19/09/2026
Die Bundesregierung kann eine Steuer um rechnerisch 17 Cent senken. Sie kann aber nicht garantieren, dass der Liter Kraftstoff deshalb an der Zapfsäule 17 Cent günstiger wird. Genau das zeigen die Erfahrungen aus Mai und Juni: Die Monopolkommission errechnete im Durchschnitt lediglich 15 bis 16 Cent Weitergabe und bezifferte den nicht bei den Verbrauchern angekommenen Teil auf 100 bis 200 Mio. Euro. Beim Diesel stellte das ifo Institut zeitweise sogar nur rund 73 % Weitergabe fest. Wer aus einer Steuerentlastung deshalb einen garantierten 17-Cent-Preisnachlass macht, verwechselt Steuerpolitik mit Preisbildung im Markt.
Am 16. September 2026 schlug Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche vor, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe vorübergehend von 19 % auf 7 % zu senken. Das würde, so ihre Begründung, die Belastung unmittelbar an der Zapfsäule reduzieren und sofort nach Einführung wirken. Zugleich sprach sie sich gegen einen Spritpreisdeckel und gegen eine Übergewinnsteuer aus.