12/06/2026
Heute jährt sich der Geburtstag von Anne Frank zum 97. Mal.
Ihr Geburtstag ist mehr als ein Moment des stillen Gedenkens. Er erinnert daran, dass das, was ihr widerfahren ist, Ausdruck eines radikalen Antisemitismus war, der tief in der Gesellschaft verankert war.
Ihr Tagebuch zeigt, was Verfolgung konkret bedeutet: im Alltag, im Denken und im Hoffen unter existenzieller Bedrohung.
Gerade deshalb ist die Erinnerung heute unbequem, denn sie zwingt dazu, gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen zu prüfen. Antisemitismus ist nicht verschwunden. Er tritt wieder offen auf, wird laut artikuliert und ist für Jüdinnen und Juden erneut real bedrohlich.
Erinnerung darf deshalb nicht bei Betroffenheit stehen bleiben. Sie muss dazu führen, diese Entwicklungen klar zu benennen und ihnen entgegenzutreten.