AMCHA Deutschland

AMCHA Deutschland AMCHA: Hilfe für ein Leben nach dem Überleben - Psychosoziale Unterstützung für Überlebende. Unterstützen Sie unsere Arbeit! www.amcha.de

AMCHA bedeutet "eine/r von uns" - ein Codewort jüdischer Verfolgter während und nach der Shoa, um Leidensgenossen zu erkennen. AMCHA wurde 1987 von einer Gruppe engagierter Shoa-Überlebender und Psychologen gegründet. Das Hauptaugenmerk liegt auf einer nicht-materiellen, psychosozialen und stark präventiv ausgerichteten Unterstützung. Ziel war und ist es, ein Zusammenwirken von gegenseitiger Hilfe

, bewusster Erinnerungsbearbeitung und Schmerzbewältigung zu erreichen, sowie ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Überlebenden und ihre Familien sicher fühlen und verstanden werden. In Israel gibt es heute noch mehr als 200.000 Überlebende der Shoa. Viele waren bei Kriegsende noch Kinder. Sie alle teilen die Erfahrungen von Verfolgung, Deportation, Selektion, Hunger, Folter, Zwangsarbeit und die Ermordung von Angehörigen. Das sind traumatische Erlebnisse, die auch durch Zeitablauf nicht verloren gehen, sondern zur Gegenwart der Überlebenden gehören. AMCHA Deutschland setzt sich zum Ziel, Überlebenden humanitäre Hilfe zu leisten. Zugleich wollen wir auf die gegenwärtige Situation aufmerksam machen und das Wissen und die Expertise, die AMCHA seit 25 Jahren im Bereich der Trauma-Arbeit leistet, für die Gegenwart und Zukunft weiter zu geben.

In Kooperation mit der IPU Berlin lädt AMCHA Deutschland e. V. zur Veranstaltungsreihe „Die Wucht der Erinnerung: Zwisch...
31/05/2026

In Kooperation mit der IPU Berlin lädt AMCHA Deutschland e. V. zur Veranstaltungsreihe „Die Wucht der Erinnerung: Zwischen Zeugnis und Zumutung“ ein.

📅 16. Juni 2026 | 18:30 Uhr

Wie lässt sich über die Schoah sprechen, wenn die Zahl der Zeitzeug immer weiter abnimmt? Welche Bedeutung haben familiäre Erzählungen, Erinnerungskulturen und gesellschaftliche Deutungen für nachfolgende Generationen?

Im Rahmen der diesjährigen Reihe zum Schwerpunkt „Zeug*innenschaft“ spricht Prof. Dr. Kristin Platt (Ruhr-Universität Bochum) über das sogenannte „Trauma der Zweiten Generation“. In ihrem Input hinterfragt sie die Vorstellung einer einfachen Weitergabe von Trauma zwischen Generationen und richtet den Blick auf die komplexen Prozesse von Erinnerung, Identitätsbildung und Zugehörigkeit.

🗣️ Input und Gespräch mit Prof. Dr. Kristin Platt
📍 IPU Berlin, Alt-Moabit 91b, 10559 Berlin
🕡 18:30 Uhr

Wir freuen uns auf einen anregenden Abend und den gemeinsamen Austausch.

📚 Neu erschienen: „Zwischen Polaritäten“„Diese Publikation ist mehr als eine Sammlung fachlicher Texte. Sie macht sichtb...
14/05/2026

📚 Neu erschienen: „Zwischen Polaritäten“

„Diese Publikation ist mehr als eine Sammlung fachlicher Texte. Sie macht sichtbar, was heute dringlicher denn je benannt werden muss: Psychosoziale Arbeit ist immer eingebettet in politische Realitäten, Gewaltverhältnisse und die Frage, wie Menschen unter diesen Bedingungen in Beziehung bleiben oder wieder in Beziehung treten können.“
— Lukas Welz, Vorsitzender AMCHA Deutschland e. V.

Wir freuen uns sehr, euch eine besondere Publikation vorzustellen, die aus unserem Fachforum im vergangenen November in Berlin entstanden ist – im Austausch zwischen AMCHA Deutschland e. V. und Wahat al-Salam | Neve Shalom.

