01/06/2026
„Ich dachte, ihr macht Tierschutz?!“
Diesen Satz hören oder lesen wir häufiger z.B. wenn wir nicht sofort jedes Tier aufnehmen können, wenn wir sagen, dass wir keinen Platz haben, bestimmte Grundvoraussetzungen erfüllt sein müssen oder aber wenn wir erklären, dass wir nicht einfach irgendwo Tiere herausholen dürfen.
Dann kommt oft die Frage: „Aber ihr macht doch Tierschutz?“
Viele Menschen stellen sich den Tierschutz ungefähr so vor wie den menschlichen Rettungsdienst: Anruf rein, Einsatzfahrzeug los, Tier wird abgeholt, Problem gelöst.
Die Realität sieht leider etwas anders aus.
„Der Tierschutz“ ist keine Behörde mit unbegrenztem Platz, Geld und Personal. Tierschutz in Deutschland, das sind Vereine, Tierheime, Lebenshöfe, Pflegestellen und Ehrenamtliche. Menschen, die nach Feierabend Ställe ausmisten, Tierarztkosten bezahlen, Spenden sammeln und versuchen, für jedes Tier eine Lösung zu finden, neben der Familie.
Wir dürfen Tiere nicht einfach beschlagnahmen, wir können auch nicht jedes Tier aufnehmen und wir können Missstände nicht eigenmächtig beenden.
Dafür sind Behörden zuständig, zb. das Veterinäramt.
Was wir aber können ist beraten, helfen, weitervermitteln an geeigneter Stellen, Anzeigen unterstützen und Tiere versorgen, wenn wir die Möglichkeiten haben.
Tierschutz bedeutet nicht, dass jede Anfrage automatisch gelöst werden kann oder man 24/7 für Anfragen erreichbar sein muss.
Tierschutz bedeutet, jeden Tag mit den vorhandenen Mitteln das Bestmögliche für Tiere zu tun.
Und manchmal gehört dazu auch die ehrliche Antwort:
Wir würden gern helfen, aber wir können es gerade nicht.
Wenn ihr also das nächste Mal denkt „Der Tierschutz müsste doch mal ...“
Dann denkt bitte daran: Der Tierschutz ist keine geheime Superheldentruppe. Der Tierschutz sind Menschen. Menschen, die helfen wollen – aber leider nicht zaubern können. Und Tierschutz funktioniert auch nur mit Unterstützung 🧡