wird wahr wovon wir alle träumen.

Aktionsbündnis 3. Oktober 2026Demonstrationen in Berlin und StuttgartFriedensbewegung demonstriert laut und kraftvoll ge...
05/10/2026

Aktionsbündnis 3. Oktober 2026

Demonstrationen in Berlin und Stuttgart
Friedensbewegung demonstriert laut und kraftvoll gegen aktuelle Kriege und drohende Eskalationen. Sie wendet sich gegen Hochrüstung, Wehrpflicht, die wachsende Militarisierung der Gesellschaft und sozialen Kahlschlag. Sie verlangt Diplomatie und Verständigung.

Über 20.000 Menschen in Berlin und 15.000 in Stuttgart gingen erneut für Frieden und Diplomatie, gegen Krieg und Hochrüstung auf die Straße und stellten sich hinter die Losung der Demonstrationen „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! – Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!“

Wie in den vergangenen Jahren wurde die Aktion von einem breiten Bündnis von über 300 Organisationen und Friedensgruppen getragen. Nach den Schulstreiks gegen die Wehrpflicht und dem Aktionstag der Gewerkschaften gegen den Angriff der Regierung auf den Sozialstaat, protestierten die Demonstrierenden in Berlin und Stuttgart gegen die gefährlichen friedenspolitischen und gesellschaftlichen Entwicklungen:
die immer weiter eskalierenden Kampfhandlungen im Ukrainekrieg, die aggressive Hochrüstung und die wachsende Gefahr eines großen, gar mit Atomwaffen geführten Krieges in Europa. Die Kriege im Nahen und Mittleren Osten und die weitere Demontage des Völkerrechts durch die westliche Unterstützung der US-amerikanischen und israelischen Aggressionen, waren ebenfalls Themen der Kundgebungen.

Die Rednerinnen und Redner wandten sich entschieden gegen die Pläne der Bundesregierung, die Bundeswehr durch hunderte zusätzliche Milliarden für Rüstung und Militär zur stärksten konventionellen europäischen Armee in der NATO und Deutschland zur Führungsmacht in Europa machen zu wollen. Sie forderten Diplomatie statt Waffenlieferungen, Engagement für eine neue Friedensordnung, zurück zu den Zielsetzungen einer „gemeinsamen Sicherheit“.

Vertreter:innen der Jugendgruppen kündigten weiteren Widerstand gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die Militarisierung der Gesellschaft an. Gewerkschafter verbanden Kritik an der Hochrüstung mit der Warnung, dass die horrenden Ausgaben und der Druck der Schulden zwangsläufig auf Kosten der sozialen Versorgung gehen und die soziale Spaltung vertiefen wird.

Mehrere Redner:innen verurteilten die Mitverantwortung Deutschlands am israelischen Völkermord in Gaza und verlangten die Einstellung der deutschen Unterstützung für Israels Aggressionen.

Bereits am Vortag nahmen viele überwiegend junge Menschen an einem Konzert am Brandenburger Tor gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die Kriegsvorbereitungen teil. Die Friedensbewegung wird ihre Aktionen in den kommenden Monaten und Jahren fortsetzen, sich der verantwortungslosen Politik der Konfrontation entgegenstellen und Alternativen aufzeigen zu Krieg und Hochrüstung. Wir brauchen keine Kriegstüchtigkeit, sondern die Fähigkeit zum Frieden. Wir brauchen Diplomatie und Entspannungspolitik statt Eskalation und Demokratieabbau. Das ist das Fazit dieses Tages.

https://www.paxchristi.de/meldungen/view/5325040998416384/Aktionsb%C3%BCndnis%203.%20Oktober%202026

Tag der Gewaltlosigkeit01. Okt 2026Unbewaffneter und entwaffnender Friedenpax christi fordert die politische Umsetzung e...
01/10/2026

Tag der Gewaltlosigkeit

01. Okt 2026

Unbewaffneter und entwaffnender Frieden
pax christi fordert die politische Umsetzung eines „unbewaffneten und entwaffnenden Friedens“, wie dies Papst Leo XIV. einfordert, und einen echten innergesellschaftlichen Dialog über Wege zu einem gerechten Frieden und die Einübung in Soziale Verteidigung.

Die deutsche Sektion von pax christi erinnert an den Internationalen Tag der Gewaltlosigkeit, der 2007 von der UN-Generalversammlung beschlossen wurde. Er wird weltweit jährlich begangen am 2. Oktober, am Geburtstag von Mahatma Gandhi, der am 2. Oktober 1869 geboren wurde. Gandhi ist weltweit der Erste gewesen, der Aktive Gewaltfreiheit als Handlungsprinzip für das politische und gesellschaftliche Feld erschlossen hat.

pax christi fordert die politische Umsetzung eines „unbewaffneten und entwaffnenden Friedens“, zu dem Papst Leo XIV. aufruft. Weltweit verstärkt sich eine Tendenz zu militärischer Eskalation. Krieg als Mittel der Politik normalisiert sich; ethische Kriterien, die solches zu begrenzen trachten, werden ausgehöhlt. Für pax christi bedeutet Konfliktbewältigung: das Bemühen um Dialog und Zusammenleben, um Verständigung und Diplomatie und als effizientes Mittel die Entwicklung einer Praxis der Aktiven Gewaltfreiheit.