Sie versammelt fachliche Reflexionen, praxisnahe Einblicke und interdisziplinäre Perspektiven aus dem israelischen Kontext – u. a. mit Beiträgen von Liron Tal, David Senesh und Rafael Barkan-Bocarsly.

Die Publikation macht deutlich, wie wichtig Räume für Dialog, Reflexion und gemeinsames Lernen für psychosoziale Arbeit in Zeiten anhaltender Krisen sind.

📄 Jetzt als PDF auf Deutsch & Englisch verfügbar
🔗 Link in der Bio!

Heute vor 81 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der Zweite Weltkrieg.Für viele Holocaustüberlebende bedeutete das Kriegsende...
08/05/2026

Heute vor 81 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der Zweite Weltkrieg.

Für viele Holocaustüberlebende bedeutete das Kriegsende keinen wirklichen Neuanfang, sondern ein Weiterleben mit Erinnerungen und Verletzungen, die nie verschwanden. Viele dieser Traumata wirken bis heute nach – in Familien und über Generationen hinweg. Die Befreiung machte das Überleben möglich, aber sie heilte nicht.

Dieses Foto entstand im vergangenen Jahr, am 5. Mai 2025, bei einer Gedenkveranstaltung von AMCHA Israel und AMCHA Deutschland in Tel Aviv. Im Mittelpunkt standen die Überlebenden. Zippora Gershon, Zeev Herv Folman und Jack Offen sprachen über ihre Erinnerungen, Erfahrungen und darüber, wie die Shoah bis heute nachwirkt.

Die Veranstaltung war mehr als ein Gedenken. Sie zeigte, dass Erinnerung nicht vergangen ist. Sie lebt weiter – in Geschichten, im Schweigen, in Unsicherheit und in dem Versuch, mit dem Erlebten weiterzuleben. Gerade in Zeiten, in denen Gewalt und Angst wieder präsent sind, wird das spürbar.

Erinnerung darf nicht vereinfacht oder ritualisiert werden. Sie verlangt nicht nur Worte, sondern Fürsorge. Nicht nur Haltung, sondern Konsequenz.

AMCHA – hebräisch für „Du gehörst zu uns“ – ist ein Versprechen: ein Raum für Beziehung, Vertrauen und Solidarität.

Herzlichen Dank an Carsten Wilms vom Auswärtigen Amt für den Besuch bei AMCHA am vergangenen Montag.Wir haben uns sehr ü...
24/04/2026

Herzlichen Dank an Carsten Wilms vom Auswärtigen Amt für den Besuch bei AMCHA am vergangenen Montag.
Wir haben uns sehr über den Austausch gefreut.

Die Unterstützung des Auswärtigen Amts macht es möglich, Menschen psychosozial zu begleiten und zugleich Themen sichtbar zu machen, die gesellschaftlich und politisch viel mehr Aufmerksamkeit brauchen: die Langzeitfolgen historischer Gewalt, transgenerationale Traumata und die Verantwortung, die daraus bis heute erwächst.

Denn Förderung ist nicht neutral. Sie entscheidet auch mit darüber, welche Themen sichtbar werden, welche Fragen gestellt werden können und ob psychosoziale Versorgung als Randthema behandelt wird – oder als zentrale Konsequenz historischer Gewalt.

Yom HaShoah: Erinnerung gegen das SchweigenHeute Abend beginnt Israels nationaler Holocaust-Gedenktag, eingeführt 1951 i...
13/04/2026

Yom HaShoah: Erinnerung gegen das Schweigen

Heute Abend beginnt Israels nationaler Holocaust-Gedenktag, eingeführt 1951 in Erinnerung an den Aufstand im Warschauer Ghetto. Sechs Kerzen leuchten für die sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden, morgen um 10 Uhr steht das Land zwei Minuten lang still. 🕯️

Doch Erinnerung darf nicht bloßes Ritual sein. Antisemitische und rassistische Hetze finden weltweit Resonanz, in Schulen wird die Shoah oft zur Pflichtübung reduziert. International stellen Medien und Politik drängende Fragen: Wie verhindern wir, dass Antisemitismus und Rassismus erneut gesellschaftsfähig werden? Wie sichern wir das Wissen über die Shoah, wenn Zeitzeuginnen und Zeitzeugen verstummen?

