26/10/2025
4. November 2025 – 18:00 – 21:00
Das Jahr 2025 markiert 60 Jahre diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Deutschland –
ein Jubiläum, das an die spezifische historische Verantwortung Deutschlands erinnert als auch die lebendige und keinesfalls selbstverständliche Partnerschaft beider Länder würdigt. Gleichzeitig fällt dieses Jubiläum in eine Zeit tiefgreifender Verunsicherung: Die Terroranschläge der Hamas am 7. Oktober 2023 und der darauffolgende und weiterhin andauernde Krieg in Gaza haben das Verhältnis Israels und Deutschlands auf besondere Weise in den Fokus gerückt. Kaum ein Thema wird in der deutschen Öffentlichkeit derzeit mit vergleichbarer Emotionalität und Intensität debattiert. Umso mehr fordert das Jubiläum zu Reflexion und Dialog auf.
Die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum nimmt dies zum Ausgangspunkt für drei Abende im Rahmen ihrer Reihe Jüdisch-Literarisches Rondeel. In diesem Jahr treten deutsche und israelische Autor:innen in den Austausch über das, was ihr Schaffen prägt und bewegt.
Im Mittelpunkt der drei Themenabende stehen als zentrale Fragen: Was verbindet Autor:innen in beiden Ländern, was unterscheidet ihre Realitäten? Wie sehen sie einander? Welche Texte anderer Autor:innen haben das eigene Arbeiten beeinflusst? Und: Welche Rolle kann Literatur in Zeiten gesellschaftlicher Erschütterungen spielen?
Die Reihe entsteht in Kooperation mit dem Leo Baeck Institute Jerusalem.
Sie wird unterstützt von der Heinrich-Böll-Stiftung und gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Ort:
Repräsentantensaal,
Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum
Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin
Anmeldung: [email protected]
Die einzelnen Themen-Abende (jeweils um 18 Uhr)
4. November: Queere Lebenswelten in Deutschland und Israel (mit Lars Werner und Sharron Hass)
Jüdisch zu sein und q***r bedeutet oft ein doppeltes Außenseitertum. Der wachsende Antisemitismus geht mit Homophobie einher, in Berlin und anderswo. Die jüdische Religion hat ein spannungsvolles Verhältnis zur Homosexualität. Andererseits entstehen neue Formen von Solidarität untereinander und Teilhabe mit anderen. Wir fragen nach Erfahrungen und Perspektiven.
Sharron Hass, geboren 1966 in Israel, ist Dichterin, Essayistin und Literaturdozentin. Sie studierte Klassische Philologie und Religionswissenschaft und hält Vorlesungen über Literatur und Poesie am Alma Institute (Tel Aviv) und unterrichtet im Creative Writing Program der Tel Aviv University. Sie ist Preisträgerin mehrerer Lyrikpreise, darunter der Prime Minister‘s Award (2003), der Bialik Prize (2012), der Dolitsky Prize (2017) und der Amichai Poetry Prize (2018).
Lars Werner ist freischaffender Theater- und Hörspielautor. Er studierte Medienkunst in Leipzig und Szenisches Schreiben an der UdK Berlin. 2017 gründete er das Berliner Ringtheater und überführte es in ein kollektiv geleitetes Produktionshaus. Für sein Stück WEISSER RAUM erhielt er 2018 den Kleist-Förderpreis, 2019 das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste. Es folgten Arbeiten u.a. am Staatstheater Braunschweig und Hörspiele für Deutschlandradio und RBB. 2023 erschienen sein Romandebüt ZWISCHEN DEN DÖRFERN AUF HUNDERT und die NDR-Hörspielserie AM SCHLICK (mit Marcel Raabe).
Jüdisch zu sein und q***r bedeutet oft ein doppeltes Außenseitertum. Der wachsende Antisemitismus geht mit Homophobie einher, in Berlin und anderswo. Die jüdische Religion hat ein spannungsvolles Verhältnis zur Homosexualität. Andererseits entstehen neue Formen von Solidarität untereinander un...