Wenn pax christi sich für Aktive Gewaltfreiheit als zukunftsweisende Perspektive einsetzt, beziehen wir uns auf die Vision einer ultimativen Zeitenwende und auf die Hoffnung, die Jesus von Nazareth beseelt haben. „Keine Gewalt“: das ist die kürzeste Zusammenfassung seiner Bergpredigt.

pax christi fordert deshalb einen gesamtgesellschaftlichen Austausch darüber, was uns zum Frieden wirklich dient. Wichtig dabei ist, aus einer empathischen Grundhaltung heraus zu handeln mit Blick auf alle, die unter Kriegen zu leiden haben. pax christi beobachtet, dass in unserer Gesellschaft oftmals der gegenseitige Respekt für unterschiedliche Friedenspositionen fehlt und die Suche nach Gerechtem Frieden vielfach diskreditiert wird.

Wir brauchen echten Dialog und Begegnung und sollten sie mit Hartnäckigkeit und Geduld suchen. Dialog ist für den Zusammenhalt von Menschen essenziell. Er schafft Raum für gegenseitiges Verstehen, baut Brücken zwischen Menschen und Völkern und ermöglicht, gemeinsame Lösungen zu finden. Deshalb hat pax christi das Projekt „dialogRÄUME – Weil Dialog zählt“ entwickelt (s. www.pax christi.de). Dialog ist ein wichtiges Instrument der Meinungsentwicklung und der Konsens- und Kompromissfähigkeit, der unsere Friedensfähigkeit stärkt. Es gilt dabei, keine Feindbilder aufzubauen bzw. zu verstärken, sondern die Haltung zu bestärken, sich zu weigern, Feind zu sein und andere als Feinde anzusehen.

pax christi fordert die Einübung in Soziale Verteidigung. Denn: Krieg wird dann abgeschafft sein, wenn in Gewaltfreiheit gebildete und erfahrene Menschen, Gruppen und Völker auf einen kriegerischen Angriff nicht mehr kriegerisch reagieren. Stattdessen sind kreativ und mutig Wege zu finden, das Gewissen von genügend Menschen auf der gegnerischen Seite so anzusprechen, dass diese der kriegerischen Aggression ihre Unterstützung entziehen, sodass die Aggression erfolglos bleibt.

Wir sehen uns in unserer Sicht auf den Einsatz für Aktive Gewaltfreiheit bestärkt durch Papst Leo XIV.:
„Niemand ist ohne Verantwortung. Alle verfügen über einen eigenen Handlungsbereich, und genau dort – nirgendwo anders – sind wir aufgerufen, zu entscheiden, ob wir die Logik der Stärke nähren (und sei es nur durch Gleichgültigkeit, Zynismus, Lüge oder Hass) oder die Logik des Friedens hochhalten (mit Wahrheit, Besonnenheit, Nähe und Fürsorge).“ (s. Enzyklika Magnifica Humanitas, Nr. 212)

https://www.paxchristi.de/meldungen/view/4969862168313856/Tag%20der%20Gewaltlosigkeit

Impuls zum 4. Oktober 2026Zum 27. Sonntag im JahreskreisVon Stefan Voges, pax christi AachenEvangeliumIn jener Zeit spra...
01/10/2026

Impuls zum 4. Oktober 2026

Zum 27. Sonntag im Jahreskreis
Von Stefan Voges, pax christi Aachen

Evangelium
In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes:
Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seine Früchte holen zu lassen. Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, wieder einen anderen steinigten sie. Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn umbringen, damit wir sein Erbe in Besitz nehmen. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt: Was wird er mit jenen Winzern tun? Sie sagten zu ihm: Er wird diese bösen Menschen vernichten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, / er ist zum Eckstein geworden; / vom Herrn ist das geschehen / und es ist wunderbar in unseren Augen? Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen. Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die Früchte des Reiches Gottes bringt. (Mt 21, 33–42.44.43)

Gedanken zum Evangelium
Die Deutung des Gleichnisses liegt eigentlich auf der Hand. Der Weinbergbesitzer ist Gott, die Pächter sind die Hohepriester und die Ältesten, zu denen Jesus spricht. Der Weinberg ist das Volk Israel. Dieser Weinberg wird nun anderen Pächtern übergeben, die die Früchte des Reiches Gottes erbringen – also denen, die Jesus nachfolgen. Die entscheidende Frage lautet also, ob die religiösen Autoritäten ihre Aufgabe, den Willen Gottes zu leben und zu lehren, wirkungsvoll wahrnehmen.