Wir müssen Erinnerung zur Grundlage gesellschaftlicher Verantwortung machen: durch fundierte Holocaust-Bildung, entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, sowie reflektierten Dialog zwischen den Generationen. Indem wir aus den Lebensgeschichten der Überlebenden lernen, verbinden wir Vergangenheit und Gegenwart und erkennen, dass ihr Schmerz in ihren Kindern und Enkeln fortlebt.

Genau hier setzt AMCHA an:

In den 16 AMCHA-Zentren in Israel bieten wir Überlebenden und ihren Familien psychotherapeutische Begleitung, Hausbesuche und Gemeinschaftsprogramme. Wir dokumentieren ihre Geschichten und prüfen fortlaufend unsere Methoden, um unser Handeln gegen Trauma, Ausgrenzung und rassistische Gewalt zu stärken.

Gedenken heißt politisch handeln und gesellschaftlich Verantwortung übernehmen. Unterstützt AMCHA – damit Erinnerung zur Kraft für Solidarität und entschlossenes Handeln gegen Antisemitismus und Rassismus wird.

Happy International Roma Day!
Am 8. April begehen wir den Internationalen Roma-Tag – ein Tag des Widerstands, der Erinne...
08/04/2026

Happy International Roma Day!

Am 8. April begehen wir den Internationalen Roma-Tag – ein Tag des Widerstands, der Erinnerung und des Empowerments. Er erinnert an den ersten Welt-Roma-Kongress 1971 in London und an den Beginn einer weltweiten Bürgerrechtsbewegung.

Antiziganismus ist keine Vergangenheit. Sinti und Roma* erleben auch heute strukturelle Diskriminierung, institutionelle Gewalt und gesellschaftliche Ausgrenzung – in Schulen, Behörden, Medien und im Alltag.

Die Verfolgung im Nationalsozialismus wirkt transgenerational weiter. Traumata werden über Generationen weitergegeben – sie prägen Biografien, Familien und die seelische Gesundheit. Doch noch immer fehlt es an Anerkennung und an zugänglicher, diskriminierungs- und kultursensibler psychosozialer Unterstützung. Diese Lücke sichtbar zu machen ist ein politischer Auftrag. Psychosoziale Versorgung darf kein Privileg sein – sie ist ein Menschenrecht und Teil der historischen Verantwortung.

➡️ Wir möchten heute die Arbeit von Margitta Steinbach würdigen – Mitarbeiterin bei AMCHA und Mitgründerin von  ("Einer von uns“). Der Verein engagiert sich für historisch-politische Bildung, Empowerment und für die Aufarbeitung der seelischen und sozialen Folgen der Verfolgung. Margitta ist Nachfahrin von Überlebenden des Zwangslagers Berlin-Marzahn.

Gemeinsam mit der IPU Berlin setzen wir 2026 unsere interdisziplinäre Veranstaltungsreihe fort. In diesem Jahr steht sie...
05/04/2026

Gemeinsam mit der IPU Berlin setzen wir 2026 unsere interdisziplinäre Veranstaltungsreihe fort. In diesem Jahr steht sie unter dem Titel „Die Wucht der Erinnerung: Zwischen Zeugnis und Zumutung“.

Im Mittelpunkt steht diesmal das Thema Zeug:innenschaft nach der Shoah:
Wie lässt sich Erinnerung weitertragen, wenn die Zahl der Überlebenden und Augenzeug:innen immer weiter abnimmt? Welche Rolle spielen Erzählungen, Bilder, Familiengeschichten, Bildung und öffentliche Erinnerungskultur? Und welche psychosozialen Fragen und Verantwortungen sind damit verbunden?

Die Reihe ist als Salonformat angelegt: Nach einem kurzen Input der Referierenden öffnet sich das Gespräch behutsam für Austausch und Diskussion mit dem Publikum.

