Im Sommer 2013 hat der Künstler Maurice ist da! in Marzahn vier Wochen lang gratis Fenster geputzt und war den BürgerInnen Marzahns dadurch nicht nur praktisch nützlich geworden, sondern hat zugleich mit ihnen erörtert, was es heute bedeutet Künstler zu sein und wie zeitgenössische Kunst aussehen könnte, um für den Alltag der BürgerInnen wirklich relevant zu werden. Die klare Antwort der Bürgersch
aft lautet:
"Kunst ist für uns dann relevant, wenn 1. jemand uns über ihre Inhalte und Formen aufklärt, 2. sie lebendig und partizipativ ist und 3. wenn sie bewirkt, dass Individuen die alltägliche Kluft der Anonymität überwinden und zusammen etwas Besonderes für die Gemeinschaft bewirken können.“
Maurice ist da! versteht dies als Auftrag und installiert 2014 in Marzahn einen experimentellen Campus für nachbarschaftliche Kunstarbeit. Zwischen Juni und Oktober wird so eine Gruppe Marzahner BürgerInnen dazu kommen, zusammen mit dem Künstler vier Monate lang über zeitgenössische Kunst nachzudenken, über Leben und Gesellschaft zu diskutieren und zugleich künstlerische Projekte entwickeln und durchführen zu können, die im Finale zur Ausstellung "zeitgenössische Kunst von Nachbarn für Nachbarn" in der Galerie M führen wird. Das Projekt "TKM" will den klar artikulierten Wunsch der Bürger mit der theoretischen wie auch praktischen Neugier des Künstlers verbinden, die ergründen will, ob eine beispielhafte "Solidarisierung der Avantgarde" neben einer bloßen Wunscherfüllung auch eine "Exzellenz der Nachbarschaften" hervorkitzeln wird. Ziel des Projekt ist es, eine emanzipatorische Gegenkultur zum aktuellen Trend exklusivistischer Bildung zu formulieren und dafür einen beispielgebenden Ort zu schaffen, der es Menschen -egal welcher Herkunft, sozialem Stand, Alter und Geschlecht- ermöglicht, sich hierarchiefrei-intellektuell und zugleich verschulungsfrei-praktisch fortbilden zu können.