Es fällt offensichtlich nicht schwer, das Gleichnis zu deuten. Etwas anderes aber ist schwerer zu verstehen: die Gewalt, die in der Erzählung eskaliert. Die ersten Knechte, die der Weinbergbesitzer schickt, werden verprügelt, getötet, gesteinigt. Beim zweiten Mal ergeht es den Knechten genauso. Auch der Sohn wird umgebracht. Was für eine Gewalt! Weil es meist vorrangig darum geht, was das Gleichnis bedeutet, nehmen wir die Bilder, die Jesus hier verwendet, oft gar nicht in ihrer Brutalität wahr. Wie viel Mord und Totschlag in wenigen Zeilen! Es stellt sich die Frage, ob diese Bilder geeignet sind, um uns Gott nahezubringen.

Es gilt, genau hinzuschauen. Die Gewalttaten, von denen Jesus erzählt, sind grausam. Als Bilder für die Geschichte der Propheten und als Vorausblick auf das Schicksal Jesu spiegeln sie jedoch die grausame Wirklichkeit. Davon zu unterscheiden ist die Eskalation der Gewalt auf der Gegenseite: Er, der Weinbergbesitzer, wird diese bösen Menschen vernichten. Dies ist die Reaktion, die die Zuhörer Jesu vermuten. Wie selbstverständlich gehen sie davon aus, dass Gewalt mit Gewalt beantwortet wird. Aber Jesus bestätigt diese Antwort nicht! Er verlässt das Gleichnis des Weinbergs und wechselt in ein anderes Bild, das Bild vom Stein und den Bauleuten.

Ein Weinbergbesitzer, der die Pächter vernichtet, ihnen das Leben nimmt, würde auch so gar nicht zur Verkündigung des Mannes aus Nazareth passen. Hat er nicht in der Bergpredigt von einem Vater gesprochen, der seine Sonne über Bösen und Guten aufgehen lässt (Mt 5,45)? Wie könnte da ein Weinbergbesitzer, der im Gleichnis ja für diesen himmlischen Vater steht, die Pächter vernichten?

Es kommt nicht von ungefähr, dass diejenigen, die Jesus gefragt hat, eine gewaltsame Reaktion des Weinbergbesitzers annehmen. Die Spirale der Gewalt ist ja das, was üblich ist. Gewalt wird mit Gewalt wird mit Gewalt beantwortet. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Teufelskreis. Jesus sagt es hier nicht ausdrücklich, aber indem er die Antwort seiner Zuhörer auch nicht bestätigt, formuliert er unausgesprochen einen Protest gegen die Spirale der Gewalt. Und vor allem gegen die Annahme, Gott würde sich in diese Spirale hineinziehen lassen.

Erinnern wir uns an die Ausgangsfrage: Sind die gewalttätigen Bilder geeignet, um uns Gott nahezubringen? Ja – wenn wir den stillen Protest Jesu gegen die Gewalt mithören! Denn dann verstehen wir etwas vom Protest Gottes gegen die Gewalt der Menschen. So wie der Evangelist Matthäus das Gleichnis erzählt und einbettet, lässt er einen Grund deutlich werden, warum die Hohepriester und die Ältesten des Volkes ihre Aufgabe, den Willen Gottes zu lehren, nicht erfüllen. Weil sie sich von der Eskalation der Gewalt überrumpeln lassen und Gott in die Spirale der Gewalt hineinziehen. Aber die Verkündigung eines gewalttätigen Gottes widerspricht dem Reich Gottes, das Jesus verkündigt.

In den letzten Gedanken liegt die Aufgabe des heutigen Evangeliums für uns. Als Menschen, die an Jesus Christus glauben, sollen wir uns nicht von Gewalt überrumpeln lassen, sondern ihre Spirale durchbrechen. Lassen wir im Streit unsere Sprache nicht eskalieren! Denken wir über Alternativen zu militärischen Drohgebärden nach! Fragen und suchen wir nach unseren Möglichkeiten, Frieden zu stiften! Denn so bringen wir die Früchte des Reiches Gottes, eines Gottes, der seine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute.

https://www.paxchristi.de/artikel/view/5298958098235392/Impuls%20zum%204.%20Oktober%202026

30/09/2026

Auszeichnung im Rathaus, Protest auf der Straße: Während die NATO am Donnerstag in Münster den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens erhält, rufen mehrere Friedensgruppen zu einer Demonstration auf. Start ist um 15 Uhr am Schlossplatz, anschließend zieht der Protest zum Prinzipalmarkt. 🕊️📍

https://ms-aktuell.de/muenster/friedenspreis-fuer-die-nato-demonstration/

27/09/2026

Weil die Nato den Westfälischen Friedenspreis 2026 erhält, entstand eine alternative Auszeichnung. Margot Käßmann würdigt die Preisträger in Münster.

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