➡️ Auftaktveranstaltung: 28. April 2026, 18:30 Uhr
mit Prof. Dr. Jürgen Straub

„Zeitgenössische und retrospektive Zeugenschaft: Tagebücher aus den 1930ern und Erzählungen über die Kindertransporte 1938-39 jüdischer Kinder nach Großbritannien.“

Anschließendes Gespräch mit Dr. Juliette Brungs(AMCHA Deutschland)

📍 Ort: Seminarraum 91b-05 der IPU Berlin in der Alt-Moabit 91b, 10559 Berlin (2. OG)

Anmeldung auf der Webseite der IPU Berlin (🔗 Link in der Bio).

Wir freuen uns sehr auf den gemeinsamen Abend und einen spannenden Austausch!

🗓️ Weitere Termine der Reihe:
· 16. Juni 2026, 18:30 Uhr
· 17. November 2026, 18:30 Uhr
· 8. Dezember 2026, 18:30 Uhr

Pessach erinnert an den Auszug aus Ägypten – an die Befreiung aus Sklaverei und Unterdrückung hin zur Freiheit. Das Fest...
01/04/2026

Pessach erinnert an den Auszug aus Ägypten – an die Befreiung aus Sklaverei und Unterdrückung hin zur Freiheit. Das Fest ruft uns auf, uns zu erinnern, zusammenzuhalten – und uns für Freiheit und Menschlichkeit einzusetzen.

Auch in den AMCHA-Zentren in Israel kommen Menschen in diesen Tagen zusammen, um den bedeutenden Feiertag gemeinsam zu begehen – wie hier in Tel Aviv. Das Feiern im Kreise von AMCHA bedeutet für viele Überlebende der Shoa ein Gefühl von Gemeinschaft und Nähe. AMCHA ist für viele ein zweites Zuhause, eine zweite Familie. Neben den Therapie-Angeboten und Hausbesuchen sind die Sozialclubs deshalb ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit in Israel.

Wir danken allen, die mit ihren Spenden solche Begegnungen möglich machen. Jeder Beitrag hilft.

Wir wünschen allen Feiernden Chag Pessach Sameach!

Der Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg hat im Rahmen der Filmre...
31/03/2026

Der Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus der Universität Heidelberg hat im Rahmen der Filmreihe „Ich sehe was, was du nicht siehst: Antiziganismus im Film“ (in Kooperation mit der Evangelischen Akademie zu Berlin) zu einem bewegenden Filmabend eingeladen. 🎬

Gezeigt wurde "Grandma Mother Me" (Schweden 2024) – ein eindrücklicher Dokumentarfilm über Antiziganismus und transgenerationale Traumata in Sinti- und Roma*-Familien. Der Film macht sichtbar, wie sich Erfahrungen von Verfolgung, Ausgrenzung und Schweigen über Generationen hinweg fortschreiben – und erzählt zugleich von Resilienz und Empowerment.

Im anschließenden Panel wurde darüber diskutiert, welche Auswirkungen transgenerationale Traumata heute haben und welche Rolle Selbstorganisation, Bildung und Film für kollektive und individuelle mentale Gesundheit spielen können. Wir haben uns gefreut, dass AMCHA mit Myrthe Rosenbaum und Margitta Steinbach (Mitgründerin von Menda Yek e.V.) Teil des Gesprächs waren und ihre Erfahrungen und Perspektiven einbringen konnten.

Folgt dem auf Instagram, um die weiteren Termine der Filmreihe (15. April, 31. Mai, 10. Juni) nicht zu verpassen!

Wir danken für die Einladung und den wichtigen Raum für Austausch. 💬

Fotos: Bildungsforum gegen Antiziganismus

Heute Abend beginnt Purim.Das Fest erinnert an die Rettung des jüdischen Volkes im alten Persien. Königin Esther stellte...
02/03/2026

Heute Abend beginnt Purim.

Das Fest erinnert an die Rettung des jüdischen Volkes im alten Persien. Königin Esther stellte sich mutig gegen die vom Minister Haman geplante Ermordung der Jüdinnen und Juden im Reich und bewahrte so ihr Volk.

Purim ist einer der fröhlichsten Feiertage im jüdischen Kalender – voller Verkleidungen, selbstgebackenen Haman-Taschen und ausgelassenem Feiern.
Doch das Fest ist auch ein Zeichen des Widerstandes und Beharrens gegen Hass und Verfolgung – damals wie heute.
Chag Purim sameach!

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