14/07/2026
5 Jahre Flutkatastrophe – Ein Rückblick
Fünf Jahre sind vergangen, doch die Erinnerungen an die Flutkatastrophe sind bis heute lebendig.
Für uns begann der Einsatz zunächst in Bedburg. Nach anhaltendem Starkregen war das Pumpwerk ausgefallen und die Innenstadt drohte durch das stetig steigende Wasser überflutet zu werden. Gemeinsam arbeiteten wir mit Hochdruck daran, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Nach mehreren Stunden konnten wir mit dem Rückbau der Maßnahmen beginnen – in der Hoffnung, der Einsatz würde sich dem Ende nähern.
Doch genau in diesem Moment erreichte uns der nächste Alarm: Leverkusen.
Dort war ein Gestüt mit den dort lebenden Menschen und zahlreichen Tieren akut bedroht. Ein großes Regenrückhaltebecken konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Der angrenzende Deich war bereits stark aufgeweicht und drohte zu brechen. Über die gesamte Nacht hinweg arbeiteten wir daran, das Becken kontrolliert zu entlasten und den Deich zu sichern. Mit Erfolg – das Gestüt und angrenzende Häuser konnte vor einer noch größeren Katastrophe bewahrt werden.
Nach wenigen Stunden Schlaf im Schichtbetrieb direkt auf dem Gestüt folgte bereits die nächste Alarmierung: Eine Schule in Leverkusen war von den Wassermassen schwer getroffen worden. Der Keller stand vollständig unter Wasser, der Zugang war nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Zahlreiche Kubikmeter Wasser mussten abgepumpt und zusätzlich ein auf der Wasseroberfläche befindlicher Ölfilm fachgerecht abgetrennt werden.
Kaum waren die zu diesem Zeitpunkt möglichen Maßnahmen abgeschlossen, ging es zurück zum Ortsverband – allerdings nur für kurze Zeit. Wenig später erreichte uns bereits die nächste Alarmierung: Unterstützung bei der Evakuierung eines Krankenhauses in der Nähe von Erftstadt. Dort war das Wasser so hoch angestiegen, dass eine Anfahrt mit normalen Fahrzeugen nicht mehr möglich war. Erneut begann ein Einsatz unter außergewöhnlichen Bedingungen, bei dem jede Minute zählte.
So begannen für uns die ersten drei Tage der Flutkatastrophe – ohne echte Pause, ohne zu wissen, was noch auf uns zukommen würde.
Damals ahnte niemand, dass daraus ein Einsatz werden würde, der uns noch viele weitere Tage und Nächte rund um die Uhr fordern sollte. Bereits auf der Anfahrt nach Leverkusen wurde uns bewusst, dass wir vor einer außergewöhnlichen Lage standen. Das Ausmaß der Wassermassen, die Zerstörung und die unzähligen Hilferufe ließen erahnen, dass dies kein gewöhnlicher Einsatz werden würde.
Es folgten viele Einsätze in Erftstadt, Köttigen, Blessem, Dirmerzheim, Kerpen im Ahrtal ...
Die Flut hat tiefe Spuren hinterlassen – bei den Betroffenen ebenso wie bei den Einsatzkräften. Gleichzeitig hat sie aber auch gezeigt, was Zusammenhalt, Kameradschaft und das Engagement unzähliger ehrenamtlicher Helfer bewirken können. Menschen arbeiteten Hand in Hand, unterstützten sich gegenseitig und gaben alles, um Leben zu schützen und Schäden zu begrenzen.
Fünf Jahre später erinnern wir uns nicht nur an die dramatischen Ereignisse, sondern auch an den außergewöhnlichen Zusammenhalt, den wir erleben durften. Unser Dank gilt allen Einsatzkräften, Helferinnen und Helfern sowie den Betroffenen, die mit unglaublicher Stärke und gegenseitiger Unterstützung diese schwere Zeit gemeistert haben.
Wir werden diese Tage niemals vergessen.